Blog News/Gesundheitswesen

Im Krankenhaus in Jerusalem

B“H
Vielleicht fragen sich manche Leser, warum es auf diesem sowie auf meinem Hamantaschen – Blog dieser Tage nicht so richtig weitergeht. Nun, der Grund ist nervig, aber dennoch einfach erklärt:
Seit ein paar Wochen macht mir mein Magen zu schaffen und ich war erst der Meinung, dass es sich um eine Magenverstimmung handelt. So aß ich wenig und gesund und die Schmerzen bekämpfte ich mit ein paar Tabletten und Coca Cola.
Vor zwei Wochen dann ging es massiv bergab und ein totaler Gewichtsverlust folgte. Also ging ich gestern zum Hausarzt und der schickte mich sofort ins Krankenhaus zwecks Tests. Und die gab es dann auch massig in der Mi’un (Notfallaufnahme) der Gastro – Abteilung im Sha’arei Zedek Medical Center. Jemand aus meinem Freundeskreis begleitete mich und alles beginnt mit Bluttests, geht weiter mit einem Getränk, welches den Magen total ausleert, nur um zu einem CT zu kommen. Wie das alles auf Deutsch heißt, kann ich nicht sagen.
Nach dem CT war klar, dass ich eine Art Geschwür habe und dieser Tage operiert werden muss. Es handelt sich um einen eher seltenen Fall und das Krankenhaus behandelt mich wie ein medizinisches Wunder.
Eine Nacht in der Notaufnahme der Gastro verbracht und was man dort zu sehen bekommt, ist alles andere als toll. Junge Leute, Soldaten, alte Leute, Juden, Haredim und eine Menge Araber. Alle durchliefen wir dieselben Tests. Mein Arzt war Araber und ich war sehr zufrieden mit ihm. Die Schwestern waren teilweise Russinen und total gut drauf und nett. Das Personal war super, doch sind Hadassah Ein Kerem sowie Sha’arei Zedek total überlaufen und so musste ich sechs Stunden auf meinen CT warten. Die beiden Typen am CT waren ebenfalls Araber. Jüdisches und arabisches Personal arbeiten in den Krankenhäusern sehr gut zusammen. Jedenfalls bekam ich diesen Eindruck.
Um 2.30 Uhr morgens war das CT – Ergebis da und man behielt mich gleich in der Notaufnahme. Dort war die Hölle los und Patienten schliefen in den Betten auf dem Flur. Hadassah und Sha’arei Zedek wurden von Magen David Adom mit Einweisungen bombardiert.
Viel Schlaf war nicht drin, denn es war laut und manche Patienten schrien vor Schmerzen. In Israel geht man weniger zimperlich mit Patienten um und man sollte etwas „tough“ und nicht zu wehleidig sein.
Heute früh dann mehr Tests und zwei dicke Ultrasounds. Dann liess man mich gehen und morgen muss ich zum Hausarzt und zur Krankenkasse. Hitchayvut besorgen. Formulare, welche die Krankenkasse ausstellt und dem Krankenhaus signalisiert, dass die Kosten übernommen werden.
Es ist sehr wichtig, sich im hiesigen Gesundheitssytem einigermaßen zurechtzufinden, sonst ist man verlassen. Alles ist kompliziert und voller Bürokratie.
Wer, zum Beispiel, sich selber in die Notaufnahme einliefert, muss, wenn man ihn nicht über Nacht dabehält, mindestens 800 Schekel (200 Euro) Cash auf den Tisch legen. Ich allerdings hatte eine Überweisung vom Hausarzt und verbrachte die Nacht im Krankenhaus.
Wer mit dem Krankenwagen eingeliefert wird und nicht über Nacht bleibt, zahlt zwischen 500 – 1200 Schekel (130 – 300 Euro) an Magen David Adom. Wer über Nacht im Krankenhaus bleibt, dem wird die Summe von der Krankenkasse abgeglichen. Und wer Magen David Adom nicht zahlt, bekommt ein Inkasso – Unternehmen zu spüren.
Neben der regulären Krankenkasse muss eine Zusatzversicherung bei eben dieser Krankenkasse abgeschlossen werden. Das kostet aus der eigenen Tasche monatlich ein paar Hundert Schekel, aber lohnt sich.
Zudem sollte kein Patient wild herumbrüllen, wenn es in der Notaufnahme mal eben so zehn Stunden dauert und sich nichts bewegt. Die Leute dort sind überlastet und es heißt Geduld haben. Gutes Englisch zur Kommunikation ist, neben der Landessprache Hebräisch ein absolutes MUSS. Das Personal spricht teilweise aber auch Russisch und Arabisch. Deutsch ist nicht. Wenigstens gutes Englisch ist ein Muss, denn wie will man sonst kommunizieren?
Ich habe zahlreiche Ärzte im Sha’arei Zedek kennengelernt und heute schauten vier davon meinen Ultrasound an und analysierten. Alle waren nett und hilfsbereit. Keiner wirkte arrogant. Und so muss ich Mittwoch zurück und werde auf die OP vorbereitet und ich werde erfahren, wann diese stattfindet. Vielleicht noch diese Woche oder gleich zu Beginn der kommenden Woche.
Freunde werden immer an meinem Bett sein und ich werde weitere Details zum israelischen Gesundheitssystem hier auf dem Blog veröffentlichen. Der Unterschied zu Deutschland ist gravierend und man sollte einiges einstecken können und nicht groß herumjammern. 🙂

 

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2 Kommentare zu “Im Krankenhaus in Jerusalem

  1. O je, das ist ja, in der Tat, alles noch komplizierter als hier in Deutschland. Hier muss man auch schon Geduld haben und sich möglichst auskennen. Wengistens Sprachprobleme gibt es in, in der Regel, keine. Ich wünsche Dir alles Gute und vor allem gute und schnelle Besserung.

    • B“H

      Aerzte und Schwester koennen in der Regel auch Englisch. Aber ich komme sehr gut mit Hebraeisch zurecht. Ausser bei diversen medizinischen Woertern, aber da frage ich nach.

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