Adam HaRishon/Kabbalah/Rabbi Aryeh Kaplan/Welterschaffung/Wissenschaft

Welterschaffung & Grund der Welterschaffung – Die menschliche Neugier

B“H
Macht es uns nicht alle wahnsinnig ? Da existieren Unmengen von Bücher und Thesen zur Erschaffung des Universums sowie jeglicher Existenz. G – tt erschuf alles aus dem Nichts heraus, aber wir finden einfach keine Antwort auf das WIE und WARUM. Wissenschaftler kommen mit allen möglichen Erklärungen und hochkomplizierten Formeln daher, doch eine Antwort auf das WARUM liefern sie ebensowenig. Darüber hinaus versuchen sich die Philosophen an Spekulationen, doch am Ende haben auch die keine definitiven Antworten parat
Immer noch wissen wir nicht, wie es möglich war, dass G – tt alles aus dem Nichts heraus erschuf. Die ersten Sätze in der Thora scheinen vollkommen allegorischer Natur zu sein und sie einfach nur wörtlich zu interpretieren ist ein großer Fehler. Es gibt Bücher wie den ZOHAR (Book of Splendor), die gesamte Lurianische Kabbalah, das Book of HaTemunah, Ma’arechet HaE – lohut oder Sha’arei Leshem Shevo ve’Achlama, welche den Erschaffungsprozess auf kabbalistische Weise erklären und sich dabei einer Symbolsprache bedienen. Ohne die Symbole wären wir nicht in der Lage, auch nur irgendetwas zu verstehen, denn uns uns steht ein körper – und formloser unendlicher G – tt gegenüber.
Verschiedene Rabbiner taten ihre Ideen zum Erschaffungsprozess kund und kamen dabei zu unterschiedlichen Schlußfolgerungen. Rabbi Yitzchak ben Shmuel von Akko (13 – 14 Jahrhundert), zum Beispiel, berechnete seinerzeit das Alter des Universums und kam dabei der heutigen wissenschaftlichen Aussage von 15 Milliarden Jahren sehr nahe. Ich glaube, dass Rabbi Yitzchak von Akko eine mathematische Formel aus dem Buch Sefer HaTemunah benutzte, um das Alter des Universums zu berechnen. Einige Leser sind vielleicht mit dem Sefer HaTemunah vertraut, welches im Mittelalter die These verbreitete, dass G – tt eine Welt erschaffe und sie gemäß eines Schemittah Zyklus von sieben Jahren (bitte die Sieben als Metapher verstehen) wieder zerstört. Diese Theorie des Sefer HaTemunah war im Mittelalter sehr populär bis die großen Kabbalisten Rabbi Moshe Cordovero (der Ramak) und Rabbi Yitzchak Luria (der ARI) kamen und das Buch für unzutreffend erklärten.
Oder der bekannte Rabbi Israel Lifschitz (1782 – 1860), laut dessen These Adam und Eva nicht die ersten Menschen waren. Vielmehr gab es auf diesem unseren Planeten bereits Menschen bevor Adam und Eva in Erscheinung traten und mit ihnen unsere Zeit begann. Wir befinden uns im Jahre 5775, doch davor (vor Adam HaRishon) gab es bereits andere Menschen. Andere Welten auf unserem Planeten, welche von G – tt zerstört worden waren. Rabbi Aryeh Kaplan schrieb einen ganzen Kommentar zu all diesen Ideen.
Ich gebe zu, dass sich das alles wie aus einem Science Fiction Film anhören mag. 🙂
Überall im Internet finden wir unterschiedliche Statements zu diesen Thesen. Es könnte wahr sein und dann meinen andere wieder, dass das alles nur Quatsch sei. Meiner Meinung nach begehen die Leute generell einen entscheidenden Fehler: Sie lesen einzig und allein das Buch des Aryeh Kaplan und gehen nicht in die Originalquellen. Die Frage ist doch: Wer nimmt schon Zeit und Mühe auf sich, um einmal einen Blick in die Quellen des Sefer HaTemunah, die Schriften des Rabbi Yitzchak von Akko, dem Manuskript Ma’arechet HaE – lohut oder dem Derush Or HaChaim von Rabbi Israel Lifschitz am Ende eines Mischna – Kommentars zu werfen ? Fast alle Quellen sind nur in hebräischer Sprache einzusehen und das Buch Otzar HaChaim des Rabbi Yitzchak von Akko gibt es, soweit ich weiss, nur noch auf Mikrofilm.
Jedenfalls finde ich es erstaunlich, wie wir alle nach Antworten suchen, aber gleichzeitig mit der Gewissheit leben, diese niemals zu finden. Nur G – tt allein kennt die Antworten zum WIE und WARUM, trotzdem bleiben wir weiterhin am Ball. Egal, wie frustierend es sein mag, keine definitive Antwort zu finden, wir geben nicht auf. Viele Leute versprechen sich von einer Antwort endlich den Sinn ihres Lebens gefunden zu haben, nachdem sie solange suchen. Dabei ist es oft die Suche nach dem Etwas, was uns am Leben hält und Hoffnung gibt. Und die Suche ist doch eigentlich immer das Schönste. 🙂
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