Rosh Chodesh/Uncategorized

Der jüdische Monat Shevat (שבט)


B“H
Fast hätte ich es verschwitzt, denn ich kann es selber noch gar nicht recht fassen: Heute beginnt der jüdische Monat Shevat. Dabei kommt es mir so vor, als hätte ich eben erst über den vorherigen Monat TEVET geschrieben. Und jetzt sind wir schon im SHEVAT.
Der Shevat vermittelt uns schon einen ersten kleinen Hauch von Frühling, was die Stimmung gleich ein wenig mehr anhebt. In dieser Woche ist in Jerusalem strahlender Sonnenschein angesagt. Und das bei recht warmen Temperaturen von 15 Grad Celsius. Dennoch, der Winter ist noch lange nicht vorbei.
Shevat für mich bedeutet ebenso wieder ein Jahr älter zu werden, sprich, ich habe in dem Monat Geburtstag. Wobei ich in meinem Alter nicht weiß, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht. 🙂
Für alle, die in diesen Tagen bzw. im Monat Shevat auch ihren Geburtstag feiern sollten: Im Judentum ist nicht unbedingt die Rolle des Geburtstages definiert. In der Thora ist der Tag nur einmal erwähnt, nämlich als Pharao Geburtstag hatte. Dennoch heißt es, dass jeder an seinem Geburstag etwas von G – tt erbitten solle, denn gerade an diesem Tag verfügt ein jeder von uns über spezielle „Kräfte“.
Rosh Chodesh (der Monatsbeginn) ist das erste Gebot (Mitzwah) welches das jüdische Volk als eine Nation erhielt (siehe die dieswöchige Parshat BO und den Ramban).
Ein neuer Monat bedeutet jedesmal auch die Zeit für eine persönliche Erneuerung im Leben. Shevat ist der 11. Monat im jüdischen Kalender und hat 30 Tage. An eben jenem 1. Shevat begann Moshe dem Volk Israel das Buch Deutoronomy (Sefer Devarim) vorzulesen. Sein letztes Vermächtnis bevor er im Monat Adar (im Monat nach Shevat) starb.
Dem Sefer Yetzirah (Book of Creation) zufolge symbolisiert jeder Monat einen hebräischen Buchstaben, eine Farbe, ein Organ, einen Stamm und ein Sternzeichen: Die Farbe des Shevat ist blau-grün, der Buchstabe ist Zaddik (צ), der Stamm ist Asher, das Organ ist der Magen und das Sternzeichen ist Wassermann-Dli (Eimer) auf Hebräisch.
Außerdem symbolisiert Shevat die Sinne Essen und Geschmack. Es heißt, dass ein Gerechter (Zaddik) ißt, um seine Seele zu befriedigen. Er ißt nur soviel wie er zum Überleben benötigt.
Der Wassermann symbolisiert das Wasser, welches wiederum oftmals eine Metaphor für Thora ist. Ohne Wasser und Thora können wir nicht existieren. Somit ist Shevat auch ein neues Jahr zum Thoralernen. Der Wassermann ist ein „air sign“. Diejenigen, welche in diesem Sternzeichen geboren wurden, stehen für Rebellion, Veränderungen und spontane Entschlüsse. Sie befinden sich ständig auf der Identitätssuche, sind offen für neue Ideen und sind alles andere als angepasst. Sie hassen Eintönigkeit und sind sehr kommunikativ.
Im Monat Shevat starben sehr viele berühmte Rabbiner, an deren Yahrzeiten (Sterbedaten) wir bis heute erinnern.
4 Shevat: Rabbi Israel Abuchatzeira, der Baba Sali, 1890 – 1984
5 Shevat: Rabbi Aryeh Yehudah Leib von Ger, 1847 – 1905, der Sefat Emet und Gründer der Chassidut Gur (Ger)
14 Shevat: Rabbi Aryeh Kaplan, 1935 – 1983
22 Shevat: Rabbi Menachem Mendel von Kotzk, 1787 – 1859
25 Shevat: Rabbi Israel Salanter
29: Rabbi Nosson Zvi Finkel, der Alter von Slobodka, 1849 – 1927
Des Weiteren starben führende Rebbes der chassidischen Gruppen Zanz und Lelov.
Halacha: Einfügen des Yaale ve Yavo-Gebetes in der Amidah und dem Birkat HaMazon.
Es ist Brauch, dass Frauen am Rosh Chodesh keine Hausarbeiten verrichten.
Chodesh Tov-Einen guten Monat an alle.
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