Kaschrut/Tiere im Judentum

Jagd & Kaschrut im Judentum

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Photo: Miriam Woelke

 

B“H
Am vergangenen Schabbat lasen wir in den Synagogen die Thoralesung (Parashat) Shemini, die uns da, u.a., die Koschergesetzte lehrt: Ein koscheres Tier muss ein Wiederkäuer sein und gespaltene (separate) Hufe haben. Ist nur eine der zwei Bedingungen vorhanden, so ist das Tier nicht koscher.
Die Menschen der Antike betrachteten Pferde, Hunde oder Füchse als saubere reine Tiere. Die Thora dagegen stimmt dieser Ansicht ganz und gar nicht zu.
Schechitah / jüdisch- rituelles Schächten verursacht dem Tier einen sofortigen Tod. Darüber hinaus werden nach dem Schächten die Lungen des Tieres inspiziert. Hierzu existieren spezifische halachische Vorschriften. Diese Vorgehensweise bewahrt die Verbraucher davor, sich Krankheiten einzuhandeln. Im Mittelalter waren Juden fast immun gegen die alles dahinraffende Pest, denn man hielt sich an die Koschergesetze (Kaschrut). Diese schreiben vor, dass sich ein Jude vor dem Essen die Hände waschen muss. Geradezu einmalig im Mittelalter, denn eine Menge Leute wuschen sich niemals oder nur selten. Hygiene war ein Fremdwort, doch im Judentum ist gerade die Hygiene sehr wichtig und genau festgelegt. Aufgrund ihrer Reinheitsgesetze starben relativ wenig Juden an der Pest, was wiederum den Argwohn der christlichen Mitmenschen hervorrief und man zu behaupten begann, Juden seien Schuld am Schwarzen Tod, denn sie vergiften Brunnen.
Des Weiteren waren die Völker der Antike der Ansicht, unreine Tiere seien als Feinde anzusehen und daher zu jagen. Gemäss dem Talmud Traktat Bava Metziah 32b ist das Jagen von Tieren aus sportlichen Gründen heraus verboten. Einem Tier unnötig Qualen zu bereiten, ist im Judentum verboten. Der einstige deutsche Rabbi Me’ir von Rothenburg sagte seinerzeit: „Derjenige, der mit Hunden Wild jagen geht, geniesst keinen Platz in der Kommenden Welt (Olam Ha’Bah)“.
Die Kaschrutgesetze dienen einem Juden, u.a., dazu, Selbstkontrolle zu lernen. Bevor wir etwas in den Mund stecken, sollten wir uns vergewissern, ob es erlaubt und gut für uns ist. Nur eben mal so etwas hineinstopfen, weil mir gerade der Sinn danach steht, wirkt sich ebenso negativ auf die Seele aus. Koscheres Essen dient daher nicht nur dazu, dem Körper Nahrung zuzuführen, sondern wird gleichzeitig zu einem heiligen Akt. Oder in anderen Worten ausgedrückt: Wir sollten uns nicht wie Tiere benehmen und einfach drauflosfressen, um unsere kurzfristigen Bedürfnisse zu erfüllen. 🙂
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Quelle:
The Shabbat Table by Chaim Wilschanski

 

Weitere Links:
Tierschutz im Judentum, Teil 1
Tierschutz im Judentum, Teil 2
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