Kaschrut/Schiurim

Über die Schwierigkeiten der israelischen Kaschrut

B“H
Am gestrigen Abend war ich bei einem superinteressanten Schiur (religiöser Vortrag) im hiesigen OU Center (Orthodox Union / Israel Center). Rabbi Tzvi Liker (ein bekannter Kashrut Experte) sprach über das Kaschrut – Wesen in Israel. Dabei hob er ein Thema besonders hervor: Den Unterschied in der aschkenazischen und sephardischen Kaschrut.
Wie soll man einem Außenstehenden die Koschergesetze erklären ? Und wie einem Diasporajuden das Kaschrutsystem in Israel, welches da so ganz anders funktioniert als in der Diaspora ?
Antwort: Ein Ding der Unmöglichkeit und ich gehe immer wieder nur auf allgemeine Themen der Kaschrut ein. Noch dazu, wo in Israel eine völlig andere Situation besteht als in der Diaspora. Nämlich die teilweise gravierenden Unterschiede in der aschkenazischen und sephardischen Kaschrut. Nicht in den Koschergesetzten der Thora oder des Talmud, sondern in der praktischen Handhabung. Unter anderem folgen sephardische Juden einer anderen Art der rituellen Tierschlachtung (Schechitah). Wie genau, weiss ich nicht. Allerdings esse ich auch Fleisch mit dem Koscherzertifikat (Hechscher) Beit Yosef. Beim Beit Yosef handelt es sich um das sephardische Badatz (Beit Din Zedek). Das sozusagen höchste Koscherzertifikat. Böse Belzer Maschgiach – Zungen behaupten ja oft, Beit Yosef sei besser als das Jerusalemer Oberrabbinat (Rabbanut). 🙂
Und hier sehen wir, dass Koscher nicht immer Koscher ist und das gerade in Israel ganze Kaschrutkriege zwischen diversen einzelnen Institutionen ausgefochten werden. Hiermit meine ich nicht unbedingt Aschkenazim und Sepharadim, sondern die Batei Din Zedek (Badatzim) von Belz, Toldot Aharon, der Edah HaCharedit, Satmar oder Chabad gegen das israelische Oberrabbinat (Rabbanut). Andererseits geht nichts ohne das Rabbanut, denn es gibt eine offizielle staatliche Gesetzgebung diesbezüglich und das Oberrabbinat ist eine staatliche Einrichtung, wohingegen die Badatzim privat geführt werden.
Alles klar ? Nee !
Das macht nichts, denn die meisten Israelis kennen sich auf dem Gebiet kaum mehr aus, es sei denn, jemand besteht auf koscherem Essen und schaut genau auf das jeweilige Zertifikat. Den Fehler sich blind nach einem Zertifikat zu richten, ohne genauer hinzuschauen, sollte man allerdings vermeiden. Zuviele Hechscherim (Zertifikate) sind gefälscht oder verschönert. Das Rabbanut richtete sogar eine eigene Abteilung gegen Kaschrutbetrug ein.
Bevor vielleicht irgendwelche anti – sephardischen Bemerkungen aufkommen: Das Hechscher Beit Yosef erhielt nicht seinen Namen von Rabbi Ovadiah Yosef, sondern von Rabbi Yosef Karo, dem Autor des Schulchan Aruch.
Rabbi Liker vermied es sorgsam, nicht auf die Dispute zwischen dem Oberrabbinat sowie den Batei Din Zedek einzugehen. Dies allerdings allein hätte auch den zeitlichen Rahmen gesprengt.
Hier findet Ihr einen sehr guten Artikel zum Thema „Kaschrut in Israel“:
http://www.jerusalemkoshernews.com/2007/01/the-complicated-kosher-scene-in-israel-an-introduction/
Ich habe den Schiur aufgenommen und würde ihn gerne auf Youtube oder woanders veröffentlichen, weiss aber nicht wie. Ansonsten mache ich mich dieser Tage an einen Blogartikel, in dem ich beschreiben werde, was Rabbi Tzvi Liker genau sagte. In der Zwischenzeit findet Ihr hier noch ein paar allgemeine Infos zur Kaschrut in Israel:
https://books.google.co.il/books?id=smFVSUWXTbkC&pg=PR15&lpg=PR15&dq=rabbi+tzvi+liker&source=bl&ots=AuzcNGYFhO&sig=ZanOhCm6YtvV6OV-vDy80FTvepw&hl=iw&sa=X&ei=AZyLVYGCPYHxUr7sgYAC&ved=0CEQQ6AEwBQ#v=onepage&q=rabbi%20tzvi%20liker&f=false
Und hier beschrieb ich in der Vergangenheit die Koscher – Praxis im Land:
http://hamantaschen.blogspot.co.il/search/label/Kaschrut
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