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Zum Boom der „Motivations-Industrie“

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Photo: Miriam Woelke

 

B“H
Ist Euch schon aufgefallen, dass die sogenannte Motivations-Industrie derzeit einen riesigen Boom durchmacht? Bis vor ein paar Monaten noch waren es die Fitness Youtuber oder Fitness Ratgeber Autoren auf Amazon, die so richtig verdienten, denn die Kundschaft lief ihnen Tür und Tor ein. Jetzt sind es die Motivations Youtuber und Autoren, die die Leute in Scharen anziehen, denn offenbar existiert ein profitabler Markt. Wer will heutzutage nicht auf der Gewinnerseite des Lebens stehen? Die Zeiten sind hart und man muss ranklotzen. Was mir wiederum auffällt ist, dass diverse Motivations Youtuber gerade junge Leute anziehen. Vom Abituralter bis hin zum circa 28. Lebensjahr. Bei diesem Klientel herrscht eine immense Nachfrage, denn viele Leute sind unzufrieden mit ihrem Studium oder sehen nach dem Abitur oder einem anderen Schulabschluß irgendwie keine richtige Perspektive. Am besten würde es gerade diesen Leuten gefallen, ihr Geld online zu verdienen. Der Slogan „Leichtes Geld online und noch dazu Spaß dabei“ klingt verlockend. Reisen, selbstständig arbeiten ohne nervigen Boss und Arbeitskollegen. Aber wie das alles erreichen, ohne dem passenden Know-how?
Genau da setzen die Motivationstrainer an und kassieren eine Menge Cash mit Kursen, Büchern, etc. Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach sich selber zu motivieren, wenn man denn nur weiß, wie. Richtig erfolgreiche Menschen (inklusive all die erfolgreichen Youtuber) brauchter keinerlei Kurse, sondern schauten, was andere erfolgreiche Menschen denn so machen. Man orientierte sich an denen, die tatsächlich etwas erreicht haben im Leben und kaufte keinen Kurs von einem kleinem unbedeutenden Youtuber mit 4000 Abonnenten, nur um dessen digitalen Nomadenlebensstil zu finanzieren. Wenn schon erfolgreich, dann gehe ich zu den richtig Erfolgreichen und schaue mir da etwas ab.
Was aber hat das ganze Thema MOTIVATION mit der Thoralesung (Parasha) VA’ERA dieser Woche zu tun?
Immer dann, wenn wir das Buch Exodus (Schemot) in den Synagogen zu lesen beginnen, sehen wir Moshe, auf die eine oder andere Weise, vor dem brennenden Busch stehen. Moshe, der einst im Haus des Pharao aufwuchs, da seine Eltern gezwungen waren, ihn auf dem Nil auszusetzen. Als Moshe vor dem brennenden Busch mit G-tt sprach und dieser ihm auftrug zu Pharao zu gehen, mit der Forderung, die Israeliten gehen zu lassen, kam ihm das alles viel zu unerreichbar vor. Was, er, der unbedeutende Moshe, der noch dazu stotterte, sollte zu Pharao und irgendwelche Forderungen vortragen? Wer würde ihn denn ernst nehmen? Er selbst kannte diesen Pharao gar nicht mehr, denn der vorherige, bei dem er aufgewachsen war, war lange tot.
Niemand würde ihn zu Pharao vorlassen und außerdem, was solle sein älterer Bruder Aharon denken. Es war üblich, dem ältesten Bruder Respekt zu zollen und G-tt solle doch lieber Aharon beauftragen, zu Pharao zu gehen. Schließlich könnte Aharon beleidigt sein, wenn G-tt den jüngeren Bruder vorzieht.
G-tt selber wurde ärgerlich, weil Moshe herumzögerte und dachte, er könne das alles nicht. Ob G-tt denn nicht lieber einen anderen vorschicken könne.
Eine Menge Kommentatoren schreiben, dass G-tt gerade den kleinen stotternden Moshe aussuchte. Warum sollen immer nur Leute mit viel Power zum Zuge kommen? G-tt zeigt uns hier, dass jeder Mensch es schaffen kann, wenn er denn nur will. Egal, ob jemand stottert oder sich als klein und unbedeutend sieht, da ihm bestimmte Fähigkeiten zu fehlen scheinen. Kein Abitur, kein Selbstvertrauen und auch sonst ziemlich down. Was soll man da groß starten? Klappt ja eh nicht!
Ausgerechnet Moshe beweist uns allen das Gegenteil, denn wer etwas beginnt, der bekommt mehr und mehr Motivation durch jeden kleinen Erfolg. Rückschläge gibt es immer und die blieben selbst einem Moshe und allen Vorvätern nicht erspart. Wir sind alle nur Menschen und dazu gehört Positives genauso wie vieles Negative. Wir machen Fehler, doch haben wir die Möglichkeit, aus diesen zu lernen. Jeder noch so kleine Erfolg im Leben aber motiviert uns wieder ein wenig mehr und das gibt uns die Stärke, weiterzumachen.
Motivationskurse bringen prinzipiell recht wenig, denn jeder Mensch befindet sich in einer anderen Lebenssituation wieder. Ein Kurs deckt nicht jeden einzelnen individuellen Umstand in meinem Leben ab. Zum Beispiel kann jemand krank werden oder ihm fehlt es an den notwendigen finanziellen Mitteln. Somit muss derjenige umdenken und improvisieren. Deswegen ist es, meiner Meinung nach, von Vorteil, sich hinzusetzen und zu durchdenken, was ich machen kann, wozu ich in der Lage bin und sich bei seinen Unternehmungen langsam vorzutasten.

 

Parashat Va’era
Exodus (Sefer Shemot) 6:2-9:35
In Jerusalem beginnt der Schabbat morgen Nachmittag um 16.16 Uhr und endet am Samstagabend um 17.32 Uhr
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