Judentum/Juedische Konzepte/Rabbi Moshe Chaim Luzzatto/Schabbatzeiten/Thora Parasha

Parashat BECHUKOTAI – „Die Bedeutung von Belohnung und Bestrafung im Judentum“

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Photo: Miriam Woelke

 

B“H
Die Thoralesung für diesen Schabbat
Bei der Parashat BECHUKOTAI handelt es sich um die letzte Thoralesung in Leviticus (Sefer Vayikra). Am nächsten Schabbat beginnen wir in den Synagogen mit dem Buch Numeri (Sefer Bamidbar). Zumindest in Israel, denn die Diaspora, so glaube ich, hängt mit den Thoralesungen aufgrund des siebten Pessach – Feiertages etwas hinterher.
Der Schabbat dieser Woche beginnt morgen Abend um 18.53 Uhr und endet am Samstagabend um 20.10. Diese Zeiten gelten ausschliesslich für Jerusalem !
Juden, die dem Brauch des Rabbeinu Tam folgen, beenden den Schabbat um 20.47 Uhr !
Am nächsten Dienstag beginnt der neue jüdische Monat SIVAN. Am Samstagabend der kommenden Woche, dem 23. Mai, beginnt der hohe jüdische Feiertag SCHAVUOT (das Wochenfest). In Israel endet Schavuot am darauffolgenden Sonntagabend, 24. Mai. In der Diaspora endet Schavuot erst am Montagabend.
Zu Schavuot werde ich im Verlauf der nächsten Woche ein paar Details schreiben. Kurz gesagt, handelt es sich um jenen Tag, an welchem G – tt den Juden am Berg Sinai die Thora gab.
Die Thoralesung (Parasha) Bechukotai beginnt mit einer Auflistung g – ttlicher Segen. Wenn die Juden nach den Thoragesetzen leben, geht es ihnen und dem Land Israel gut und sie stehen nicht unter dem negativen Einfluss der anderen Völker. Der mittelalterliche Kommentator Ramban schreibt, dass die nun in der Thora aufgelisteten Segen und Flüche verborgene Wunder seien. Es bestehe keinerlei Notwendigkeit, dass G – tt uns in Seiner Thora wissen läßt, dass, sobald wir Seine Mitwot erfüllen, es Israel und den Juden gutgeht bzw. es uns im entgegengesetzen Fall schlechter ergeht.
Eines der fundamentalen Grundprinzipien des Judentums lautet „Reward & Punishment – Belohnung & Bestrafung“. Leben wir gemäss der Thora, geht es uns, wie gesagt, nicht schlecht. Sind wir gegen die Thora, werden wir nicht gerade für unser Tun belohnt. Allerdings müssen Belohung und Bestrafung nicht unbedingt in diesem Leben stattfinden, sondern können uns genauso in der Kommenden Welt (Olam HaBah), heisst nach dem Tod, erwarten. Ferner ist zu beachten, dass es sowohl als auch unterschiedliche Level der Belohnung bzw. der Bestrafung gibt. Genauso wie es viele verschiedene Level der Teschuva (Umkehr zu G – tt) gibt. Nicht alles ist nur richtig oder falsch und muss entweder schwarz oder weiss sein.
Ein Mensch muss nach Perfektion streben, was in diesem Sinne nicht die große Karriere ist, sondern ein moralisches Leben verbunden mit einer Nähe zu G – tt. Unsere Welt sowie wir wurden von G – tt mit einer positiven Charakterseite (Yetzer HaTov), aber auch einer negativen Seite (Yetzer HaRah) erschaffen. Unsere Aufgabe besteht darin, Negatives zu überwinden. Was G – tt nicht von uns verlangt ist, nur noch perfekt zu sein. Eine 100%ige Perfektion existiert nicht, denn wir sind nur Menschen. Jeder hat seine Fehler und sein Potenzial. Ziele, die wir nicht in der Lage sind zu verwirklichen, sollten wir uns erst gar nicht stecken. Gemäß unserem individuellen Potenzial sollten wir uns kleine realistische Ziele setzen und die versuchen zu erreichen. Ohne dabei auf den Nachbarn zu schauen, was der da alles macht und erreicht. Es geht um uns und der Nachbar hat andere Aufgaben im Leben.
Der Ramchal, Rabbi Moshe Chaim Luzzatto, schreibt in einem seiner Essays:
Die menschliche Rasse ist einzigartig unter allen anderen Lebewesen, denn G – tt stattete uns mit einem FREIEN WILLEN aus. Somit sind wir in der Lage Gutes oder weniger Gutes zu tun. Tiere handeln nach ihrem Instinkt, wir Menschen haben die freie Wahl. Es liegt an uns, wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten und wie wir dementsprechend agieren.
Nun könnte man meinen, dass wir nicht gerade Verbrecher sind und eigentlich ganz normal. Ups and Downs und irgendwie zwischendrin. Wer aber denkt schon an all die kleinen negativen Charaktereigenschaften, die uns nicht selten zum negativen Handeln verleiten: Stolz, Arroganz, Egoismus oder Hass, zum Beispiel.
Ein weiteres fundamentales Prinzip im Judentum lautet TESCHUVA (Umkehr zu G – tt). Der Mensch kann also aufrichtig bereuen und niemand ist wegen jedem kleinen Vergehen sofort verdammt.
Bezüglichen dieser im Text genannten jüdischen Prinzipien gibt es keine definitive Antwort, sondern alles hängt vom jeweiligen Menschen und seinem Potenzial ab. Manche können mehr tun, andere weniger. Allerdings stellt diese Argumentation keinerlei Freischein dar, dass man halt weniger Potzenzial habe und dementsprechend herumsifft. Jeder sollte sein Möglichstes versuchen und nicht aufgeben, wenn einmal etwas nicht klappt.
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