Hiob (Iyov)/Rabbi Joseph Dov Soloveitchik

Hiob (Iyov) und seine Zweifel an der Welt

B“H
Eigentlich sind wir Menschen erschaffen worden, damit wir G – ttes Schöpfung genießen. Und der Mensch sollte positiv denken und Friede, Freude, Eierkuchen. G – tt aber schuf unser Universum alles andere als perfekt und deswegen hat der Mensch ebenso die Aufgabe, die Welt zu perfektionieren.
Wie?
Selbst mit kleinen Dingen wie anderen Leuten helfen oder einfach nur weniger sündigen. Jeder kann bereits im kleinen Kreis, nämlich bei sich daheim, beginnen.
Mehrere Male berichtete ich in der Vergangenheit vom berühmten Rabbi Joseph B. Soloveitchik, der da durch mehrere Schicksalsschläge in den Sechziger Jahren zu einer ernsteren Lebenseinstellung kam. Die beste positive Einstellung nützt nichts, wenn das Schicksal zuschlägt. Wenn jemand ernsthaft krank wird oder Familie und gute Freunde sterben. Wenn ein Mensch als Trauernder zurückbleibt.
Rabbi Soloveitchik kam zu der Erkenntnis, dass jemand der noch so hart arbeitet, nicht automatisch erfolgreich sein muss. Wir Menschen sind verwundbar und wahrscheinlich auch deswegen so angespannt. Wir wollen alles jetzt oder schnell, denn irgendwann kann es zu spät sein, da wir alle wissen, dass wir nicht ewig auf dieser Welt sind.
Nicht nur Rabbi Soloveitchik als Philosoph beschäftigte sich mit Sinnfragen, sondern auch der bekannte Hiob (IYOV auf Hebräisch). Im Buch Hiob (Sefer Iyov) stellt Iyov immer wieder die Frage nach dem Sinn des Lebens. Besonders, nachdem er seine Familie sowie seinen Besitz verlor. Warum das geschah, konnte er sich nicht erklären. Vielmehr war er der Meinung, dass sein Leben unter einem schlechten Stern steht. Iyov glaubte an astronomische Sternenkonstellationen bei der Geburt eines Menschen. Eben jene Konstellation beeinflusse das Leben positiv oder negativ. Dass aber nicht das Leben eines Menschen an einer Sternenkonstellation hängt, konnte sich Iyov nicht vorstellen.
Jeder Mensch besitzt die Macht, sein Leben positiv oder negativ zu gestalten. Es liegt an uns selbst und nicht an den Sternen.
Was Iyov auf bittere Weise erfuhr ist, alles im Leben zu verlieren. Die Familie und den gesamten Besitz. Wie viele Leute haben panische Angst davor, ihre Besitztümer zu verlieren? Ich vermute, dass es mehr sind als jene, die um ihre Familie bangen. 🙂
Wer will schon auf der Straße leben und von der Gnade anderer Leute abhängig sein? Heutzutage bricht man allein schon in Panik aus, wenn das Smartphone nicht auffindbar ist.
Iyov stellt sich die Frage, warum G – tt den Menschen erst leben lässt. Sogar erfolgreich leben lässt. Nur, um am Ende jeden Einzelnen wieder sterben zu lassen. Wieso werden wir geboren, wenn wir eh nur befristet auf diesem Planeten wandeln? Wozu das alles?
Insgeheim stellen wir uns alle zu bestimmten Zeiten im Leben diese Frage. Wozu sich anstrengen und abrackern, um hinterher alles zu verlieren oder eh wegzusterben? Welchen Sinn ergibt das?
Nach einiger Zeit findet Iyov zu sich selbst zurück und beginnt sein Leben von vorne. Vermutlich nennt man das HOFFNUNG, doch was wäre der Mensch ohne Hoffnung darauf, dass alles besser wird.
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