Pessach

Pessach (Passover) naht

B“H
Kaum ist Purim vorbei, denken alle nur noch an Pessach. In erster Linie an den Pessach – Putz, denn die Wohnung muss kascher le’Pessach (Kosher for Passover) gewienert werden. Schränke ausräumen und auswischen. Dasselbe Schicksal ereilt den Kühlschrank. Ofen abrücken, wischen und innen drin alles auswischen. Bei Chabad (Lubawitsch) wird sogar der Fussboden auseinandergenommen bzw. die Rillen in den Fliesen steril gewischt.
Jegliches Chametz (Getreideprodukte) wird aussortiert und gesondert gelagert. Ich stopfe Nudeln, Reis und alles, was nicht „Kasher le’Pessach“ auf der Verpackung trägt, in eine extra Schublade, die ich an Pessach geschlossen halte. Viele Juden legen den Küchenschrank mit Alufolie aus. Ich tue das nicht, doch wird meine Küchenanrichte mit Alufolie versehen.
Supermärkte führen momentan Hunderte Putzmittel im Sortiment, denn alles schrubbt und putzt. Ich muss zugeben, noch nicht einmal angefangen zu haben. Ich hatte noch keine Zeit und auch in dieser Woche kommt es bei mir eher spärlich zum Pessach – Putz, denn ich habe eine stressige Arbeitswoche. Dazu muss ich an diesem Freitag bis Mittag arbeiten und komme erst am Nachmittag heim. Einkaufen werde ich unterwegs auf dem Machane Yehudah Markt.
Und wie in jedem Jahr wird Pessach teuer. Es kostet eine Menge Geld, denn am Sederabend (der erste Abend an Pessach) sollte festliches Essen aufgetischt werden. Wein, Mazzot (ungesäuertes Brot), Fleisch, und das ganze Drumherum, was man für die Seder halt so braucht. Da Tausende israelische Familien sich das nicht leisten können, werden vielerorts Essenspakete ausgegeben. Besonders jüdisch – religiöse Institutionen sind an der Ausgabe dieser Pakete beteiligt. Kein Jude soll am ersten Abend von Pessach ohne Essen und Wein dasitzen.
Eine gewaltige Hilfsmaschinerie kommt jedesmal vor Pessach in Gang. Nicht nur dann, sondern vor allen jüdischen Feiertagen, doch Pessach wird von vielen Juden sehr ernst genommen. Niemand will am Sederabend allein daheim sitzen, denn es ist DER Familienfeiertag schlechthin.
Nach dem Reinfall bei Chabad im vergangenen Jahr, werde ich in diesem Jahr, wie sonst auch immer, die Seder zusammen mit Freunden feiern. Wir wechseln uns jedesmal ab. Bedeutet, in jedem Jahr richtet ein anderer von uns die Seder bei sich daheim aus. Wir alle legen eine gewisses Sümmchen zusammen und davon wird ordentlich eingekauft.
Der Sederabend fällt in diesem Jahr auf den 22. April, einen Freitagabend. Ich nehme einmal ganz stark an, dass ich an den Zwischenfeiertagen arbeiten muss. Zwar nur halbtags, aber immerhin. Schon jetzt bereitet sich die Stadt Jerusalem an den Massenansturm jüdischer Besucher aus dem In – und Ausland vor. Es wird ausnahmsweise mal richtig geputzt und Büsche und Bäume werden geschnitten.
Zwar will ich an den Zwischenfeiertagen auch Einiges unternehmen, wegfahren tue ich jedoch nicht. Dazu ist mir alles viel zu überlaufen und die Busse zu voll. Gerade an Pessach bleibe ich lieber daheim und koche mir selber etwas, anstatt irgendwo teuer Essen zu gehen.
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