Ben Ish Chai

Der BEN ISH CHAI zur Parashat (Thoralesung) TOLDOT

B“H
Die Thoralesung an diesem Schabbat heißt TOLDOT (Generationen). Darüber hinaus feiern wir an diesem Schabbat den Beginn eines neuen jüdischen Monat: Dem KISLEV.
In der Parashat TOLDOT geht es darum, dass Rivka (Rebekka) zwei Söhne gebar: Yaakov und Esav. Sie war es auch, die Yaakov sagte, er solle zu seinem Vater gehen und sich den Segen des Erstgeborenen geben lassen. Die Frage hier lautet immer, ob das alles so rechtens war, denn immerhin war Esav der Erstgeborene und nicht Yaakov. Genau das störte auch mich einige Jahre, bis ich ein paar mehr Insights lernte.
Der berühmte Ben Ish Chai kommentiert, dass Yitzchak seine beiden Söhne auf zwei unterschiedliche Arten liebte. Viele Blogleser wissen bereits, dass Esav seinem Vater etwas vorspielte und sich frommer machte als er in Wahrheit war. Die große Frage ist, ob Yitzchak seinen Sohn durchschaute oder wirklich nichts Böses ahnte. Einer Person jedoch konnte Esav nichts vormachen: Seiner Mutter Rivka, denn die war in einem Haushalt mit Lügnern und Betrügern aufgewachsen und kannte sehr wohl ihre Pappenheimer.
Esav aber wollte in den Augen seines Vaters als “nice guy” auftreten und nicht etwa als Bösewicht. Der Ben Ish Chai schreibt, dass Yitzchak sich vielleicht sagte: „Wenn ich Esav nicht meine Liebe zeige, selbst wenn er nur so tut als sei er g-ttesfürchtig, strengt er sich vielleicht gar nicht mehr an. Und dann denkt er, dass ich sein negatives Verhalten akzeptiere. Also zeige ich ihm meine Liebe selbst dann, wenn er einmal wieder nur eine Show abzieht. Ansonsten wird er nur unnötig eifersüchtig auf Yaakov, denn der ist ja schon der Liebling seiner Mutter.“
Was wir allerdings von Esav lernen können: Er war berühmt für die Mitzwah Vater und Mutter zu ehren. Niemand auf der Welt ehrte seinen Vater so sehr wie Esav.
Avraham ist bekannt für seine Charaktereigenschaft mit unermesslicher Güte (Chesed) gehandelt zu haben. Zeit seines Lebens lud er fremde Menschen zum Essen in sein Zelt ein und war auch sonst mit all seinen Mitmenschen gut Freund. Von seinem Sohn Yitzchak dagegen wird gesagt, dass er das genaue Gegenteil repräsentierte: Nämlich Gevurah (Stärke, Gesetz). Yitzchak war nicht so aufgeschlossen wie Avraham und gab sich lieber mit seinem eigenen kleinen Kreis ab. Ferner richtete er die Menschen sehr streng.
Wenn wir uns diese zwei Charaktereigenschaften anschauen, so wissen wir, dass kein Mensch auf der Welt nur mit einer von ihnen durchs Leben gehen kann. Keiner ist immer nur gütig. Alles geben und immer nur alles und jeden im besten Licht sehen. Zuviel Güte wirkt sich auf Dauer zerstörerisch aus, wie wir aktuell am Beispiel der Angela Merkel sehen, welche da die ganze Welt nach Deutschland einlädt. Ein Mensch braucht stets beides im Leben: Güte und Regeln. Selbst G-tt erschuf die Welt, indem Er diese beiden Charaktereigenchaften anwendete.
In unserem Alltag müssen wir immer die Balance zwischen beiden Eigenschaften finden. Wer nur immer mit Güte handelt, wird ausgenutzt und die Mitmenschen verspotten ihn. Wer nur mit Gevurah handelt, ist zu streng und handelt ebenso zerstörerisch. Die Charaktereigenchaft, welche Chesed und Gevurah gleichermaßen beinhaltet heißt „Tiferet“. Der dritte Vorvater, Yaakov, repräsentierte diese Tiferet.
Schabbat Schalom!
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