Thora Parasha/Vorvaeter

Zur Thoralesung (Parashat) VAYERA

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Der Mensch besteht Körper und Seele. In der Welt, in der wir leben, hat alles Materielle Vorrang. Sprich, der Körper kommt ganz auf seine Kosten, denn um ihn herum findet sich Essen, Trinken, Geld, Macht, Sex, Erfolg, etc. Und das will der Körper ganz klar haben. Ohne die Seele allerdings wäre der Körper nicht lebensfähig und kein Geld der Welt erhält einen menschlichen Körper ohne Seele am Leben.
Die Seele wiederum kommt direkt von G – tt, denn Er erschuf sie. Die Seele will, dass wir uns G – tt zuwenden. Unser Körper jedoch tut nicht selten das Gegenteil und wie oft geben wir all den materiellen Einflüssen nach? Wenn wir etwas Leckeres sehen, was wir eigentlich nicht unbedingt essen müssen, denn wir sind ja eh schon satt. All das Geld und die berufliche Karriere, auf die man sich konzentriert und alles andere vergisst. Das neue Auto, dass man unbedingt besitzen will oder die tolle Urlaubsreise.
Bei all den Angeboten verlieren wir leicht den Überblick über den wahren Sinn des Lebens. Alles Geld der Welt macht uns nicht glücklicher und zufriedener. Klar, Geld hilft und man macht sich weniger Sorgen, doch der Glückspegel steigt dadurch nicht sonderlich an. Es ist die Seele, die nach mehr verlangt und ohne Spiritualität nicht leben kann.
Was wir am Ende der letzten Thoralesung (Parasha) Lech Lecha sahen: Avraham und sein Neffe Lot gingen getrennte Wege. Während Avraham unbeirrbar seinen Weg ging, entschied sich Lot für die reiche Gegend von Sodom und Gomorrha. Lot blickte auf all das grüne fruchtbare Land und den Wohlstand der Leute. Ja, da wollte er hin, denn in Sodom und Gomorrha gab es nur wohlhabende Einwohner. Weniger Betuchte und Bettler wurden erst gar nicht in die Stadt gelassen.
Was wir daraus lernen?
Lot sah das Materielle, was ihn magisch anzog. Avraham wiederum entschied, seiner Seele und nicht dem Verlangen seines Körpers (nach Reichtum und Wohlstand) zu folgen. Für ihn stand der Wille G – ttes im Vordergrund und nicht das große Geld und andere Oberflächlichkeiten.
In der Parasha (Thoralesung) dieser Woche, die da VAYERA heißt, erfahren wir vom Untergang der Städte Sodom und Gomorrha, die da einst an der Stelle zu finden waren, wo heute das Tote Meer ist. Zu Zeiten Avrahams war das Land dort furchtbar, was aber mit der Zerstörung der Städte in das Gegenteil umschlug. G – tt hatte genug von den arroganten egoistischen Bewohnern, die andere Leute ohne viel Geld quälten und vergewaltigten. Die Bewohner von Sodom und Gomorrha kannten keine Moral, aber Lot war das egal, denn er sah nur den Wohlstand. Erst nach der Zerstörung der Städte entstand das Tote Meer.
Und jetzt dürfen wir uns fragen, wie oft wir materiellen Einflüssen folgen und uns die Leute drumherum nicht interessieren. Wir sagen uns dann: „Okay, der Typ da ist total mies, aber das ist mir egal, denn ich bin ja nicht so und außerdem verdiene ich eine Menge Geld.“
Wie schnell erliegen wir der Verlockung des Geldes, wenn es uns zuwinkt? Und wie sehr schauen wir nur auf Oberflächlichkeiten, die uns einen kurzen Moment des Glücks versprechen?“
Lot zahlte einen hohen Preis für seine Entscheidung, aber wie die Dinge im Leben so ihren Lauf nehmen … Ausgerechnet Lot wird zum Vorfahren des künftigen Meschiach. Ruth, die Moabiterin, sowie ihr Urgroßenkel König David, sie alle bilden die Familie des Meschiach.
Was uns die Thora immer wieder zeigt: Man muss nicht perfekt sein, sondern kann genauso gut ein paar Leichen im Keller haben, wie König David.
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