Pirkei Avot

Pirkei Avot 1:14 „Wenn ich nicht für mich bin, wer wird für mich sein? – Im ejn ani li, mi li?

B“H
In den Sprüchen der Väter (Hebräisch: PIRKE’I AVOT) 1:14 finden wir ein sehr bekanntes Teaching:
„Er (Hillel) sagte: Wenn ich nicht für mich bin, wer wird für mich sein? Und wenn ich nicht für mich bin, was bin ich? Und wenn nicht jetzt, wann?“

הוא (הלל) אומר: אם אין אני לי, מי לי? וכשאני לעצמי, מה אני? ואם לא עכשו, אימתי

Auf deutschen Websites kursieren zu diesem Teaching die seltsamsten hausgemachten Interpretationen, doch da es sich bei den Pirke’i Avot um einen eigenen Talmudtraktat handelt, gehen wir in den Talmud und schauen, was uns die Aussage wirklich lehren will.
Generell geht es bei dem obigen Teaching um das spirituelle Wachstum des Menschen und nicht darum, dass jeder sich um sich selbst kümmert, um die meisten Vorteile für sich herauszuholen.
Wenn ich nicht für mich selbst bin: Wenn ich nicht meine Seele spirituell erhöhe, wer wird es dann für mich tun? Wer, wenn nicht ich allein? Wenn ich keine Thoragesetze (Mitzwot) erfülle, wer soll das sonst für mich tun?
Der Mensch sollte sich niemals mit seinem spirituellen Level zufriedengeben, sondern stets nach Höherem streben. Wir sind auf dieser Welt, um unsere individuelle Aufgabe zu erfüllen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht jetzt, kann es morgen zu spät sein, denn niemand weiß im Voraus, wann er stirbt.
Dies bedeutet nun nicht, dass jeder Jude absolut perfekt sein muss. Kein Mensch ist perfekt! Dennoch sollten wir eine Verbindung zu G – tt aufbauen und nicht einfach so vor uns hinleben. Wer oder was wäre ein Jude ohne Thora?
Wer sich lediglich auf materielle Dinge im Leben konzentriert, ist im Grunde genommen nicht mehr als Fleisch und Blut. Unsere Aufgabe aber ist das spirituelle Wachstum und dies erfolgt anhand der Thora.
Die meisten Menschen (mich eingeschlossen) nehmen das Leben oft als selbstverständlich. Man wurde halt so geboren und lebt sein Leben. Die Menschen machen, was sie wollen und wollen nicht, dass jemand in ihr Leben reinredet. Das Problem ist nur, dass wir alle irgendwan sterben und was nützen uns da Karriere, Geld, ein tolles Haus oder Auto? Dann ist es zu spät und wir merken, wie sehr wir unser Leben eigentlich mit irrelevanten Dingen und kurzweiligen Konsumbefriedigungen vergeudet haben.
Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s