Chassidische Tische/Chassidut Skver/Klagemauer (Kotel)/Uncategorized

Der Skverer Rebbe in Jerusalem

B“H
In deutschen Landen dürfte die chassidische Gruppe Skver so gut wie unbekannt sein. Das Hauptquartier der Skverer Chassidim befindet sich in New Square (außerhalb von New York). Ein eigener Ort mit Tausender Skverer Chassidim.
Skver ist ein Zweig der berühmten chassidischen Gruppe Chernobyl. Deren erster Rebbe Nachum von Chernobyl war ein enger Vertrauter des Baal Shem Tov. Der heutige Skverer Rebbe ist mit der Schwester der Belzer Rebbitzen verheiratet. Eine dritte Schwester ist mit dem Satmarer Rebben Aharon Teitelbaum verheiratet. Alle drei Schwestern stammen aus der Vishnitzer Rebbe Familie in Bnei Brak.
Dieser Tage weilt der Skverer Rebbe ein paar Tage lang in Jerusalem und danach fährt er noch hinauf nach Meron, um dort am Grab des talmudischen Rabbi Schimon bar Yochai zu beten.
Die Skverer Chassidim von Jerusalem bauten eine riesige neue Synagoge im Stadtteil Mekor Baruch und der Rebbe aus Amerika kam eigens zur Einweihung angereist. In einem Lokalblatt sah ich ein Photo von der neuen Synagoge und gleich daneben ein aufgebautes Zelt. Deshalb ging ich davon aus, dass der Skverer Rebbe seinen chassidischen Tisch mit den Chassidim in dem Zelt abhält. Und deswegen ging ich erst gar nicht hin. Immerhin habe ich Erfahrung mit chassidischen Rebbe-Besuchen aus New York, die da Jerusalem besuchen und ihren Tisch im Zelt abhalten. Das letzte Mal erlebte ich das beim Satmarer Rebben Aharon Teitelbaum. Es herrschte ein Wahnsinnsgedränge und gesehen haben die Frauen gar nichts. Die Mechitzah (Geschlchtertrennung) bestand aus dickem Plastik und das hätten wir schon mit einem Messer durchschneiden müssen. 🙂
Übrigens, den Satmarer Rebben sah ich ein Jahr später doch noch. Als er erneut aus New York auf Besuch kam. Nämlich in die Satmarer Synagoge von Bnei Brak. 🙂
Als ich auf israelisch-haredischen (Ultra-orthodoxen) Websites Bilder vom Besuch des Skverer Rebben sah, fiel ich fast in Ohnmacht. Die Photos zeigen, wie er seinen Tisch ausgerechnet an der Klagemauer (Kotel) zelebriert.
Okay, die Photos sind schön anzusehen.

 

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Alle Bilder HIER!
Egal, wie toll die Bilder sind, es kann nicht sein, dass chassidische Tische nun vor der Kotel abgehalten werden. Der historische Ort ist ein öffentlicher Platz, an dem jeder Jude das Recht hat, zu beten.
Wenn man die Photos anschaut, wird einem bewusst, dass die gesamte Frauenseite gesperrt war, denn der Rebbe und seine Chassidim nahmen den gesamten Platz ein. Aber auch die Männerseite war gesperrt und kein Außenstehender konnte zur Klagemauer.
Alle beschweren sich so dermaßen über die linksradikalen Frauen von Women of the Wall, welche da die Kotel entheiligen. Frauen des Reformjudentums, die nur ihrer eigenen privaten Agenda folgen, ohne G-tt überhaupt miteinzubeziehen. Hauptsache, es wird ein politisches Statement gemacht, darum geht es.
Ich will keineswegs den Skverer Rebben mit den Kotel-Frauen vergleichen. Dennoch muss ich sagen, dass beide das Areal der Klagemauer für ihre privaten Zwecke nutzen und das kann nicht sein.
Kann sich jemand vorstellen, was geschieht, wenn nun jede chassidische Gruppe ihren Tisch an der Kotel feiert?
Die Kotel ist ein Ort, an dem der Mensch beten und somit eine Beziehung zu G-tt aufbauen kann. Die Klagemauer selbst diente als Außenmauer des Zweiten Tempels, welcher im Jahre 70 nach Beginn der Zeitrechnung von den Römern zerstört wurde. Nie und nimmer war der Ort als Privatbesitz gedacht, sondern steht für das Judentum allgemein.
Ein chassidischer Rebbe kann seinen Tisch abhalten, wo er will, doch nicht an der Klagemauer. Der Tempelberg sowie das Kotel-Areal sind Orte, an denen wir zu G-tt beten und nicht einen Rebben verehren. Daher stiess der Skverer Tisch auch auf immense Kritik aus der chassidischen Welt in Israel.
Ich verstehe die Stadtverwaltung Jerusalem nicht, die da die gesamte Kotel für einen Rebben sperrte. Aber vielleicht ist ja einiges an Cash geflossen, wer weiß . 🙂
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