Baal Shem Tov/Buecher/Chassidische Geschichte/Chassidut Gur/Kotzk/Peschis'cha Movement/Rabbi Avraham Joshua Heschel

Rabbi Avraham Joshua Heschel über Rebbe Menachem Mendel von Kotzk

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Photo: Miriam Woelke
B“H
Obwohl ich nicht unbedingt ein Fan von Rabbi Avraham Joshua Heschel bin, lese ich ihn ab und zu einmal ganz gern. Noch dazu, wo die israelische Buchhandelskette Steimatzky aktuell ein Buch des Rabbi Heschel für nur 69 Schekel anbietet:
KOTZK so lautet der Buchtitel, der sich auf die „chassidische“ Bewegung des einstigen Kotzker Rebben Menachem Mendel Morgensztern bezieht. Rabbi Heschel war ein bekannter jüdischer Philosoph und geht dementsprechend an das Thema KOTZK heran. Wobei er im ersten Kapitel einige Thesen des Kotzker Rebben mit denen des dänischen Philosophen Søren Kierkegaard vergleicht.
Darüber hinaus setzt sich die Herkunft des Avraham Joshua Heschel aus einer sehr berühmten chassidischen sowohl als aus einer Kotzker Seite zusammen. Jedenfalls kennt sich Heschel auf beiden Gebieten bestens aus und betrachtet sich selbst als eine Hälfte auf der Seite des Baal Shem Tov und zugleich auf der Seite des Kotzker Rebben.
Was mich an dem Buch unheimlich stört sind die ersten 40 Seiten Einführung, die da von einem Dror Bondi zusammengekritzelt worden sind. Bondi, ein absoluter Heschel Fan, braucht, sage und schreibe ganze 40 Seiten, um seine Meinung zu vertreten und eigentlich nur das wiederzugeben, was wir hinterher vom eigentlichen Autor, nämlich Heschel, sowieso erfahren. Und zwar in einer professionellen Weise und keine Blabla – 40 Seiten Einführung – Ich will Heschel lesen und nicht meine Zeit mit unnötigem Gedönse verschwenden !
Heschel selber beschränkt sich in seiner Einleitung auf ein paar kurze Sätze und dann beginnt das eigentliche Buch, was absolut lesenswert ist.
Der Kotzker Rebbe ist bis auf den heutigen Tag sehr berühmt geblieben, doch nur wenige Juden wissen mehr über ihn: Dass Rebbe Menschem Mendel Morgensztern einst zusammen mit Rebbe Simcha Bunem von Peschis’cha lernte. Nach dem Tod des Rabbi Simcha Bunem zog der Kotzker Rebbe nach Kotzk. All diese Orte liegen übrigens in Polen.
Ende des 18. Jahrhunderts fand ein beträchtlicher Knacks innerhalb der chassidischen Bewegung statt. Der Seher von Lublin musste miterleben, wie einer seiner Anhänger Lublin verliess und andernorts sein eigenes chassidisches Movement gründete. Allerdings mit anderen ideologischen Inhalten. Der „abtrünnige“ Rabbi Yaakov Yitzchak Rabinowicz (genannt HOLY JEW) zeigte sich so ziemlich angewidert von der Rolle des Zaddik (Gerechten), welche der Seher in Lublin proklamierte. Rabbi Rabinowicz wollte wieder mehr Thorastudium und Ernsthaftigkeit in den Chassidismus einbringen, anstatt immer nur vom Zaddik zu reden. Obwohl beide Rebben weiterhin in Kontakt standen, gab es dennoch Differenzen. Andere chassidische Rebben schalteten sich ebenfalls ein und sahen in Rabbi Yaakov Yitzchak Rabinowicz abtrünnige Ideen. Trotzdem setzte sich das neue Movement innerhalb des Chassidismus durch. Ein Grund dafür war der Nachfolger des Heiligen Juden: Rebbe Simcha Bunem von Peshis’cha. Nach dessen Tod übernahm, wie gesagt, der Kotzker Rebbe das Zepter der Bewegung, aus welcher im Nachhinein die chassidische Gruppe Gur hervorging.
Nicht nur Gur, sondern auch weitere chassidische Gruppen. Andere blieben beim Seher in Lublin und dessen Ideologien finden wir heute, u.a., bei Satmar oder Belz. Chabad – Lubawitsch war von all dem nicht betroffen, denn Rebbe Schneur Zalman von Liadi hatte mit all dem nichts zu tun und war, nach dem Tode des Maggid von Mezritch, unabhängig geblieben. Sprich, der erste Chabad Rebbe hatte sein eigenes unabhängiges Movement gegründet.
Bis heute bestehen gravierende Unterschiede zwischen den Lehren des Baal Shem Tov und denen des Kotzker Rebben bzw. dem Peschis’cha Movement. Besonders bekannt wurde Letzterer dadurch, dass er sich die letzten 19 Jahre seines Lebens in einem Zimmer seines Hauses einschloss und mit der Außenwelt nichts mehr zu tun hatte. Sein Essen wurde ihm vor die Türe gestellt und das wars. Was genau der Grund war, dieses Geheimnis nahm der Kotzker Rebbe mit ins Grab. Draußen vor dem Haus aber gärte es und viele Kotzker Chassidim hatten die Nase voll von den Eskapaden ihres Rebben. So schlossen sie sich, u.a., dem Izbitscher Rebben an.
Andere hingegen harrten weiter aus und nach dem Tod des Kotzker Rebben übernahm der erste Gerrer (Gur) Rebbe Yitzchak Me’ir Alter (der Chiddushe’i HaRim) die Führung. Daraus wurde dann die heute größte chassidische Gruppe Israelis: GUR.
Auf die Unterschiede zwischen dem Baal Shem Tov sowie Rebbe Menachem Mendel von Kotzk gehe ich in einen nachfolgenden Artikel ein !
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