Frauenangelegenheiten/Kinder/Mitzwot

Mitzwah, Mitzwah, Mitzwah

B“H
Zwei religiöse Frauen haben sich zu Beginn dieses Monats das Leben genommen, nachdem sie vorher ihre Kinder getötet hatten. In der deutschen Sprache nennt man das „Erweiterten Suizid“.
Der erste Fall geschah in meiner direkten Nachbarschaft: Am Nachmittag des 1. Januar brachte eine 36 – jährige Frau ihre vier kleinen Töchter um und erhängte sich danach auf dem Balkon. Zwei Tage später sprang in Akko (Nordisrael) eine Frau aus dem sechsten Stockwerk nachdem sie zuvor ihren 5 – jährigen Sohn erstochen hatte.
Die Mutter mit den vier Töchtern war vor dreizehn Jahren aus Paris nach Israel eingewandert. Es hieß, dass sie an einer schweren Depression nach Geburt des vierten Kindes litt und in psychiatrischer Behandlung war.
Israelische Medien berichteten zwei Tage lang ganz groß, ohne jedoch die Namen der Frauen zu nennen. Hätte ein Vater seine Kinder getötet, so wäre der volle Namen publiziert worden und das Thema täte uns immer noch beschäftigen. Da es aber Frauen waren, die eine erweiterten Suizid ausführten, blieb die Presse nach zwei Tagen stumm. Danach kam nichts mehr. Einige Leute behaupten, der Grund für das Schweigen sei, dass man Nachahmer verhindern wolle.
Wie gesagt, der erste Fall soll sich aufgrund einer schweren Depression ereignet haben. Beim zweiten Fall (in Akko) wird als Grund ARMUT angegeben. Die Frau habe betteln müssen und absolut kein Geld gehabt. Des Weiteren litt sie an einer geistigen Behinderung.
Der israelische Journalist Gil Ronen will die Vorfälle nicht einfach auf sich beruhen lassen und veröffentlichte die vollen Namen der Mütter, die er auf seiner Facebook Page „Mörderinnen“ nennt. Die Frau aus Akko erscheint sogar in einem Youtube Video als sie mit dem umstrittenen Rabbi Amnon Yitzchak spricht.
Gil Ronen veröffentlicht immer wieder die Namen der Frauen und versteht nicht, warum die Öffentlichkeit schweigt. Nur, weil es sich hier um Mütter handelt und nicht um böse Väter?
Tatsächlich finden sich auf Facebook diverse Meinungen anderer religiöser Frauen, die da sagen, dass die Mutter aus Jerusalem ausflippte, weil in ihrer Umwelt ein übertriebenes Mitzwah – Denken herrschte. Bei einer Mitzwah handelt es sich um ein Thoragesetz!
Es ist eine Mitzwah zu heiraten.
Es ist eine Mitzwah, Kinder zu haben. Mindestens einen Jungen und ein Mädchen.
Es ist eine Mitzwah zu beten.
Es ist eine Mitzwah für die Familie zu sorgen.
Es ist eine Mitzwah … Mitzwah … Mitzwah … Mitzwah.
Alles dreht sich nur um Mitzwot (Thoragesetze), aber der Mensch bleibt nicht selten auf der Strecke. Was, wenn eine Frau nicht ständig Kinder gebären will? Wenn ihr die schreienden Kinder zuviel werden? Der Haushalt und der Ehemann mit seinen Forderungen? Was, wenn die Frau plötzlich nicht die Supermutter ist, die sie eigentlich sein will?
Es gibt Zeiten, wenn eine Mitzwah keine Mitzwah mehr ist. G – tt gab uns all die Gesetze nicht, damit der Mensch sich selbst zerstört und manchmal ist es halt wichtiger, langsamer zu machen und sich um die Menschen zu kümmern.
Ich würde mir auch wünschen, dass das Thema „Kindesmisshandlung von Müttern“ diskutiert wird, aber die Gesellschaft schweigt, da man Kinder nicht verängstigen und Copycats verhindern will.
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Ein Kommentar zu “Mitzwah, Mitzwah, Mitzwah

  1. Solche Nachrichten sind immer sehr traurig. Wir können natürlich nicht urteilen wenn wir den genauen Sachverhalt nicht kennen. Prediger 7:7 sagt „Denn allein Bedrückung kann bewirken, daß ein Weiser unsinnig handelt,……“
    Es ist so wie du sagst“G – tt gab uns all die Gesetze nicht, damit der Mensch sich selbst zerstört und manchmal ist es halt wichtiger, langsamer zu machen und sich um die Menschen zu kümmern.“
    Das Gesetz sollte dem Menschen dienen und zu seinem Vorteil sein(Jeschajahu 48:17,18)

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