Buch Ruth - Megillath Ruth

Unsere Realität und das Buch Ruth (Megillath Ruth)

B“H
Man stelle sich einmal Folgendes vor:
Eine Familie verlässt ihr Heimatland, weil dort weder Arbeit noch Brot zu finden ist. Man zieht ins benachbarte Ausland, denn dort gibt es gute Jobs und ein hohes Einkommen mit dazu. Eigentlich will man zurück in die Heimat, aber schnell lebt man sich im dem anderen Land ein und baut sich etwas auf. Die Kinder heiraten Einheimische und alles scheint perfekt. Doch dann sterben urplötzlich die Kinder und hinterlassen ihre Ehepartner. Dazu stirbt auch noch das Oberhaupt der Familie, der Vater. Und was tun die Witwe und die ebenso verwitweten Schwiegertöchter? Sie entscheiden sich in das Heimatland der einstigen Auswandererfamilie zurückzukehren.
Unterwegs verliert eine der Schwiegertöchter die Lust in ein fremdes Land zu ziehen und entscheidet sich, doch nicht zu gehen. Wie einst die Orpah, die später eine Vorfahrin des Goliath werden sollte. Ruth hingegen wurde die Urgroßmutter des König David. Und ausgerechnet er kämpfte gegen Goliath.
Was wir im Buch Ruth an Schavuot (dem Wochenfest) in den Synagogen lesen, könnte genauso gut in unserer Zeit geschehen. Nicht, dass man unbedingt die Vorfahrin des Meschiachs wird, doch die Story macht Sinn und ist zeitlos.
Ruth und Naomi kommen nach Bethlehem und leben dort erst einmal am Rande des Existenzminimums. Naomi wird von Schuldgefühlen geplagt, denn sie ließ es zu, dass Gatte Elimelech einst Israel verließ, um sich im benachbarten Moav niederzulassen. In Israel herrschte eine Hungersnot und Elimelech, dem viele Leute in Bethlehem vertrauten und der eine Art Vaterfigur war, machte sich bei der kleinsten Not einfach vom Acker. Naomi wusste, dass Elimelechs Ableben sowie das ihrer Söhne Machlon und Chilion eine Strafe G – ttes sein musste. Wäre all das nicht passiert, wenn sie Elimelech überredet hätte, nicht nach Moav zu ziehen?
Und Ruth? Sie wurde erst recht schief angeschaut, denn sie war eine Moabiterin. Eine Feindin, sozusagen. Wer würde sich denn mit so einer Frau einlassen, wenn man auf die Geschichte der Moabiter schaut. MO AV – Von meinem Vater. So nannte eine der Töchter Lots ihr Kind. Inzucht war das schon damals, wenn es auch heißt, dass die Töchter annahmen, sie seien allein mit ihrem Vater auf der Welt. Dass die Menschheit bei der Zerstörung von Sodom und Gomorrha umgekommen war.
Die Thora lehrt, dass ein Moabiter nicht in das Volk Israel einheiraten darf. Hiermit sind jedoch nur die männlichen Moabiter gemeint und keinesfalls die weiblichen. Demnach hatte Ruth rechtmäßig einen der Söhne Naomis geheiratet.
Obwohl die Leute von Bethlehem auf Ruth herabsahen, sie ließ sich nichts anmerken und kam am Ende als Siegerin hervor. Trotzdem,ihren Ruf als Moabiterin wurde sie niemals los.
Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s