Welterschaffung

Die tägliche Welterschaffung (Ma’aseh Bereschit)

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Viele Rabbis (u.a. Rabbi Chaim von Volozhin) lehren, dass G – tt jeden Tag Seine Welt wieder neu erschafft. An jedem Morgen, wenn wir die Sonne aufgehen sehen und ein neuer Tag beginnt, ist dies eine weitere Welterschaffung (Ma’aseh Bereschit).
Als G – tt das Universum und jegliche Existenz zum ersten Mal erschuf, tat Er dies aus dem Nichts heraus. Er benötigte kein Material zur Erschaffung, sondern Er tat dies anhand Seiner Gedanken.
Ich glaube, es war der griechische Philosoph Plato, der meinte, dass vor der Welterschaffung bereits Materie existierte und aus dieser die Welt erschaffen wurde. Dem Judentum ist dieser Gedanke fremd, denn G – tt erschuf alles aus dem absoluten Nichts heraus. Vor der Welterschaffung existierte nur G – tt allein und keinerlei Materie.
Die tagtägliche Welterschaffung, die wir jeden Morgen sehen, ist nicht jene, von der wir in der Thora lesen. Was G – tt täglich tut ist die bereits bestehende Welt neu zu erschaffen.
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2 Kommentare zu “Die tägliche Welterschaffung (Ma’aseh Bereschit)

  1. Hallo Miriam,
    ich erlaube mir mal eine kleine Anmerkung.

    Die moderne Wissenschaft bestätigt wunderschön unseren Glauben über die Erschaffung der Welt.
    Ihr sagt G-tt erschuf die Welt aus seinem Gedanken. Wir, die Katholiken bezeichnen dies als seinen Geist. Für mich ein anderes Wort, derselbe Inhalt.

    Die Wissenschaft sagt, vor dem Urknall (also der Erschaffung der Welt) gab es Energie. Im Urknall wurde daraus Materie.

    Mir ist es egal, wie es genannt wird: Energie, Gedanke, Geist. Am Anfang stand Gott. Für meinen Glauben brauche ich keinen „Beweis“ durch die Wissenschaft. Es ist aber ein gutes Gefühl, zu wissen, dass mein Glaube aus der Sicht der Wissenschaft nicht unvernünftig ist.

    Deine religiösen Ausführungen lese ich sonst als kath. Christ schweigend, weil ich zu wenig weiß um mitsprechen zu können.
    Es freut mich immer wieder durch Dich zu erfahren wie viel Judentum in meinem katholischen Glauben steckt.

    Herzlich, Paul

  2. B“H

    Hallo Paul,

    die Frage ist doch, was war vor dem Energie, die es vor dem Urknall gegeben haben soll? Wo kam sie her, wenn es doch nichts gab?

    Meiner Meinung nach ist da kein Widerspruch, denn G – tt existierte vor der Energie und dem Urknall. Allein kann sich selbst die Energie nicht erschaffen haben.

    Vor ein paar Tagen brachte DIE WELT einen Artikel darueber, dass Historiker herausgefunden haben, dass Jerusalem bereits vor Tausenden von Jahren besiedelt war. Das stimmt, aber so neu ist das nun auch wieder nicht.

    Jedenfalls versuchte DIE WELT all jenen, die daran glauben, dass die Welt vor 6000 Jahren erschaffen wurde, einen Strick zu drehen. Das koenne dann ja wohl nicht angehen, denn was ist mit den Tausenden Jahren Jerusalem?

    Woher die 6000 Jahre? Nach dem juedischen Kalender befinden wir uns augenblicklich im Jahre 5776. Demnach duerfte die Welt noch nicht einmal 6000 Jahre alt sein.

    Die Antwortet darauf lautet, und das habe ich in einem aelteren Artikel bereits beschrieben, dass kurz nach der Welterschaffung noch gar kein Tag mit 24 Stunden existiert. Deswegen gehen viele Juden davon aus, dass, wenn die Thora EIN TAG schreibt, dieser nicht 24 Stunden hatte, sondern Millionen von Jahren gedauert haben kann.

    http://hamantaschen.blogspot.co.il/2008/08/zurck-zum-ursprung-das-alter-des.html

    http://hamantaschen.blogspot.co.il/2008/08/zurck-zum-ursprung-das-alter-des_18.html

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