Buch Ruth - Megillath Ruth/Giur (Konversion)

Die Bescheidenheit der Ruth

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Photo: Miriam Woelke

B“H
In Israel ging der hohe jüdische Feiertag SCHAVUOT gestern Abend zuende. Diaspora – Juden hingegen feiern noch bis heute (Montag) Abend.
Bei mir und allen anderen ist heute wieder Alltag und somit Arbeit angesagt. Die Megillath Ruth (das Buch Ruth) lese ich immer noch, denn ich besitze mehrere Kommentare dazu. Traditionell wird Ruth an Schavuot in den Synagogen gelesen. Einer der Gründe ist, dass Ruths Urenkel König David an Schavuot verstarb. Als zweiter Grund werden diverse Getreideernten angegeben, welche auch im Buch Ruth eine Rolle spielen.
Die Moabiterin Ruth wird als der Prototyp eines Konvertiten zum Judentum dargestellt. Als sie mit ihrer Schwiegermutter Naomi nach Bethlehem (Beit Lechem) ging, war sie, laut Midrasch, bereits Vierzig Jahre alt. Ruth galt als Tochter des Moabiter – König Eglon und war mit Naomis Sohn Machlon verheiratet gewesen. Nun kam sie als Witwe nach Bethlehem, wo sie als Moabiter „Feindin“ von den Leuten schief angeschaut wurde. Nur Boaz, ein Neffe des Elimelech (Ehegatte der Naomi) war an ihr und ihrem Wohlergehen interessiert. Zu der Zeit soll Boaz bereits Achtzig Jahre alt gewesen sein. Wer in der Romanze zwischen Ruth und Boaz eine tolle Love Story zweier junger Leute wittert, liegt also falsch. 🙂
Unterschiedliche rabbinische Quellen geben zweierlei Daten, wann genau Ruth zum Judentum konvertiert ist. Entweder bei der Hochzeit mit Machlon oder als sie sich mit Naomi auf dem Weg nach Bethlehem befand und partout nicht nach Moav umkehren wollte. Ganz im Gegensatz zu ihrer Schwester Orpah.
Was genau in Bethlehem auf Ruth wartete, wusste sie nicht. Sie war eine Fremde und als Moabiterin erst recht. Heutzutage wird allzu leicht alles mit Ruth gerechtfertigt. Man sei zum Judentum konvertiert und werde letztendlich von vielen Israelis wenig akzeptiert. Geschweige denn vom Oberrabbinat oder sonstigen Behörden. Dabei wird übersehen, dass Ruth die Konvertitin par excellence war und sich mit den bescheidensten Mitteln zufrieden gab. Sie stellte keinerlei Ansprüche oder keifte durch die Gegend. Allein durch ihre ruhige Art verschaffte sie sich das Ansehen der Mitmenschen. Am Ende auch dadurch, dass sie den reichen Boaz beerbte, doch Geld allein kauft einem keine Akzeptanz.
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