Halacha/Leserfrage/Thora

Leserfrage: „Land für Frieden“ – Ist das erlaubt?

B“H
Eine Blogleserin stellte mir zwei Fragen und eine davon will ich jetzt endlich einmal beantworten. Die zweite Antwort folgt noch. 🙂
Die Frage lautete:
Wie kann es sein, dass die SHASS – Partei oder andere Parteien zustimmen, wenn da israelisches Land an die Palästinenser abgetreten werden soll?
Zuerst einmal muss ich sagen, dass jegliche Landabtretung, sei es nun ¾ der Stadt Hebron oder das gesamte Gush Katif im Gazastreifen, keinerlei Frieden brachte. Eher war genau das Gegenteil der Fall. Einzig und allein Bethlehem und Jericho zählen als positive Ausnahmen.
Warum selbst religiöse Parteien einer Landabtretung einmal zustimmen und dann wieder nicht, hat sicherlich politische Gründe. Es geht dabei um Koalitionen und darum, dass der eigene Sessel Vorrang vor allem anderen hat. Menschen sind halt Menschen.
Einst stimmte Netanyahu auch der Aufgabe von Gush Katif zu und er selbst war Premierminister als fast die gesamte Stadt Hebron an die Palästinenser gegeben wurde. Das war, glaube ich, im Jahre 1996. Heute wird in Hebron nur noch ¼ von Juden bewohnt und das unter massiver Gefahr, von palästinensischen Scharfschützen abgeknallt zu werden.
Generell verbietet die Thora den Verkauf von israelischem Land an Nichtjuden. Auch die Vermietung von Wohnungen / Häusern an Nichtjuden ist nicht erlaubt.
Den entsprechenden Thoraabschnitt finden wir im Buch Deuteronomy / Sefer Devarim 7:2. Hier ist von den sieben Nationen (Kanaaniter, Jebusiten, etc.) die Rede und G – tt sagt, dass die Juden keinerlei Mitgefühl mit ihnen zeigen sollen.
MITGEFÜHL wird an dieser Stelle mit dem hebräischen Wort TCHANEM ausgedrückt.
LO TCHANEM = KEIN MITGEFÜHL zeigen, so heißt es in Deuteronomy 7:2
LO TCHANEM kann in dreierlei Hinsicht ausgelegt werden und eine Bedeutung ist: Den Völkern keinerlei Platz / Grundstück geben = Keinen Verkauf von israelischem Land an Nichtjuden.
Zahlreiche Rabbiner definieren diesen Thoraparagraphen. Unter anderem auch der Rambam (Maimonides) in seiner Mischna Thora / Hilchot Avodah Zarah, Kapitel 10. Hier zitiert der Rambam denselbigen Thoraabschnitt: 
„Gehe keinen Bund mit Nichtjuden ein.“ 
Da in diesem Zusammenhang lediglich die ehemaligen sieben Völker wie Jebusiten, etc. erwähnt sind, gibt es unterschiedliche rabbinische Ansichten. Manche Rabbiner meinen, dass damit lediglich eben jene sieben antiken Nationen gemeint sind und nicht alle Nichtjuden. Andere Rabbiner wiederum sehen dies als einen Hinweis auf alle Nichtjuden. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob andere Nationen Götzendiener sind und ob diejenigen, die keinen Götzendienst betreiben, auch unter die o.g. Thoraregelung fallen. 
Und um es noch komplizierter zu machen: Was passiert, wenn ein Schemittah – Jahr ansteht und manche Bauern das Land symbolisch an Nichtjuden verkaufen und ihre Ernten dennoch einfahren, um ihr Einkommen nicht zu verlieren? 
Ganz so einfach ist eine Landabtretung an Nichtjuden also nicht zu beantworten und es kommt sicherlich darauf an, welchem Rabbiner man folgt. Generell aber sollte israelischer Boden nicht an Nichtjuden verkauft noch vermietet werden. Klar wollen auch hier Vermieter richtig abzocken und verlangen von Nichtjuden teilweise höhere Miet – oder Kaufpreise. Religiöse Juden würden nicht unbedingt an Nichtjuden vermieten, wobei es auch Ausnahmen gibt. 
Ein weiterer Faktor in einem Miethaus, den ich selbst schon erlebt habe, ist, dass die Nachbarn keine Nichtjuden im Haus wollen. Als ich noch im nationalrelig. Stadtteil Kiryat Moshe wohnte, wollte die damalige Vermieterin nach unserem WG – Auszug die Wohnung an rumänische Gastarbeiter vermieten, doch die Nachbarn liefen Sturm dagegen. Am Ende wurde die Wohnung an ein israelisches Ehepaar verkauft. 
Einfach ausgedrückt, gibt es immer Leute die an Nichtjuden vermieten oder verkaufen. Ganz einfach aus Gier heraus oder weil es ihnen vollkommen egal ist, wer da wohnt. Genauso aber gibt es eine Menge Leute, die das prinzipiell nicht tun, wie meine Vermieterin, zum Beispiel. Und die ist nicht religiös. 
Israel trat Land an die Palästinenser ab, weil man von einem guten Willen ausging und doch auf Frieden hoffte. Stattdessen kam, bis auf wenige Ausnahmen, das Gegenteil zurück. 
Übrigens verkaufen auch Palästinenser Land an Juden. Erstere aber sind dann gezwungen unterzutauchen, denn sonst wird ihnen von den Landsleuten die Kehle durchgeschnitten. Dennoch gibt es solche Palästinenser.
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