Mitzwot/Purim

PURIM: „Matanot le’Evyonim – Geschenke an Arme“

B“H
In etwas mehr als einer Woche feiert die jüdische Welt PURIM. Viele mögen diesen Feiertag als jüdischen Karneval betrachten, an dem sich die Juden verkleiden und betrinken. So eine Art Kölner Karneval halt. Dabei hat Purim einen sehr ersten Hintergrund, denn vor mehreren Tausend Jahren als Tausende Juden in der babylonischen Diaspora lebten, wollte Haman, der Stellvertreter der mächtigen König Achshverosh alle Juden vernichten. Einen besonderen Grund hatte Haman nicht, sondern nur seinen allgemeinen Judenhass. Haman legte anhand von Losen (Purim) fest, an welchem Tag alle Juden getötet werden sollten. Der Plan ging schief und G – tt half den Juden zu überleben.
Was Juden an Purim feiern, ist der Sieg über alle Antisemiten und diejenigen, die das Judentum auslöschen wollen wie, u.a., auch jegliche christlichen Missionare. An Purim feiern die Juden ihr Judentum und ihre eigene Identität.
Der Feiertag beinhaltet mehrere Mitzwot (Gebote). Unter anderem auch das Beschenken der Armen und Bedürftigen. Bettlern drückt man vermehrt Geld in die Hand oder man gibt Geld bzw. Geschenkkörbe an Familien, die nicht so gut betucht sind. Der Grund dafür ist, dass an Purim alle ausreichend zu Essen haben sollen.
Die Mitzwah (das Gebot) lautet, an mindestens zwei Bedürftige MATANOT le’EVYONIM (Geschenke an Arme) zu geben. Wer Geld gibt, kann eine größere Summe an eine bedürftige Familie geben oder er gibt kleinere Summen oder Geschenkkörbe an mehrere Leute.
Auch Frauen erfüllen diese Mitzwah und nicht nur Männer. Die richtige Zeit dafür ist an Purim selbst und nicht schon ein paar Tage vorher. Allerdings sehe ich Leute, die jetzt schon Geschenke verteilen.
Eine andere Mitzwah, auf die ich im nächsten Artikel zu sprechen komme ist MISCHLOACH MANOT, das gegenseitige Beschenken an Purim. Meistens in Form von Geschenkkörben, die in Israel dieser Tage überall zu kaufen sind.
Wer als Nichtjude einen Geschenkkorb an Juden geben will, sollte sich vorher eingehend über das Koscherzertifikat des Geschenkkorbes informieren. Manchen Juden sind die Koscherregeln (Kaschrut) egal, doch darf man sich nie darauf verlassen. Es kann recht kompliziert werden, denn in Israel existieren zahlreiche unterschiedliche Koscherzertifikate. Wer aus Nummer sicher gehen will, der kaufe nur Geschenkkörbe mit dem Koscherzertifikat (Hechscher) „Badatz Edah HaCharedit“.
Allerdings kommt es darauf an, ob der Geschenkkorb an eine sephardische oder aschkenazische Person / Familie gehen soll, denn bei den Koscherzertifikaten bestehen in diesem Fall weitere Unterschiede.
Das Judentum kann sehr kompliziert sein! 🙂
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