Rosh Hashana

Rosh Hashana in Jerusalem

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Am kommenden Sonntagabend beginnt das zweitägige Neujahrsfest Rosh Hashana. Von Sonntagabend bis Dienstagabend fahren keinerlei Busse und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Wer in Jerusalem einkaufen will, der kann dies im christlichen, armenischen oder muslimischen Altstadtviertel tun. In der Neustadt gibt es diverse 24 – Stunden – Shops, die durchgehend geöffnet haben, aber unverschämt teuer sind. Alle anderen Geschäfte bleiben über die Feiertage geschlossen.
Rosh Hashana ist ein ernster Feiertag, denn G – tt richtet den gesamten Erdball. Jeden einzelnen Menschen, jedes Tier, jede Pflanze und was auch immer. Die wenigsten Nichtjuden wissen, dass auch sie an Rosh Hashana auf ein weiteres Jahr gerichtet werden.
Wie wird das neue Jahr (5777 gemäß dem jüdischen Kalender) sein? Wie wird unser Leben im neuen Jahr aussehen? Werden wir krank oder gesund? Haben wir genug Geld zum Leben? Heiraten, Scheidung, neue Beziehung, und alles andere. Das wird sich Anfang nächster Woche entscheiden. Genauso wie Naturkatastrophen. Ob es sie gibt oder nicht. Ob es Kriege geben wird. Einfach alles wird auf ein weiteres Jahr entschieden.
Juden verbringen an Rosh Hashana viele viele Stunden in den Synagogen. Morgens wird das Schofar (Widderhorn) geblasen. Zu all diesen Themen werde ich noch separate Artikel in den Blog stellen!
Das Schofar (Widderhorn) zu hören, ist die große Mitzwah (ein Gebot) an Rosh Hashana. Es soll die Juden aufrütteln und sie zur Teschuva (Umkehr zu G – tt) verleiten. Im nächsten Jahr solle jeder versuchen, sich G – tt und der Thora zu nähern. Nichtjuden hingegen sind angehalten, nach den Sieben Noachidischen Gesetze zu leben.
Nach dem sehr langen Synagogeng – ttesdienst (7.00 Uhr früh bis teilweise 13.30 Uhr) wird gut gegessen. Betrunken, wie zu Sylvester, wird sich nicht. Beim jüdischen Neujahr geht es um ernsthafte Inhalte und nicht eben mal so um einen weiteren Jahreswechsel und Halligalli. 🙂
An beiden Tagen von Rosh Hashana wird das Schofar beim Morgengebet Schacharit geblasen. Jeweils am Abend findet eine Seder statt. Ähnlich wie an Pessach (Passover), doch diesmal mit Früchten und einem Fisch – bzw. Schafskopf. Letzteres essen die Wenigsten. 🙂
Weder in Deutschland noch in Israel noch anderswo kann man an Rosh Hashana so einfach in die Synagoge spazieren. Schon Wochen vorher werden für die Feiertage Eintrittskarten verkauft, denn der Andrang bei den jüdischen Gemeinden ist riesig. Man will sichergehen, dass jeder einen Platz bekommt und die Karten sind nicht gerade billig.
In Jerusalem gibt es einige Synagogen, in die man ohne Eintrittskarte kommt, doch muss man sich auf ein stundenlanges Stehen vorbereiten. Die Große Synagoge in der King George verkaufte im Vorfeld Eintrittskarten und bei den chassidischen Gruppen ist es alles gerammelt voll und Nichtmitglieder haben kaum eine Chance. Bei Chabad ist jeder Jude willkommen, doch herrscht auch dort Gedränge. Wer will, der kann an die Klagemauer (Kotel) gehen und den verschiedenen Minyanim dort lauschen. Eine Minyan besteht aus zehn jüdischen Männern und vor der Klagemauer gibt es unendlich viele unterschiedliche Minyanim, die sich zusammentun.
Am ersten Abend von Rosh Hashana (Sonntagabend) wird der Tourist an der Klagemauer (Kotel) nicht viel sehen, denn die Leute beten in den Synagogen und gehen dann heim zum Essen. Deswegen lohnt sich der Gang zur Kotel erst am Montagmorgen. Wobei die meisten Juden auch dann in ihren eigenen Synagogengemeinden beten.
Am Rosh Hashana selbst sollte man nicht tagsüber schlafen. Sich, z.B., nach dem Mittagessen aufs Ohr hauen oder so. Am zweiten Tag geht da eher, doch generell sollte man tagsüber an den beiden Feiertagen nicht unbedingt schlafen. Immerhin richtet G – tt die Welt und was macht das für einen Eindruck, wenn man selber daliegt und pennt. 🙂
Und noch kurz zum Feiertagswetter in Jerusalem:
31 Grad Celsius erwarten uns. Abends wird es kühl, aber tagsüber herrscht Hitzewelle.
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