Tu be'Shevat

Tu be’Shevat – Das Neujahrsfest der Bäume

Tu be'Shevat - Das Neujahrsfest der Bäume

B“H
Der diesjährige Feiertag Tu Be‘ Shevat begann gestern Abend und bis heute Abend feiern wir ihn noch.
Der Tu Be‘ Shevat ist der 15. des jüdischen Monats Shevat und ein Halb – Feiertag. Wenn er nicht gerade auf einen Schabbat fällt, wird am Tu Be‘ Shevat ganz normal gearbeitet. Mit Tu Be‘ Shevat beginnen die ersten Bäume in Israel zu blühen.
In der Thora findet dieser Feiertag keine Erwähnung, stützt sich aber dennoch auf einen Satz in Deutoronomy 20:19: „Der Mensch ist ein Baum – HaAdam Hu Etz HaSadeh“. Somit gilt der Tu Be’Shevat trotzdem als biblischer Feiertag. Außerdem wird Tu Be‘ Shevat mit den Abgaben von Früchten an den Tempel (Trumot und Ma’asrot) in Verbindung gebracht.
Juden werden in der Literatur oft symbolisch mit einem Baum in Verbindung gebracht. Was haben sie beiden gemeinsam ? Wie ein Baum so muss ein Jude wachsen und für das Wachstum ist Wasser erforderlich. Wasser symbolisiert die Thora und somit kann ein Jude nur durch Thorastudium wachsen.
Im Buch Sha’arei HaMoadim (von Chabad) heisst es, dass ein Jude immer mit der Quelle seines Ursprungs verbunden sein muss: Mit der Thora.
Durch die Thora wächst er und trägt Früchte, welches die Einhaltung der Mitzwot sind. Am Tu Be‘ Shevat besteht Gelegenheit, dass Thorastudium neu aufzunehmen. Gleichzeitig gibt dieser Feiertag der Seele (Neshama) Kraft, höher aufzusteigen.
Für Rabbi Nachman von Breslov symbolisiert ein Baum Weisheit (siehe die Bäume des Lebens und des Wissens im Paradies) und er stellt die Beziehung von Himmel und Erde dar. Ein Mensch muss seine Wurzeln in dieser Welt haben, aber dabei zu G – tt aufschauen und spirituell wachsen.
Es ist üblich, am Tu Be‘ Shevat eine Seder abzuhalten, an der Wein oder Traubensaft getrunken und Früchte aus Israel gegessen werden. Der ARI (Rabbi Yitzchak Luria) hatte den Brauch, 15 unterschiedliche Früchte zu essen. Granatäpfel, Oliven, Honig, Feigen, Datteln, Weintrauben und vor allem getrocknete Früchte, wie Bananen, Aprikosen oder Erdbeeren….all das wird am Tu Be‘ Shevat gegessen.
Fasten ist halachisch verboten und Tachanun wird ausgelassen. Nebenbei sollte noch erwähnt werden, dass es einen Diskurs zwischen dem Haus Shammai und Hillel gab. Shammai betrachtete den 1. Shevat als Neujahrstag der Bäume und Hillel, dem wir heute noch folgen, sah den 15. Shevat als dessen an.
In der chassidischen Gruppe Satmar folgt man dem Brauch, 18 verschiedene Früchte zu essen und vor dem Essen jeder Frucht wird „Shir HaMa’alot“ gesungen.
Einen fröhlichen Tu Be’Shevat !
Links:
Photos aus Zfat (Nordisrael) zum Tu be’Shevat
Naturphotos vom See Genezareth am Tu be’Shevat 2011
Tu be’Shevat und das Vergehen des Adam HaRishon
Noch ein kleiner Wetternachtrag:
Am heutigen Tu be’Shevat haben wir tolles Wetter. 15 Grad Celsius und fast nur Sonne in Jerusalem. Überhaupt erholt sich das Wetter dieser Tage. Bis Anfang nächster Woche steigt in Jerusalem das Thermometer auf 21 Grad. In Tel Aviv wird es noch wärmer.
Trotzdem geniesse ich das frühlingshafte Wetter mit Vorsicht, denn wir haben den ganzen Februar noch vor uns. Und wie schnell kann es wieder kalt werden und sogar noch schneien.
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