Chanukkah/Essen/Uncategorized

Backrezept: „Sufganiot zu Chanukkah“

B“H
Am Abend des 6. Dezember zündet die jüdische Welt die erste von acht Chanukkah–Kerzen. Überall in Jerusalem genauso wie andernorts stellte die chassidische Gruppe Chabad-Lubawitsch bereits öffentliche Chanukkiyot (Chanukkah–Leuchter) auf. So auch vor dem Brandenburger Tor in Berlin und ich hoffe, dass all die Antisemiten der Stadt nicht anfangen, zu randalieren. In diesem Jahr wird, aufgrund islamistischer Terroranschläge, vermutlich besondere Vorsicht walten.
Auch in Jerusalem stellte Chabad unzählige Chanukkiyot auf und allabendlich finden am Zion Square öffentliche Feiern zum Zünden der jeweiligen Kerze statt. Wer sich eine Vorstellung davon machen will, wie das alles abläuft, kann auf das folgende Video klicken:

 

Die acht Chanukkah–Tage sind keine Feiertage, an denen alles geschlossen ist oder keine Busse fahren. An Chanukkah geht sehr wohl der Alltag weiter, doch die Mehrheit der Israelis zelebriert allabendlich das Anzünden der Kerzen. Bei Chanukkah handelt es sich nur um einen netten gemütlichen Feiertag, sondern es erinnert uns an der Sieg der Makkabäer über die griechische Besatzungsmacht, welche da das Judentum abschaffen wollte. Gesetzlich hatte man zur damaligen bereits die Beschneidung, den Schabbat sowie den Beginn eines jeden Monat gemäss des jüdischen Kalenders (Rosh Chodesh) abgeschafft.
Chanukkah war nicht nur der Sieg der Makkabäer vor mehr als 2000 Jahren. Vielmehr hat die Bedeutung des Festes bis in unsere heutige Zeit hinein Bestand. Immer noch gibt es Antisemitismus. Nichtjuden und sogar Juden machen sich über die jüdische Religion lustig oder wollen sie gar ganz abschaffen.
In Israel und meistens bei säkularen Juden blieb selbst Chanukkah nicht vom Kommerz verschont. Es werden fleissig Kerzen gezündet, doch wollen Kinder teure Geschenke. Und das an jedem Abend von Chanukkah. Spielzeugläden machen momentan den Umsatz des Jahres. In relig. Familien hingegen halten sich die Geschenke aufgrund des kaum vorhandenen Geldes eher in Grenzen. Was jedoch immer reissenden Absatz findet ist der Kreisel (Sevivon). Während die Kerzen brennen, wird mit dem Sevivon gespielt und das nicht nur von Kindern. Allerdings hat der Sevivion mystische Bedeutungen und enthält diverse Buchstaben, auf die er nach dem Drehen kippt.
Chanukkah steht nicht nur für den Sieg der Makkabäer, die da das Judentum verteidigten als die Griechen des Tempel entweihten. Das eigentliche Chanukkah–Wunder ist das Wunder mit dem Öl. Ein Wunder direkt von G–tt. Deswegen werden an Chanukkah Kerzen gezündet. Vorwiegend mit Öl, aber ob ich in diesem Jahr wie im vergangenen Jahr wieder mit Öl zünde oder doch mit regulären Kerzen, weiß ich noch nicht. 🙂 
Was man an Chanukkah ißt ? Natürlich die traditionellen Sufganiot (Krapfen) mit allen möglichen Füllungen und Lattkes (Kartoffelpuffer).
Und wer die Sufaniot selber machen will:

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Sufganiot am Jerusalemer Machane Yehudah Markt

 

Ein Rezept aus der Jerusalemer Bäckerei, in der ich bis vor 5 Jahren zu arbeiten pflegte:
1 kg Mehl (Vollkornmehl)
Eine dreiviertel Tasse Zucker
1 Teelöffel Salz
2 Eier
2 Eßlöffel Cognak
Eine halbe Tasse Olivenöl
60 g Hefe
Das ist alles. Man kann die Sufganiot ganz normal im Backofen backen. 20 Minuten lang bei 160 Grad. Meistens aber werden die Sufganiot in einer Pfanne oder einem Topf voll Olivenöl gedünstet. Heisst, sie müssen darin schwimmen. Die Füllung wird hinterher reingespritzt. In der Bäckerei verwenden wir überwiegend Dattel-Apfel-Füllung. Je nachdem kann man die Sufganiot noch mit Olivenöl, Puderzucker, Honig, etc. bestreichen.
Der Cognak verursacht übrigens, dass das Olivenöl vom Teig besser aufgesaugt wird.
Viel Spaß beim Backen und gutes Gelingen !!!

Chanukkah Sameach – Happy Chanukkah !!!

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