Gebete/Tefillin (Gebetsriemen)

Was, wenn G – tt nicht auf meine Gebete antwortet?

B“H
Im Internet beschweren sich unzählige Leute sämtlicher Religionen, dass G – tt ihre Gebete offenbar nicht erhöre. Sie beten für etwas, heißt, sie stellen eine Bitte an G – tt und diese sehen sie nicht erfüllt.
Irgendwie klingen die Beschwerden der Leute nach: Gib mir, gib mir, gib mir, und wenn Du (G – tt) das nicht erfüllst, dann kannst Du mich mal! Das Beten gleicht einer Forderung. Ich will was und G – tt soll gefälligst machen. Und zwar schnell.
Der Talmud lehrt, dass viele viele Jahren vergehen können, ehe G – tt unseren Wunsch eventuell erfüllt. Die Frage aber ist doch: Beten wir nur, wenn wir etwas von G – tt wollen? Die ursprüngliche Bedeutung des Gebet ist, eine Verbindung zu G – tt aufzubauen und Ihn nicht ständig um irgendetwas zu bitten. Um einen Lotteriegewinn, den tollsten Ehepartner, Erfolg und Gesundheit im Leben.
Im Judentum sagen wir diese Dinge in unseren täglichen Gebeten. Allerdings stellen wir unsere Bitten darin nicht für uns allein, sondern für das gesamte jüdische Volk. Es geht nicht um ein ICH, ICH, ICH.
Wer einen Job sucht, mehr Geld braucht oder gesund werden will, der sollte zuerst für seine Mitmenschen beten. Zum Beispiel, dass G – tt allen Menschen einen Job geben sollte, anhand dessen alle genug verdienen und damit glücklich sind. Vielleicht sollte man für die Genesung aller Menschen in den Krankenhäusern beten und nicht nur für sich selbst. Darüber hinaus ist es wichtig, mit einer gewissen Intention zu beten. Im Hebräischen nennen wir dies KAVANAH. Das bedeutet, dass man sich nicht eben mal so hinstellt und ein Gebet herunterrasselt und Forderung A und B stellt.
Ein Betender sollte jeden Tag anders beten und dabei versuchen, G – tt näherzukommen. Es versteht sich von, dass jeder Mensch nicht jeden Tag gleich gut oder schlecht drauf ist. Stimmungsschwankungen sind völlig normal, doch sollte man niemals in mieser oder überschwenglicher Laune beten. Der Ba’al Shem Tov sagte einmal, dass derjenige, der heute genauso wie gestern betet, heute noch nicht gebetet hat. Heißt, dass man nicht so einfach alles herunterrasselt, sondern sich tagtäglich um ein innigeres Gebet bemüht. Manchmal gelingt dies und an manchen Tagen halt wieder nicht.
„In einem Königspalast befinden sich Hunderte von Räumen und an jeder Tür ist ein anderes Schloß angebracht, welches jeweils nur mit einem dafür vorgesehenen Spezialschlüssel geöffnet werden kann. Aber für sämtliche Türen gibt es einen Generalschlüssel, der alles öffnet und das ist das gebrochene Herz. Wer vor G – tt mit einem ernsthaft gebrochenen Herzen im Gebet auftritt, hat die Kraft, alle Türen aufzumachen, durch alle Tore zu gehen und bis in den himmlischen Palast vorzudringen.“
Vom BAAL SHEM TOV
Nehmen wir jetzt einmal an, dass G – tt einem Betenden die Wünsche erfüllt. Was dann? Erinnert sich der Betende, wenn er alles hat, noch an G – tt und bedankt sich in einem Gebet? In den meisten Fällen wohl nicht. Man betet, bekommt etwas und dann „Adios G – tt!“ Bis zum nächsten Mal, wenn man erneut etwas braucht und sich plötzlich an G – tt erinnert und wieder betet.
Warum erfüllt G – tt nicht die Wünsche aller zu Ihm betenden Menschen?
Es war G – tt, der das gesamte Universum und jegliche Existenz erschuf. Und dies tat Er aus einem Grund heraus. Jeder von uns wird geboren und hat seinen individuellen Part in dieser Welt. Wenn wir für einen Sechser im Lotto oder den bestbezahlten Job beten, so muss dies nicht zwangsläufig bedeuten, dass diese Dinge mit unserem Part auf dieser Welt konform gehen. G – ttes Plan ist es nicht, dass alle Menschen reich werden oder sich allerbester Gesundheit erfreuen. Es gibt auf dieser Welt viel Elend und wir alle haben unsere Problemchen. Allein das ist G – ttes Wille. Aus welchen Gründen auch immer. Es ist Er, der bestimmt und wenn Er für mich in diesem Leben keinen Lottogewinn vorgesehen hat, dann kann ich beten, solange ich will.
Es ist wichtig, dass zu akzeptieren, was wir haben. Nicht immer gehört ein Sechser im Lotto zur Zufriedenheit im Leben.
Links:
Warum Juden beim Beten nicht die Hände falten
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Engel verstehen kein Aramäisch
Warum zählen Frauen nicht zu einer Minyan?
Das Tor der Tränen
Die Maske G – ttes
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