Malbim/Mishle'i (Spruech des Salomon)/Rabbi Samson Raphael Hirsch/Uncategorized

Mishle’i (Die Sprüche Salomons) 10:15 – „Was es bedeutet, reich zu sein“

B“H
Sobald wir das Wort REICH hören, denken wir automatisch an viel Geld. Cash im Überfluss, ein riesiges Haus und ein tolles Auto. Kein Zweifel, REICH steht für GELD.
In den Sprüchen des König Salomon (Hebräisch: Mishle’i) 10:15 lesen wir:

Der Reichtum eines Menschen ist wie eine gut befestigte Stadt; der Ruin der Armen ist deren Armut.

Wenn wir ehrlich sind, klingt das nicht gerade ermutigend. Der Wohlhabende scheint hier positiver dargestellt zu werden als der Bedürftige.
Kommt der berühmte Malbim und verfasste folgenden Kommentar:
Reichtum dient als Schutz gegen alle möglichen Gefahren von außen. Wenn jemand seinen Reichtum verliert, so wird, metaphorisch gesprochen, seine Burg vom Feind eingenommen und derjenige ist plötzlich sämtlichen Gefahren ausgesetzt. Seinen Schutz hat er verloren. Symbolisch gesprochen steht in Mishle’i 10:15 der Reichtum für die inneren Werte des Menschen. Für die Weisheit, zum Beispiel. Diese inneren Werte beschützen den Menschen vor allem möglichen spirituellen Gefahren. König Salomon spricht in diesem Vers nicht von Geld, sondern von eben jenen inneren Werten wie Moral und Spiritualität.

 

Rabbi Samson Raphael Hirsch kommentiert:
Unsere Gesellschaft unterteilt sich in zweierlei Kategorien: In die der Reichen und in die der Armen. Und trotzdem folgen beide Kategorien immer wieder demselben Missverständnis: Sie überschätzen die Bedeutung von Geld und Besitz. Gleichzeitig vergessen sie, dass die inneren Werte eines Menschen viel wichtiger sind als alles Geld der Welt.
Ein Wohlhabender betrachtet sich selbst als mächtig und stark und der Arme stimmt dieser Ansicht auch noch zu, denn er sieht sich selbst als unbedeutend und folgt den Anordnungen des Reichen.
Allzu häufig vergisst der Mensch, dass Gold, Silber und Aktienkurse nicht alles sind im Leben. All der angehäufte Reichtum kann sich sehr schnell in Luft auflösen.
Ein Mensch mit viel Geld sieht sich als Erfolgsmenschen und kann arrogant werden. Ein weniger betuchter Mensch kann, wenn er immer nur auf die Reichen schaut, seine Würde sowie den Respekt vor sich selbst verlieren. Dabei kann ein ganz normaler Mensch wesentlich reicher sein als Bill Gates. Zumindest in moralischer oder spiritueller Hinsicht.
Ich denke, dass König Salomon (Shlomo HaMelech) mit seiner Aussage absolut Recht hat. Ein Mensch, der seine inneren Werte als Reichtum betrachtet, gleicht einer gut befestigten Stadt. Eine sichere Festung.
Derjenige, der lediglich auf materielle Besitztümer schielt, ist, im Grunde genommen, arm dran. Daher sollten wir mehr auf den Menschen als auf dessen Bankkonto schauen. Klar, ist das nicht immer leicht, aber auf diese Weise erhält der Arme seine Würde zurück. Der Reiche dagegen sollte sich klarmachen, dass Geld und Erfolg nicht alles sind im Leben.
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