Fuehrer der Unschluessigen/Hiob (Iyov)/Rambam

Der RAMBAM über die Existenz von Hiob (Iyov)

B“H
Das Buch Hiob (Hebräisch: SEFER IYOV) beschäftigt sich mit der Frage, was passiert, ob eine gerechte aufrichtige Person immer noch zu G-tt steht, sobald sich ein Unglück einstellt. Wenn die betreffende Person Kinder oder enge Familienmitglieder verliert. Wenn der Besitz den Bach hinuntergeht oder sich eine schlimme Krankheit einstellt. Was dann? Verliert der Betroffenen seinen Glauben und bleibt gerecht oder ist er nur noch sauer und sagt sich aus Enttäuschung von G-tt los?
Im seinem Buch Moreh Nevuchim (Guide for the Perplexed – Führer der Unschlüssigen) 3:22, schreibt der Rambam (Maimonides, Rabbi Moshe ben Maimon, 1135-1204), dass es Rabbiner gibt, welche ausdrücklich die Meinung vertreten, dass Hiob (Iyov) niemals gelebt hat und das gesamte Buch Hiob lediglich eine poetische Fiktion sei, die uns in Form eines Gleichnisses etwas lehren will. Und dann gibt es Rabbiner, welche der Meinung sind, dass Hiob tatsächlich existierte. Nur kann niemand genau sagen wann und wo er lebte. Die Meinungen reichen von: Hiob habe zur Zeit Moshes oder zu Zeiten des König David gelebt oder er war einer der Rückkehrer aus dem babylonischen Exil zu Zeit Ezras. Aber egal, ob Hiob tatsächlich lebte oder nicht, das Hauptthema des Buch bleibt bestehen:
Was, wenn gerechte aufrichtige und g-ttesfürchtige Menschen von einem Unglück befallen werden? Wie reagieren sie dann? 
Der Rambam ist der Überzeugung, dass die Einleitung (sprich, die ersten Sätze) im Buch Hiob reine Fiktion sind. Selbst wenn Hiob existierte, bleibt die Einleitung des Buches (G-tt spricht mit Engeln und dem Satan) Fiktion. Weiter lehrt der Rambam, dass in Bezug auf Hiob niemals Charaktereigenschaften wie „weise, clever oder intelligent“ benutzt werden. Hiob wird lediglich als „aufrichtig in seinen Handlungen“ beschrieben. Ein intelligenter Mensch weiß normalerweise, dass G-tt existiert und sollte ein privates Unglück eintreten, so wird derjenige sein eigenes Handeln reflektieren. Ob er vielleicht etwas Gravierendes falsch gemacht hat bzw. ernsthaft sündigte und aufgrundessen von G-tt bestraft wird. Passiert etwas Schlimmes, sollte der Mensch in sich gehen und überdenken, was falsch gelaufen ist und wie er es in Zukunft besser machen kann.
Wenn es jemandem gut geht, ist das Leben easy und alles scheint so supertoll. Ein Jeder geniesst es, wenn in der Familie alles bestens läuft und die Finanzen gesichert sind. Beruf, Karriere, alles toll. Was aber, wenn sich das Gegenteil einstellt? Noch dazu, wenn man offenbar gar nichts getan hat, um G-tt zu einem derartigen Handeln zu veranlassen. Wenn das Unglück ohne einen ersichtlichen Grund eintritt. Ist der Mensch nicht dann eher gewillt zu sagen, dass es gar keinen G-tt gibt? Man ist frustiert und verärgert und denkt nicht mehr an irgendwelche eigenen Selbstreflektionen. G-tt soll einen von nun an in Ruhe lassen! Oder, im entgegengesetzten Falle, bestärken Unglücke sogar im Glauben. Beide Optionen sind möglich und niemand kann mit Bestimmtheit sagen, wie er in einem solchen Fall handeln würde. Genau um diese Frage geht es im Buch Hiob.
Persönlich ist es mir egal, ob Hiob nun lebte oder nicht; was mich interessiert, sind die Inhalte bzw. die Lehren, die wir dem Buch entnehmen. Und die sollten uns im Leben weierhelfen, damit wir für bestimmte Situationen besser gewappnet sind. 🙂
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