Islam/Judentum/Thora/Vorvaeter

Warum überlebte Ishmael als ihn seine Mutter aussetzte?

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Photo: Miriam Woelke
B“H
In der Thora – Lesung (Parasha) VAYEIRA 21:9 – 21 erfahren wir, dass Sarah die Zweitfrau ihres Gatten Avraham loswerden wollte: Hagar und deren Sohn Ishmael. Sarah sah, dass Ishmael ihren Sohn Yitzchak mobbte, wo es nur eben ging. Sie fürchtete Ishmaels schlechten Einfluss auf Yitzchak und verlangte von Avraham, Hagar samt Ishmael aus dem Haus zu werfen. Avraham weigerte sich, wurde jedoch von G – tt eines Besseren belehrt.
Avraham gab Hagar Brot und Wasser und schickte sie und Ishmael fort. Sobald die Lebensmittel aufgebraucht waren, setzte Hagar ihren Sohn unter einen Baum und sie selbst setzte sich mehrere Meter von ihm entfernt. Sie begann zu weinen, G – tt hörte das Weinen des Kindes (Ishmael) und sandte ihr einen Engel.
Die Thora sagt nicht, dass G – tt das Weinen Hagars hörte, sondern das Weinen des Kindes.
Er bzw. der Engel fragte Hagar, was das Problem sei und dass sie sich nicht fürchten solle, denn Er (G – tt) habe das Weinen Ishmaels gehört. G – tt ließ Hagar einen Wasserbrunnen sehen, welcher ihr vorher gar nicht aufgefallen war. Sofort hatten Mutter und Sohn genug zu trinken.
Was wir aus diesem Thora – Passuk (Vers) lernen?
1. Dass Hagar ihren kleinen Sohn einfach sich selbst überließ und ihn einfach aussetzte, ohne sich zu kümmern.
2. Dass man selbst in hoffnungslosen Situationen die Augen aufmachen muss, um eine Lösung zu finden. Manchmal ist die Lösung zu einem Problem ganz nahe, doch vor lauter Sorge sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Jetzt aber zu unserer eigentlichen Frage:
Warum rettete G – tt hier den Ishmael? Einen Nachkommen Avrahams, dessen Nachkommen einmal die Juden umbringen und vernichten wollen? Wieso gab G – tt dem kleinen Ishmael Wasser und ließ ihn nicht verdursten? Würde die Welt heute ohne den Islam nicht wesentlich besser aussehen?
Im Vers 21:17 heißt es im hebräischen Originaltext:
G – tt hörte das Weinen des Jungen und ein Engel rief Hagar vom Himmel und sagte: „Was ist los, Hagar? Fürchte dich nicht, denn G – tt hörte das Weinen des Jungen in seinem jetzigen Zustand.“

In seinem jetzigen Zustand = הנער באשר הוא שם

Warum heißt es hier: IN SEINEM JETZIGEN ZUSTAND?
Im Talmud Traktat Rosh Hashana steht, dass die Engel G – tt anflehten, Ishmael nicht zu retten, da seine Nachkommen Juden umbringen werden. G – tt aber antwortete, dass Er den Ishmael jetzt in dieser Situation richtete.
Ishmael war ein Jugendlicher, aber war er ein Mörder? Brachte er Juden um? Nein. Ishmael hatte zu dem Zeitpunkt keine schwere Schuld auf sich geladen und G – tt richtete ihn zu diesem Zeitpunkt. Deswegen half G – tt Ishmael.
Genau das tut G – tt an Rosh Hashana und dem in der kommenden Woche anstehenden Yom Kippur. G – tt richtet uns zu diesem bestimmten Zeitpunkt an Rosh Hashana und Yom Kippur. Und wenn Juden am Yom Kippur ihre Vergehen bereuen und Besserung geloben, dann werden sie genau zu dieser Zeit gerichtet.
Klar, wissen wir, dass uns nicht gerade die Super – Besserung gelingen wird. Klar, werden wir wieder sündigen und und und. G – tt weiß das genauso. Er aber richtet uns zu einem Zeitpunkt am Yom Kippur, an welchem wir Reue zeigen und Besserung geloben. In dem Moment sind wir von unserem eigenen Willen und Gelingen ernsthaft und aufrichtig überzeugt. G – tt richtet uns nach dem, was wir am Yom Kippur tun und nicht nach dem, was danach kommt. Genau wie Er einst den Ishmael in einer bestimmten Situation richtete und nicht nach dem, was in der Zukunft passieren wird.
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