Kaschrut/Leserfrage/Pessach

Leserfrage: „Gab es am letzten Schabbat noch Mazzot?“

B“H
Ein Leser meines englischen Blogs sandte mit folgende Frage zu:
I have this question for you in Israel:
As Pesach ends tomorrow (Friday night), then one won’t have the chance to bake anything chametz for Shabat. So, do you still use matzot for kidush/hamotzi through Shabat ?
Can one receive bread from a non-Jew ?
Der Inhalt dieser Frage bezieht sich auf die vergangene Woche. In Israel endete das siebentägige Pessach mit dem Einbruch des Schabbat am Freitagabend. Die in der Diaspora lebenden Juden feierten noch bis zum Samstagabend Pessach.
Antwort:
Die Frage ist absolut berechtigt und es gab am vergangenen Freitagabend bzw. am Schabbat definitiv ein kleines Challah (Schabbatbrot) Problem.Ich nehme an, dass die meisten israelischen Juden am letzten Schabbat immer noch Mazzot aßen, denn frischgebackene Challot gab es ja noch nicht. Es sei denn, man benutzte eine alte Challah oder Semmeln. Wenn man denn sein Chametz (verbotete Getreideprodukte an Pessach) verkauft hatte. Aber wer will schon alte Challot, ohne die Gelegenheit zu haben, diese aufzuwärmen. Am Schabbat geht das ja bekanntlicherweise nicht. 🙂
Nichtsdestotrotz war es am Freitag (dem Feiertag bzw. siebten Tag von Pessach) erlaubt, zu kochen. Demnach konnten wir für den Schabbat Essen vorbereiten. Erlaubt deswegen, weil vor Einbruch des Feiertages ein „Eruv Tavshilin“ gemacht werden konnte. Hierzu wird ein spezieller Segen gesagt.
An diversen jüdischen Feiertagen (wenn diese nicht gerade auf einen Schabbat fallen) ist das Kochen erlaubt. Allerdings wird der Herd (in diesem Falle ein Gasherd oder Kocher) nur mit einer bereits bestehenden Flamme angezündet. Sprich, mit Hilfe einer 48 – Stunden – Kerze, zum Beispiel.
Das Erste, was Israelis nach dem Pessach – Ausklang tun ist, sämtliche Bäckereien nach frischem Brot abzuklappern. Am nächsten Morgen dann, nachdem die Bäckereien Nachtschicht eingelegt haben, sind Brot und Kuchen fast sofort ausverkauft. Als ich gestern gegen 9.00 Uhr morgens in der Bäckerei Teller in der Agrippas Street war, waren nur noch wenige Brote übrig.
Brot von Nichtjuden? Ich glaube kaum, dass religiöse Juden Brot von Nichtjuden kaufen. Und wer kann, verkauft vor Pessach sein Chametz. Ein symbolischer Akt, an dem auch ich teilnahm.
Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s