G - tt/Leserfrage

Leserfrage: „Sind Menschen ein Teil von G – tt?“

B“H
Leserfrage:
Würdest Du sagen dass wir Menschen also jeder von uns, ein individualisierter Teil Gottes sind? So gesehen sind wir alle (zusammen) Gott? Und wenn wir sterben gehen wir zurück zur – ich nenne es einmal – Quelle?
Antwort:
Um die Antwort einmal vorwegzunehmen: Das Judentum sieht den Menschen nicht als Teil G – ttes, sondern als individuell von den Eltern des Menschen und G – tt geschaffenen Menschen. Wir alle sind Individuen und haben eine von G – tt erschaffene Seele, die uns aber nicht automatisch zum Teil von G – tt macht.
Zwar heißt es in der Thora, dass G – tt den Menschen in „Seinem Ebenbild erschuf“, doch bedeutet das nicht, dass wir so aussehen wie G – tt oder er so ausschaut wie wir. Vielmehr bedeutet EBENBILD, dass wir Menschen wie G – tt die Fähigkeit besitzen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Ferner können wir uns mit unseren Taten und Gebeten G – tt nähern bzw. mit Ihm kommunizieren. Ebenso können wir höhere Level erreichen, was ein Tier oder eine Pflanze nie könnten. Ein Tier handelt lediglich nach seinem gegebenen Instinkt und folglich sind nur wir Menschen in der Lage, wie G – tt, abzuwägen. Und genau das ist mit EBENBILD gemeint.
Der Rambam (Maimonides) geht in den ersten Kapiteln seines „Führer der Unschlüssigen – Guide for the Perplexed“ ausführlich darauf ein. Falls jemand an einer Quelle interessiert ist.
Wir Menschen sind sterblich und anfällig für alle möglichen Lebensumstände. Hierzu zählen auch Krankheiten, die Ups and Downs im Leben sowie unsere Bildung und unser gesamtes Umfeld.
G – tt dagegen hat schon ewig existiert, ist unsterblich, kennt keinerlei Einschränkungen und ist, in sich, absolut perfekt. Er hat weder Körper noch Form, was uns Menschen wiederum schwer fällt zu begreifen und gedanklich zu erfassen, da wir in Formen, Zahlen und Materien denken. Wir brauchen eine Form, einen Geruch, etwas zum Anfassen oder zum Anschauen. Wenn das nicht da ist, dann dreht sich unser Gehirn schon im Kreis, denn es ist nichts Greifbares da.
Wenn wir G – tt als „Absolut Perfekte“ nehmen und uns als imperfekt, dann kann beides zusammen niemals eine Einheit bilden. Wie willst Du allein sterblich und unsterblich vereinen?
G – tt ist ein eigenständiges Wesen und genauso sind wir individuell erschaffen. Kein Mensch ist wie der andere und jeder von uns hat auf dieser Welt eine andere Aufgabe zu erfüllen. Was mein Nachbar tut, muss nicht meine Aufgabe sein. Dafür habe ich wieder anderes zu erledigen als mein Nachbar. Deswegen sollten wir uns niemals danach richten, was andere im Leben erreicht haben, sondern uns auf unsere eigenen Fähigkeiten, sprich unser eigenes Potenzial, schauen. Wenn einer zehn Bücher pro Monat liest und ich nur eines, dann kann ich mich entweder mehr anstrengen, mir mehr Zeit nehmen oder, wenn das alles nicht hilft, dies als Tatsache akzeptieren. Deswegen bin ich aber kein schlechter Mensch und habe dafür andere Stärken. Außerdem müssen zehn Bücher im Monat nicht bedeuten, dass der Leser diese alle verstanden hat. 🙂
Kurz gesagt, im Judentum lassen sich G – tt und Mensch nicht als Teil von einem Ganzen betrachten, denn dies wäre absolut unmöglich. Wir Menschen können niemals Teil von etwas Perfektem Unsterblichem sein. Und andererseits kann G – tt nicht unsere Form annehmen, da alles aus Form und Materie automatisch sterblich ist und in die Fähigkeiten eingeschränkt. G – tt wäre demnach imperfekt wie wir und kein G – tt mehr.
Und die Frage, ob wir nach dem Tode alle zurück zur “Quelle” gehen: Nur die Seele tut das, aber nicht der Körper.
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