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Ein paar Infos zum israelischen Unabhängigkeitstag

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Copyright: Jerusalem Great Synagogue

B“H
An diesem Mittwochabend ab 20.00 Uhr sowie am Donnerstag feiert Israel seinen Unabhängigkeitstag, der da auf Hebräisch YOM HA’AZ’MA’UT heißt.
Und in diesem Jahr gibt es etwas Besonderes zu feiern, denn Israel wird 70 Jahre alt. Und klar gibt es deshalb spezielle Events.
Das nationalreligiöse (religiöse Zionisten) Movement folgt seit vielen Jahren der Tradition, den Unabhängigkeitstag mit einem besonderen Gebetsservice einzuleiten. In fast allen Synagogen des Landes finden diese Gebete statt. Unter anderem in der Großen Synagoge von Tel Aviv (Allenby Street) und in der Großen Jerusalemer Synagoge in der King George Street. Oben seht Ihr die Ankündigung aus Jerusalem.
Falls sich jemand wundert, warum dort zwei Oberrabbiner genannt sind: In Israel gibt es einen Oberrabbiner für sephardische Juden und einen zweiten für aschkenazische Juden.
Hoffentlich habe ich morgen mehr Zeit, auf diesem Blog mehr zum Unabhängigkeitstag zu berichten. Jetzt möchte ich vorerst zu bedenken geben, dass nicht alle Juden den heutigen israelischen Staat feiern. Klar, kennen viele die Neturei Karta bzw. haben diesen Namen schon einmal in den Medien gehört. Juden, die sich antizionistisch geben und den derzeitigen Staat Israel ablehnen.
Aber es ist nicht nur die Neturei Karta, welche da nicht feiert, sondern sehr viele haredische (Ultra – Orthodoxe) Juden. Stattdessen gehen diese am Donnerstag ganz normal ihrer Arbeit nach und ihre Kinder gehen in die Schule. Der YOM HA’AZ’MA’UT ist in Israel ein offizieller Feiertag und eigentlich sind die Schulen geschlossen. Die haredischen Schulen jedoch teilweise nicht.
Haredim (Ultra – Orthodoxe Juden) sehen in dem heutigen Staat Israel keinen Idealzustand, sondern lediglich eine Übergangsphase bis der Meschiach kommt. Das heutige Israel definiert sich als jüdischer Staat, aber nicht als jüdisch – religiöses Land. Zionismus hat nicht unbedingt etwas mit der Thora zu tun, denn es gibt den säkularen und verschiedene Arten des religiösen Zionismus. Der heutige Staat betrachtet sich als Heimat der Juden und das jeder Jude in der Lage ist, einzuwandern. Insofern er denn gewillt ist.
Wer also am Mittwochabend dieser Woche durch die Innenstadt von Jerusalem geht, der sieht nach 20.00 Uhr Tausende Leute in ausgelassener Stimmung feiern. Vor allem Jugendliche, die es lieben, sich gegenseitig (und auch andere) mit Schaum zu besprühen.Wer jedoch einige Schritte weitergeht, in die Stadtteile Mea Shearim, Ge’ula, Sanhedria oder Kiryat Belz, der wird fast menschenleere Straßen vorfinden. Keinen Schaum und die Leute sind daheim.
Die Neturei Karta (die da nicht unbedingt viele Mitglieder hat) veranstaltet alljährlich ein Spektakel, zu dem sie zionistische Journalisten einlädt: Die israelische Flagge wird verbrannt. Ziemlich dämlich, aber man tut das, damit diverse Neturei Karta Mitglieder in den USA sehen, dass die Gefolgschaft in Jerusalem Randale macht und vielleicht spenden dann die Amerikaner Geld. Man bringt sich halt mal wieder in die Schlagzeilen und es ist schade, dass Journalisten da mitmachen.
Das nationalreligiöse Movement jedenfalls betet am Abend des Yom Ha’az’ma’ut in den Synagogen HALLEL (Psalmen 113 – 118). Man dankt G – tt, dass die Juden ihr eigenes Land haben. Selbst, wenn der Meschiach noch nicht da ist.
Persönlich bin ich der Meinung, dass es wichtig ist, dass Juden ihr eigenes Land haben. Man schaue nur auf den weltweiten Antisemitismus (von links, von rechts oder von muslimischer Seite). Immerhin haben Juden heuzutage einen Zufluchtsort. Die Juden vor 70 Jahren hatten das nicht und waren in Europa gefangen.
Israel ist zwar alles andere als perfekt. Aber nichtsdestotrotz haben Juden einen Zufluchtsort. Und das allein ist wichtig.

 

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