G - tt/Rambam/Welterschaffung/Wissenschaft

Zum körperlosen G – tt

B“H
Es ist schon einige Zeit her, da nervte ein Leser auf meinem englischen Blog mit der Aussage, G – tt besitze Körper und Form. Als Beweis nannte er einen Blogartikel von einem Rabbiner, der in Israel aus gewissen Kreis verbannt ist. Offiziell besteht, soweit ich weiss, immer noch ein Bann gegen ihn.
Bekannt geworden ist besagter amerikanischer und in Israel lebender Rabbiner, weil er anfangs über Tiere schrieb, die in der Thora aufgeführt werden. Dann kam der Bann. Angeblich, weil er behauptet hatte, die Welt sei nicht in sechs Tagen erschaffen worden, sondern in einer Zeitspanne von Millionen von Jahren. Dem stimme ich absolut zu, denn zur Zeit der Welterschaffung bestand ein Tag noch nicht aus 24 Stunden. G – tt musste die Zeit erst erschaffen. Demzufolge kann ein Tag in der Erschaffungsphase 24 Stunden genauso wie Milliarden von Jahren lang sein. Viele Rabbiner stimmen dem zu, andere bestehen auf die sechs Tage mit den 24 Stunden.
Meiner Meinung nach musste besagter Rabbiner wegen seiner Bücher nicht verbannt werden, doch offenbar kannte ich nicht die ganze Wahrheit. Aber wer kennt die schon ?
Rabbi Nathan Slifkin erwies sich als Verfechter eines G – ttes, der aus Körper und Form besteht. Berufen tut er sich auf ein paar frühmittelalterliche Rabbiner, welche eine derartige These aufstellten. Allerdings ohne jemals anerkannt worden zu sein, denn eines der wichtigsten Fundamente des Judentums ist, dass G – tt weder Körper noch Form besitzt.
Immer wieder kommen in jüdischen Kreise diverse Meinungen zu G – tt auf und mittelalterliche Rabbiner waren berühmt für ihre Theorien und Gedankenspiele. Häufig wurden neue Thesen nicht abgelehnt und insbesondere von der Kabbalah aufgenommen. Nicht jedoch die Theorie, G – tt besitze einen Körper.
Egal, wie und was, bis auf den heutigen Tag werkelt Rabbi Slifkin an seiner These, G – tt besitze Körper und Form. Soll er von mir aus machen, was er will. Eine allzu große Anhängerschaft, wie noch ganz am Anfang, besitzt er jedenfalls nicht mehr. Vermutlich auch, weil in der Zwischenzeit viele Rabbiner zum Thema Wissenschaft, Natur sowie wissenschaftliche Inhalte der Thora schreiben. Ich kann hier nur Rabbi Zamir Cohen empfehlen. Eines seiner Bücher erschien in englischer Sprache, der Rest wurde noch nicht aus dem Hebräischen übersetzt, doch HIER findet Ihr Vorträge in englischer Sprache !
Des Weiteren empfehle ich definitiv die Literatur von Gerald Schroeder zum Thema BIG BANG.
Ehrlich gesagt, verstehe ich die wirre These vom körperlichen G – tt überhaupt nicht. Der Rambam (Maimonides, Rabbi Moshe ben Maimon), 1135 – 1204, verdeutlicht das sehr gut in seiner Mischna Thora sowie dem Führer der Unschlüssigen (Guide for the Perplexed). Genauso finden wir folgende Aussage in der Thora (Parashat Va’etchanan, Deuteronomy 4:12)
G – tt spoke to you from the midst of fire; you were hearing the sound of words, but you were not seeing a form, only a sound.
In der Mischna Thora / Hilchot Yesode’i HaTorah 1:7 heisst es:
Hätte der Erschaffer Körper und Form, wäre Er in seinen Handlungen und Wesen eingeschränkt, weil ein Körper immer eingeschränkt ist. ….. Da G – tt uneingeschränkte Kräfte besitzt, sehen wir, dass Seine Kräfte nicht von einem Körper stammen.
Oder in der Mischna Thora / Hilchot Yesode’i HaTorah 1:11
Da G – tt weder Körper noch Form besitzt, steht Er über Zeit und Raum. Er hat weder Anfang noch Ende und Er unterliegt keinerlei Veränderungen.
Im Führer der Unschlüssigen 1:57 schreibt der Rambam:
G – ttes Existenz ist absolut. Seine Existenz sowie Sein inneres Wesen sind eins. Seine Existenz ist immer absolut und es fand niemals eine Veränderung in Ihm statt. Folglich existiert G – tt ohne die Eigenschaft der Existenz.
Dennoch wurde auch der Rambam seinerzeit mit Behauptungen konfrontiert, G – tt besitze einen Körper. Seine Statements und Kontroversen dazu verfasste er in einer berühmten, aber schwer erhältlichen Schrift: Im IGGERET TECHIYAT HA’METIM – Im WERK ZUR AUFERSTEHUNG DER TOTEN. Wer das lesen will, kann sich den Text entweder herunterladen oder online lesen. Kostenlos ! Allerdings nur in hebräischer Sprache. 🙂
http://hebrewbooks.org/42173
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