Tisha be'Av

Inmitten der neun Tage vor dem Tisha be’Av (9. Av)

B“H
An diesem Samstagabend nach Schabbatausklang beginnt der jüdische Trauer – und Fastentag TISHA be’AV. Der 9. Tag im Monat Av.
Beim Tisha be’Av handelt es sich um einen rabbinisch festgelegten 25 – stündigen Fastentag, an dem die Juden um die zwei zerstörten Jerusalemer Tempel trauern. So jedenfalls lautet die offizielle Erklärung.
Was dagegen umso mehr betrauert wird ist, dass der Meschiach noch nicht da ist und noch kein Dritter Tempel auf dem Tempelberg steht. Sobald der Meschiach eintrifft, wird er den Dritten Tempel errichten und die Cohanim (Tempelpriester) werden ihren Dienst wiederaufnehmen.
In den neun Tagen vor dem Tisha be’Av, in denen wir uns gerade befinden, gelten spezielle Regeln. Unter anderem auch, dass kein Fleisch gegessen wird. Außer am Schabbat.
Für mich ist diese Regel nicht übermäßig schlimm, denn ich esse eh nicht allzu viel Fleisch. Stattdessen aber mehr Fisch.
Wer sich am Tisha be’Av in Tel Aviv oder an anderen Orten Israels aufhält, bekommt von dem Fastentag kaum etwas mit. Die Geschäfte sind geöffnet und die Busse fahren. Alles ganz normal also.
Wer jedoch in Jerusalem ist, wird sehen, dass zahlreiche Geschäfte geschlossen sind. Viele Jerusalemer arbeiten an dem Tag nicht und man sitzt in der Synagoge. Was besonders populär ist: Man geht zu diversen religiösen Vorträgen, die in der ganzen Stadt angeboten werden.
Den Abend des Tisha be’Av (Erev Tisha be’Av) verbringen Tausende Juden an der Klagemauer (Kotel). An dem Ort, an dem sich in der Vergangenheit alles abspielte und allein deswegen ist die Atmosphäre dort grandios.
Man sieht viele Juden, die Matratzen anschleppen, um auf dem Kotel – Vorplatz zu schlafen. Die ganze Nacht über werden Kinot (die traditionellen Tisha be’Av – Gebete) gesagt. Eingeleitet wird der Fastentag mit der Lesung der Megillath Eicha (Klagelieder). Eicha handelt von einem weinenden Propheten Jeremia (Yirmiyahu), dessen Prophezeihungen sich mit der Ersten Tempelzerstörung als richtig erwiesen. Eicha aber gibt auch einen Hinweis auf die Zerstörung des Zweiten Tempels. Der Prophet Yirmiyahu forderte seinerzeit die Juden zur Umkehr zu G – tt auf. Gehör fand er nicht.
Die Herausforderung am Tisha be’Av besteht darin, nicht nur zu trauern, sondern diesen Tag auch als Tag der Hoffnung anzusehen. Das Buch Eicha des Propheten Yirmiyahu beschreibt den Tisha be’Av als ein Rendezvous zwischen Juden und G – tt. G – tt wartet nur darauf, dass die Juden zu Ihm zurückkehren, damit der wahre Meschiach endlich kommen kann.
Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s