Chanukkah/Mezuza/Uncategorized

Chanukkah für arme Leute

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Photo: Miriam Woelke

B“H
Heute will ich einmal auf ein Thema eingehen, welches so manch einem eher peinlich erscheinen mag:
Was, wenn Juden, die nicht so toll betucht sind, Chanukkah feiern? Müssen sie trotzdem viel Geld in das Öl zwecks Kerzenanzünden investieren? Und was ist, wenn jemand obdachlos ist?
Die wichtigste Mitzwah (Gebot) an Chanukkah ist das Anzünden der Chanukkah-Kerzen. Dies tun wir anhand des SCHAMASCH, einer speziellen Kerze, mit denen wir die eigentlichen Kerzen anzünden, denn Chanukkah-Kerzen werden nicht eben mal so mit Streichhölzern oder dem Feuerzeug angezündet.
Die größte Mitzwah ist natürlich, die Kerzen mit Öl zu zünden. All das gibt es in Israel als Set zu kaufen: Glasbehälter mit Öl und dem Docht darauf. Allerdings sind solche Sets nicht ganz billig und kosten mindestens 50 Schekel (ca. 15 Euro). Und hierbei handelt es sich um die allerbilligsten Sets. In der Regel sollte man schon um die 60 Schekel investieren.
Wer das Geld nicht hat, der kann den Chanukkah-Leuchter mit ganz normalen Wachskerzen zünden. In Israel verkaufen selbst die Supermärkte alle möglichen Chanukkah-Kerzen. Von billig bis teuer ist alles zu haben.
Was aber, wenn jemand, aus welchen Gründen auch immer, weniger Kerzen hat als vorgesehen. Immerhin muss man an jedem Abend eine Kerze hinzufügen:
Am ersten Abend wird eine Kerze auf den Leuchter gesteckt. Dazu brennt der Schamasch an der Seite. Bedeutet, insgesamt zwei Kerzen.
Am zweiten Abend zünden wir mit dem Schamasch zwei Kerzen auf dem Leuchter. Dazu brennt der Schamasch. Insgesamt benötigen wir also drei Kerzen.
Und das setzt sich jeden Abend fort, bis wir am letzten Tag acht Kerzen zünden. Zusammen mit dem Schamasch sind dies dann neun Kerzen.
Der Rambam (Maimonides, Rabbi Moshe ben Maimon, 1135-1204) sagt, dass die Mitzwah bereits dann erfüllt ist, wenn jeden Abend mindestens eine Chanukkah-Kerze gezündet wird. Heisst, eine Kerze plus dem Schamasch=Zwei Kerzen. Und das jeden Abend, falls jemand nicht die ausreichende Menge an Kerzen besitzt.
Zu Zeiten des Rambam hatten die Leute eh kaum Kerzen zur Hand, denn das galt als Luxus. Somit sagte er, dass eine Kerze völlig ausreiche.
Viele Juden zünden den Chanukkah-Leuchter vor der Haustür an. Sollte jemand keinen eigenen Eingang haben, so stellt er den Leuchter auf dem Fensterbrett auf. Hat jemand keine Fenster in der Wohnung, so stellt er den Leuchter an der Haustür auf. Entweder davor oder von innen. Befindet sich lediglich im Badezimmer ein Fenster, so wird der Leuchter neben der Tür aufgestellt, jedoch keinesfalls im Bad bzw. Klo.
Wenn der Chanukkah-Leuchter draußen vor der Haustür steht, so befindet er sich auf der linken Seite, denn rechts hängt die Mezuza am Türpfosten.
Ein Jude, der einen festen Wohnsitz hat, muss an jeder Tür (außer der Tür zum Bad) eine Mezuza anbringen. An jeder Zimmertüre und nicht nur an der Eingangstür.
Ein obdachloser Jude hingegen ist von dieser Mitzwah befreit, denn er kann nirgendwo eine Mezuza anbringen. Dagegen muss auch ein Obdachloser Chanukkah-Kerzen zünden.
Wo?
Er muss sich dazu einen Platz aussuchen und dort mindestens eine Kerze zünden.
Ich kann mir vorstellen, dass viele israelische Suppenküchen und Obdachlosenunterkünfte bei der Ausführung dieser Mitzwah Hilfestellung leisten. Auch bei der Mitzwah, dass man ein festliches Mahl haben sollte.
Es sollte sich niemand schämen, um Hilfe zu bitten.
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