Hiob (Iyov)/Juedische Konzepte/Kirche/Malbim

Der MALBIM über g-ttliche Kräfte, den Satan & Bnei E-lo-him

B“H
In der Vergangenheit habe ich zahlreiche Artikel zum jüdischen Konzept des SATAN (die Yetzer HaRah-negative Seite in uns) verfasst. Im Christentum wird der Satan als ein unabhängiges Individuum im Kampf gegen G-tt betrachtet. Dagegen spricht das Judentum lediglich von einem Konzept SATAN und es handelt sich keinesfalls um ein Wesen mit Pferdefuß und Schwanz.  G-tt allein erschuf das Universum sowie jegliche Existenz und es gibt kein einziges Wesen (egal, ob gut oder böse) neben Ihm.
Ein berühmtes jüdisches Konzept besagt, dass G-tt Gut und Böse erschuf. Genau wie Er jegliche Existenz erschuf. Die Menschheit sollte im Leben die Wahl zwischen Gut und Böse haben und das geht nicht, ohne dass auch das Böse existiert. Hätten wir im Leben nicht die Wahl zwischen Gut und Böse, würden wir wie Roboter agieren.
Darüber hinaus besteht in der Lurianischen Kabbalah ein berühmtes Konzept, welches sich „Shevirat HaKelim (the Breaking of the Vessels-das Zerbrechen der Gefäße)“ nennt und das der mittelalterliche Kabbalist, Rabbi Yitzchak Luria, im Buch „Etz Chaim“ beschreibt. G-tt zog Seine Kräfte nach der Welterschaffung zurück (Zimzum), um Seiner Erschaffung die Befähigung zu verleihen, das Böse zuzulassen. Hätte G-tt ununterbrochen all Seine Kräfte walten lassen, so wäre die Welt in einem perfekten Zustand verblieben und alles wäre einfach nur superperfekt. Allerdings entschied Er sich dafür, jeden Menschen mit einem freien Willen auszustatten und demnach haben wir die Wahl zwischen Gut und Böse.
Ab und zu nehme ich den Kommentar des Malbim (Rabbi Me’ir Leibush ben Yechiel Michel, 1809-1879) zum Buch Hiob (Sefer Iyov) zur Hand. Der Malbim diskutiert, und das ist immer wieder die große Frage überhaupt, ob Iyov (Hiob) aus Liebe zu G-tt oder lediglich aus Furcht vor G-tt handelte. Ferner akzeptiert der Malbim die talmudische Meinung, dass das Buch Hiob von Moshe (Moses) verfasst wurde. Aus dem Buch Hiob ist es zu keiner Zeit definitiv ersichtlich, ob Hiob und alle anderen Charaktäre Juden waren. Einige Rabbiner sehen in Hiob einen gerechten Nichtjuden und andere wiederum (wie im Talmud Bava Batra 14-16) betrachten Hiob als einen G-tteslästerer. Iyov jedenfalls schrie bitterlich auf, weil er der Ansicht war, dass all das Leid ohne irgendeinen Grund über ihn kam.
Der Malbim bringt zwei interessante Thesen, die ich an dieser Stelle gerne teilen möchte:
  • Bei den Bnei E-lo-him (Söhnen G-ttes) handelt es sich um nichts anderes als die Kräfte der Natur. G-tt ist der Ursprung allen Lebens und nur Er generiert alle Kräfte, welche für die Existenz erforderlich sind. Die Engel stehen, im metaphorischen Sinne, jeden Tag vor Ihm. Durch die Engel (die eigentlich G-ttes eigene Kräfte sind und keine Wesen) erhält G-tt das Universum aufrecht. Schon der Ba’al Shem Tov vertrat die Ansicht, dass die Engel nichts anderes sind als G-ttes unterschiedliche Kräfte, mit denen Er agiert.
  • Der Satan ist eine absolut negative Kraft. Die Quelle allen Übels und der Sünde.
Wenn das Christentum behauptet, dass der Satan ein unabhängiges Wesen sei, welches da im Gegensatz zu G-tt handelt: Wie kann es dann sein, dass G-tt der alleinige Erschaffer allen Seins ist? Wie passt da der Satan in das Bild?
Das Judentum sieht den Satan nicht als ein existierendes unabhängiges Wesen, sondern als eine negative Kraft. G-tt erschuf alles und somit auch die negativen Kräfte, sprich Satan. Und der Satan steht demnach unter G-tt und ist abhängig von dessen Befehlen (metaphorisch gesprochen). G-tt entscheidet, was die negative Kraft Satan tut und nicht Satan selbst.
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