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Interview zum jüdischen Bloggen

B“H

Hier sind mal meine Antworten auf die Anfrage einer Bloggerin zum jüdischen Bloggen :

Ursprünglich habe ich im Oktober 2006 mit dem Bloggen auf Hamantaschen angefangen, weil ich gelangweilt am Computer sass und drei Stunden frei hatte auf der Arbeit. Über das Judentum schreiben, hatte ich zuvor schon länger in Erwägung gezogen und dann ergab sich die Gelegenheit.
Aufgehört habe ich nicht, obwohl ich das des Öfteren vorhatte. Einmal aus Zeitgründen heraus oder weil ich ganz einfach die Nase voll hatte. Verwirklicht habe ich das jedoch nie.
Motivation ? Einerseits, weil ich mich den Lesern verpflichtet fühle. Die Hauptmotiviation aber besteht darin, den Leser aufzuklären. Oft schreibe ich auch nur Sachen, weil mir gerade der Sinn danach steht.
Frustration ? Ja, wenn dumme superchristliche Fragen von Nichtjuden kommen und sie sich weigern, die jüdische Antwort zu akzeptieren und weiter mit dem NT herumnerven. Ich hasse Endlosdiskussionen und blocke rigoros ab.
Was hat sich verändert ? Zuerst einmal die Einsicht, dass, würde ich heute mit dem jüd. Bloggen anfangen, ich bestimmte Anfängerfehler nicht mehr begehe. Damit meine ich diverse Kommentare, insbesondere von deutsch – jüdischer Seite. Von Oktober 2006 bis ca. ein Jahr danach, stiess ich auf Besserwisserei und eher seltsame Kommentare a la „Ich solle gefälligst nicht auf Deutsch bloggen, denn ich lebe ja in Israel“. Wörtlich bekam ich von jüdischer Seite zu hören, man brauche in Deutschland meine Blogs nicht und ich solle gefälligst nur auf Englisch schreiben und mich sozusagen vom Acker machen. Das Gequake habe ich viel zu spät gelöscht bzw. ignoriert. Mein Fehler, aber was wusste ich damals schon ?
Ich schreibe heute nicht anders und wenn mir danach ist, schreibe ich so richtig meine Meinung. Gefährlich ist das nicht, aber man muss halt mit dummen Kommentaren rechnen. 🙂
Bei Kommentaren kommt es darauf an. Nicht alles Negative wird von mir gelöscht, aber, wenn so Sprüche kommen, wie man schreibe gequirrlte Scheisse oder derjenige Leser müsse beim Lesen kotzen, wird rigoros gelöscht. Nach all den fast acht Jahren des Bloggens bin ich ziemlich abgebrüht. Heisst, ich lese den ersten Satz, weiss woher der Hase läuft und, wenn nötig, lösche ich den Kommentar. Manche Leute schreiben mir seitenweise Beschimpfungen und das lese ich mir erst gar nicht durch. Erster Satz und Goodbye Charlie.
Ich lege keinen besonders hohen Wert auf viele Klicks, sondern auf Leser, die etwas aus den Inhalten mitnehmen. Allerdings bin ich durchs Bloggen auf Leute gestossen, für deren Sites ich dann schreiben durfte. Bezahlte Artikel. Vor allem auf amerikanisch – jüdischen Sites. Selbst ein deutsches Reisebüro kontaktierte mich vor einem Jahr und zahlte mir eine Menge Geld für einen Jerusalemer Werbeartikel.
Andererseits fand ich durchs Bloggen meine wahre Leidenschaft: Das Schreiben ! Und das nicht unbedingt ausschliesslich im jüdischen Genre, sondern vorwiegend ganz woanders.
Als Newcomer sollte man sein Bloggerding durchziehen und idiotische Kritik ignorieren. Vor allem in Deutschland ist der Neidfaktor sehr hoch und viele schreiben einem, wenn sie alles besser wissen. Mit der Zeit aber lernt man damit umzugehen.
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