Kabbalah/Rabbi Aryeh Kaplan/Rabbi Yitzchak Luria/Sefer Bahir - Buch Bahir/Welterschaffung

Ein paar Worte zum BUCH BAHIR – Sefer HaBahir

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Das berühmte kabbalistische Buch BAHIR – SEFER HA’BAHIR wurde zum ersten Mal im Jahre 1176 in der Provence veröffentlicht. Die Mehrheit aller Kabbalisten betrachtet den talmudischen Rabbi Nechunia ben HaKana als den eigentlichen Autor. Rabbi Nechunia lebte im ersten Jahrhundert und war ein Schüler des Rabbi Yochanan ben Zakkai.
Im frühen Mittelalter wurden Schriften noch nicht gedruckt und somit wurde der BAHIR als handschriftliches Manuskript verbreitet. Und dies auch nur in sehr kleinen kabbalistischen bzw. rabbinischen Kreisen.
Rabbi Aryeh Kaplan schreibt in seiner englischen Übersetzung des BAHIR, dass die Schrift bis zum Erscheinen des kabbalistischen Buches ZOHAR im Jahre 1290 die wichtigste Quelle der Kabbalah darstellte. Rabbi Moshe de Leon veröffentlichte den ZOHAR, doch ist umstritten, ob er das Buch selbst verfasste oder, wie die meisten Rabbiner sagen, der eigentliche Autor Rabbi Schimon bar Yochai war. Auf alle Fälle aber war Rabbi Schimon mit den Lehren des Rabbi Nechunia ben HaKana vertraut.
Sefer HaBahir – das BUCH BAHIR lehrt, u.a., das Konzept des TZIMTZUM. Viele Leute, so auch ich zuerst, rechneten den TZIMTZUM dem Arizal (Rabbi Yitzchak Luria) zu. Stattdessen aber tauchte das Konzept erstmals im BAHIR auf.
Bevor G – tt unser Universum erschuf, gab es nur Ihn allein. Nichts anderes: Keinen Platz, keine Dunkelheit, kein gar nichts. Ein absolutes Nichts, welches allein von G – tt ausgefüllt wurde. Allein dieses Konzept ist für unseren menschliches Verstand kaum erfassbar, denn wir können uns kein Nichts vorstellen, weil wir dabei automatisch an ein dunkles Loch denken. Aber dieses Loch ist etwas und kein absolutes Nichts.
Damit unser Universum erschaffen werden konnte, musste G – tt dafür erst einmal Platz schaffen. Allerdings nicht in Sich selbst, wie einige Leute fälschlicherweise annehmen. G – tt musste sich zusammenziehen, damit ein kleiner Raum entstand, in welchem unser Universum und jegliche Existenz erschaffen werden konnten.
Man sollte jedoch darauf hinweisen, dass dieses so berühmte TZIMTZUM Konzept keineswegs wörtlich zu verstehen ist, sondern als Metapher dient. Kabbalistische Schriften bestehen größtenteils aus Metaphern. Der TZIMTZUM dient dazu, G – ttes Welterschaffung zu verdeutlichen und diese unserem menschlichen Verstand zugänglich zu machen. Was wissen wir schon über die Welterschaffung? Die Thora läßt sich zu dem Thema nur sehr kurz und oberflächlich aus.
Der BAHIR handelt aber nicht nur von der Welterschaffung, sondern auch von den hebräischen Buchstaben, G – ttes Namen, den Geheimnissen der Seele sowie den Sefirot (ein weiteres kabbalistisches Konzept).
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