Hebraeisch/Hebraeische Buchstaben/Namen G - ttes

Vokale (Nikud) unter G – ttes höchstem Namen

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Photo: Miriam Woelke
B“H
Es gibt Nichtjuden, die den höchsten Namen G – ttes (Shem Havayah, Yud – Heh – Vav – Heh) in der hebräischen Originalschreibweise sehen. Dazu versehen mit den so üblichen Vokalen, die man unter oder über zahlreichen hebräischen Buchstaben findet. Einige dieser Vokale helfen dem Betrachter bei der korrekten Aussprache eines Wortes und gemäß dieser Vokale sprechen einige Christen den Namen G – ttes aus. Ich erinnere hier nur an die christliche Sekte der Zeugen Sowieso.
Wir alle kennen die Vokale vom Ulpan (Hebräischsprachkurs). Die hebräische Sprache unterscheidet sich in der Schriftform deutlich von vielen anderen Sprachen, denn eine Menge Buchstaben wie A, E, I oder O und U sind nicht immer ersichtlich und werden ausgelassen. Beim Buchstaben SCHIN kann es sich um ein SCH genauso wie um ein S handeln. Man muss also die Sprache gut kennen und Inhalte verstehen, um Wörter zuzuordnen. Es kommt auf den Sinn des Satzes an und wenn man ein Wort so oder so lesen kann, versteht derjenige, welcher der Sprache mächtig ist, sofort den Sinn.
Nichtsdestotrotz, die Vokale dienen nicht nur dem Zweck, einem Anfänger beim Lesen der hebräischen Sprache zu helfen, sondern sie werden genauso im originalen Thoratext verwendet. Hier allerdings zu wesentlich anderen Zwecken, wie die Kabbalah lehrt. Der Text auf einer richtigen Thorarolle ist nochmal anders, denn hier finden wir noch mehr Vokale und dazu viele weitere Buchstabenzeichen wie, z.B., eine Krone auf dem Buchstaben. Diese Symbole weisen, laut Kabbalah, auf die g – ttliche Wurzel des Buchstabens hin.
Das obere Bild zeigt einen kleinen Textabschnitt aus dem Bircat HaMazon (Segen nach einem Mahl mit Brot). Weder mein Artscroll Sidur nor meine Artscroll Thora weisen irgendwelche Vokale unter dem Shem Havayah auf.
Der höchste Namen G – ttes wurde lediglich vom Cohen HaGadol (Hohepriester) innerhalb des Tempels ausgesprochen. Bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels durch die Römer war die korrekte Aussprache des Namens bekannt. Jedoch nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten wie den Tempelpriestern. Nach der Tempelzerstörung ging dieses Wissen verloren und bis heute sprechen wir den Namen nicht aus, sondern ersetzen ihn mit A – do – na – i oder Haschem (der Name).
Die inkorrekte Aussprache dieses Namens ist streng verboten und wird als Chilul Hashem (Verhöhnung vom Namen G – ttes) angesehen. Jetzt las ich in einem Buch, dass der Shem Havayah dennoch manchmal mit Vokalen unter den Buchstaben erscheint. Jedoch immer mit unterschiedlichen Vokalen. Der Grund hierfür liege darin, dass man Nichtjuden davor bewahren will, den Namen G – ttes ggf. zu löschen oder ein Schriftstück mit dem Namen G – ttes unachtsam in den Mülleimer zu werfen. Diese Vergehen sind in der Thora aufgelistet (Issur Deoraita). Im Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) soll es hierzu mehr Details geben, doch die genaue Stelle habe ich noch nicht gefunden.
Link:
Rabbi Yitzchak Ginzburgh on the Shem Havayah
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