17 Tammuz/Halbfastentag 17. Tammuz

Der Halbfastentag 17. Tammuz – Shiva Asar be’Tammuz

Photo: Miriam Woelke
Miniaturmodell: Jerusalem zur Zeit des Zweiten Tempels – Einzusehen im Jerusalemer Israel Museum.

B“H
Am heutigen Sonntag begehen wir den Fastentag des 17. Tages im jüdischen Monat Tammuz. Der 17. Tammuz war im Verlauf der Geschichte viele Male ein Schicksalstag für die Juden. So stieg Moshe an dem Tage vom Berg Sinai herab, sah, dass die Israeliten um das Goldene Kalb tanzten und zerschmetterte vor Wut die zwei Gesetzestafeln. Viele Jahre später wurde die Stadtmauer Jerusalems von den Feinden überrannt. Eine Tragödie, die drei Wochen später (am 9. des Monats Av – Tisha Be’Av) in noch einer viel größeren Tragödie endete: der Zerstörung beider Tempel. Im Jahre 586 vor der Zeitrechnung durch die Babylonier und im Jahre 70 nach der Zeitrechnung durch die Römer.
Die Geschichte reiht uns eine ganze Liste tragischer Ereignisse auf. Eines davon geschah im Jahre 1944 als am 17. Tammuz das Ghetto Kovno von den Nazis aufgelöst und sämtliche inhaftierte Juden in die Vernichtungslager geschickt worden waren.
Der 17. des jüdischen Monats Tammuz leitet eine dreiwöchige Trauerperiode ein, welche mit dem Tisha Be‘ Av (9. des jüd. Monats Av) endet. Am 9. des jüd. Monat Av wurden beide Tempel zerstört.
Der 17. Tammuz ist ein Halbfastentag, der morgens gegen 4.30 Uhr beginnt und abends nach Einbruch der Dunkelheit (in Jerusalem um 20.19 Uhr) endet. Den gesamten Tag über essen und trinken wir nichts. Wer fastet, der muß im Morgengebet Schacharit einige zusätzliche Gebet einfügen.
Ein Fastentag soll uns immer zur Teschuva (Umkehr zu G – tt) bewegen. Jedoch hilft das Fasten allein nichts, wenn man hinterher seine Umkehr nicht in die Tat umsetzt. Das Judentum ist eine Religion der Action bzw. man tut aktiv etwas. Wie die Einhaltung der Thoragesetze (Mitzwot).
An solch einem Tag wie dem 17. Tammuz sollten wir Thora lernen (z.B. Parashat Ki Tisa, in der es um den Bau des Goldenen Kalbes geht). Nicht, dass wir die Thora nur lernen und sie danach wie ein gewöhnliches Buch wieder zur Seite legen. Stattdessen ist es Ziel, die Thora zu verinnerlichen und durch die Einhaltung der Gesetze, die G – tt uns gab, erfüllen wir Seinen höchsten Willen (Ratzon HaEliyon) und erreichen eine besondere Devekut (Nähe zu G – tt). Die Thora sollte ein Teil von uns sein, mit dem wir die Kraft haben, einen Tikun (Reparatur der Seele) für das Zerschmettern der Gesetzestafeln zu verrichten (Sefer HaSichot – Chabad). Ein weiteres Zeichen zur Teschuva ist das Geben von Zedakah (Spenden), so lesen wir im Buch Tanya – Iggeret HaTeshuva, Kapitel 3).
Das chassidische Buch Bnei Yissachar kommentiert, dass aus den einstigen Trauertagen 17. Tammuz sowie 9. Av in der Zukunft einmal Feiertage werden. Nämlich nach der Ankunft des Meschiach.
Halachot (Gesetze) für den 17. Tammuz:
a) Nichts essen
b) Nichts trinken
c) Vergnügungen aller Art sollten unterlassen werden
Halachot für die folgenden drei Wochen bis zum Tisha Be’Av:
a) Es finden keinerlei jüdische Hochzeiten statt.
b) Von Vergnügungen wie Parties, Kino, Musikhören etc. sollte Abstand genommen werden.
Hierbei ist zu beachten, dass neun Tage vor Tisha Be ‚Av noch einige weitere Halachot hinzukommen, die ich zu gegebener Zeit nennen erläutern werde !!!
Warum sind ausgerechnet diese drei Wochen zwischen der Zerstörung der Jerusalemer Stadtmauer und der endgültigen Zerstörung der Tempel eine Trauerperiode ? In der Zeit sind Tausende von Juden bei der Verteidigung der Tempel umgekommen. Sei es durch das Schwert des Feindes oder durch Hunger.
Hoffen wir, dass der Meschiach baldigst kommt und der Dritte Tempel errichtet wird.
Zom Kal – ein leichtes Fasten
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Absorbing the Sanctity of Eretz Israel
Quelle: „Celebration of the Soul“ von
Rabbi Avraham Yitzchak Kook
The more difficult it is to endure the air of the Diaspora, the more one feels the impure spirit of the impure land. This is a sign of the inner absorption of the sanctity of Eretz Israel, of the heavenly mercy that will not abandon one who is worthy of dwelling in the pure shadow of the land of life, even when he is far away and wandering in his exile. The foreignness felt in the Diaspora ties all of one’s inner desire to Eretz Israel and its sanctity of the Land bores deeper and deeper. When the depth of the holy yearning of love for Zion, the memory of the Land and all its preciousness, wells up in the soul of the individual, it flows like a spring for the entire collective, for all of the thousands of sould bond to Him. The sound of the Shofar heralds the ingathering of the dispersed and great mercy abounds. Israel’s hope for life glitters, the blossom of G – d flourishes, and the light of salvation and redemption ramifies and spreads like the dawn spreading over the mountains.
Sehr poetisch ausgedrückt !
Die ausländische Presse übersetzt „Eretz Israel“ fast immer mit dem feindlich gesinnten „Großisrael“. So als handele es sich hier um eine israelische Ausweitung in die Nachbarländer a la Hitlerbesetzung. Dem jedoch ist ganz und gar nicht so, denn der heutige Staat Israel plant alles andere als sich auszuweiten. Die Grenze zu Jordanien, Syrien, Ägypten oder dem Libanon wird anerkannt und wir sind alle froh, wenn man uns von dort aus in Ruhe lässt.
„Eretz Israel“ bedeutet einzig und allein ein Israel in den biblischen Grenzen, welche Teile des heutigen Jordaniens sowohl dem Libanon mit einbeziehen. Dieses ursprüngliche Israel mit G – ttes Grenzen wird in der Zeit des Meschiach wieder in Kraft treten.
Link:
Praktische Details zum 17. Tammuz
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