Jerusalem Altstadt/Meine Videos/Tisha be'Av

Tisha be’Av 2015 in Jerusalem

9bav-02
Copyright: Women in Green
B“H
Gleich nach dem Schabbatende an diesem Schabbat beginnt der 25 – Stunden lange Fastentag Tisha be’Av (der 9. Tag im jüdischen Monat Av). Die jüdische Welt trauert um die zwei zerstörten Jerusalemer Tempel. Trotz aller Trauer blicken wir mit voller Optimismus in die Zukunft, die da Meschiach sowie einen Dritten Tempel verheisst. Ein Dritter Temple, in welchem die Cohanim (Tempelpriester und Nachfahren Aharons) und die Levi’im (Leviten) ihren Dienst wieder aufnehmen.
Das nationalreligiöse Movement macht sich zusammen mit den Women in Green unter der Leitung von Nadja Matar jedes Jahr zum traditionellen Walk around the Old City Walls auf. Dieser Marsch findet an jedem Abend von Tisha be’Av (nach dem Lesen der Megillath EICHA) statt.
Vor mehreren Jahren traf man sich zu EICHA noch auf dem Rathausplatz, doch seit einiger Zeit wird EICHA im Unabhängigkeitspark vor dem amerikanischen Konsulat in der Agron Street gelesen. Anschliessend geht es, begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot, zum Rathaus, hinunter zum Damaskustor, am Löwentor vorbei bis hinauf zur Klagemauer (Kotel). Wer diese Lokalitäten kennt, der weiss, dass Damaskus – sowohl als auch Löwentor in Ostjerusalem liegen und dass der Marsch mitten durch die Palästinenser zieht.
Das Damaskustor, welches in der hebräischen Sprache SCHA’AR SCHECHEM (Schechem Tor oder Nablus Tor) heisst, existiert schon seit weit mehr als 2000 Jahre. Einst war es eines der Haupttore in die Stadt Jerusalem und besonders unter der römischen Besatzungsmacht war das Tor ein Symbol von Glanz und Status. Damals führte eine von den Römern gebaute Straße, das CARDO, vom Damaskustor bis ins heutige jüdische Viertel, wo wir heute noch die Ruinen sehen. Das Cardo diente zu der Zeit als Marktplatz und wer sich heute im jüdischen Viertel in das unterirdische Cardo begibt, der kann an einer der Wände eine hevorragende Wandmalerei betrachten, die dem Besucher zeigt, wie es vor 2000 Jahren auf diesem Marktplatz ausschaute. Außerdem sind immer noch riesige Pflastersteine aus der Zeit der Römer erhalten.
Tut Euch einen Gefallen und redet nicht mit den Palästinensern über das Cardo oder die Römer, denn geht die Meinung um, dass es niemals Römer oder Juden in Palästina gab, sondern immer nur Palästinenser. Mohammad war da und niemals standen irgendwelche jüdischen Tempel in Jerusalem. Alles war und ist seit jeher muslimisch. Spart Euch also irgendwelche Fragen diesbezüglich, denn die Palis haben Null Ahnung !
Israels Linke genauso wie internationale Medien lästern jedes Jahr über den Walk around the Old City Walls. Nadja Matar und alle anderen Teilnehmer seien total rechts, wirre Fundamentalisten und überhaupt. Nadja Matar ist in Israel sehr bekannt, denn sie setzt sich gegen Siedlungsräumungen und was weiss ich was ein. Immer ist sie präsent, wurde mehrmals verhaftet und ist bekannt wie ein bunter Hund. Sie gilt als die Ikone des Siedlerzionismus.
Obwohl ich kein Teil des nationalreligiösen Movements bin, nehme ich an jedem Tisha be’Av an dem Marsch teil. Es ist das einzige Mal im Jahr, dass ich ungehindert und sicher am Damaskustor vorbeigehen kann. Einem Tor, welches schon existierte als es noch gar keinen Islam gab. Wir gehen durch Jerusalem, welches den Juden gehört und mit dem der Islam nichts zu tun hat. Weder war Mohammad jemals hier in der Stadt noch ist Jerusalem im Koran erwähnt.
Der Marsch findet deswegen statt, weil Juden zeigen wollen, dass sie präsent sind und sich nicht von Muslims aus der Stadt drängen lassen. Und warum sollen Juden nicht durch alle Teile Jerusalem gehen dürfen ? Auf dem Marsch wird weder herumgebrüllt noch werden Fahnen mit Parolen herumgetragen. Alle Teilnehmer gehen leise durch die Straßen. Darunter viele Familien mit Kindern, die da den Ausflug geniessen. Endlich einmal können wir ungehindert die alten Felsen betrachten, auf denen Jerusalem erbaut wurde. Endlich sehen wir die alten Zugänge zum Zweiten Tempel, welche sich nahe am Damaskustor befinden.
Im Grunde genommen gleicht alles eher einem Abendspaziergang als einem Marsch. Das Wort MARSCH finde ich eh ziemlich fehl am Platze. Zur selben Zeit sind nur wenige Palästinenser auf der Straße, denn die folgen der Angewohnheit, Läden und Restaurant relativ früh zu schliessen. Nicht wegen der jüdischen Veranstaltung, sondern man schliesst jeden Tag recht früh. In diesem Jahr wird der Marsch am Damaskustor weit nach 22.30 Uhr stattfinden und zu der Zeit ist am Damaskustor sowie schon immer tote Hose. Aus den gegenüberliegenden Hostels wie dem Faisal und dem Palm Hostel photographieren uns regelmäßig die dort abgestiegenen pro – palästinensischen ausländischen Journalisten. Wobei das Faisal Hostel noch dazu als Hochburg der Hamas gilt.
Am Löwentor, mitten in der Pampa sozusagen, gibt es ein paar Politikerreden und dann geht es weiter zur Klagemauer. Viele hören sich die Reden entweder gar nicht oder nur teilweise an, denn es wird um die Tempel getrauert. Der Marsch an sich spielt sich stets mit einem politischen Hintergrund  ab und das passt irgendwie nicht zum Tisha be’Av. Aber egal, denn ich sehe die Veranstaltung als eine Gelegenheit, die mich in Teile Jerusalems bringt, die mir das gesamte Jahr über mehr oder weniger verschlossen bleiben. Zwar darf sich jeder frei bewegen, doch Ostjerusalem ist nicht das, was man sicheres Territorium nennt und schnell kann man eben mal so abgemurkst werden.
Palästinenser dürfen sich in der Stadt frei bewegen und man findet sich tagtäglich im Westteil der Stadt. Kommt ein Jude nach Ostjerusalem, schaut die Sache wesentlich anders aus, denn für ihn besteht Lebensgefahr.

 

 

 

Ich habe einmal ein paar interessante Artikellinks aus meiner Blogvergangenheit zusammengestellt, die sich mit dem Tisha be’Av (9. Av) beschäftigen:
Wird die Megillath EICHA auch nach Eintreffen des Meschiach gelesen ?
Rauchen an Tisha be’Av ?
Neue Kleidung vor Tisha be’Av ?
Tisha be’Av Photos aus Jerusalem
Der Erste Tempel und die Bundeslade
Unterschiede zwischen dem Ersten und dem Zweiten Tempel
Der Erste Tempel und seine Dauer
Die Zeit des Meschiach laut dem Rambam (Maimonides)
Altstadtphotos vom Tisha be’Av

 

 

Walk around the Old City Walls 2013 – Palästinenser schreien Allah Akbar vor dem Damaskustor

 

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