Adoption im Judentum/Giur (Konversion)/Rabbi Yitzchak Breitowitz

Die Konversion zum Judentum von Minderjährigen und Embryo, Teil 3

B“H
Die ersten beiden Teile dieser Miniserie findet Ihr hier:
Teil 1
Teil 2
In den ersten beiden Teilen der Serie über „die Konversion zum Judentum von Minderjährigen und Embryos“ ging es in erster Linie um die Minderjährigen. In diesem dritten und letzten Teil geht es jedoch ausschliesslich um Embryos.
In seinem Schiur (relig. Vortrag) machte Rabbi Yitzchak Breitowitz es sehr deutlich, dass die Mehrheit aller orthodoxen Rabbiner eine schwangere nichtjüdische Frau nicht zum Judentum konvertieren. Stattdessen erfolgt der Konversionsprozess erst nachdem die Frau ihr Kind geboren hat. Danach werden Mutter und Kind separat konvertiert.
Es ist vollkommen unerheblich, ob der Vater des Kindes Jude oder Nichtjude ist, denn das Kind der nichtjüdischen Frau wird auf alle Fälle als Nichtjude geboren.
Es bestehen unterschiedliche Ansichten zum Thema „Konversion einer schwangeren Frau“. Heisst im Klartext, dass einige orthodoxe Rabbiner den Embryo als Teil der Mutter sehen, denn sie ist es, die dem Embyro Leben gibt. Andere Rabbiner hingegen betrachten den Fötus als ein separates Lebewesen.
Dementsprechend gilt für Rabbiner, welche den Embryo als separates Lebewesen betrachten, eine eventuelle Mikweh (Ritualbad) der schwangeren Mutter als ungültig. Wie wir bereits wissen, muss ein Konvertit zum Judentum (egal, ob Männlein oder Weiblein) nach dem Beit Din (rabbinisches Gericht) in die Mikweh. In diesem Fall jedoch wird die Mikweh des Embryos in Frage gestellt, denn er befindet sich in der Gebärmutter der Mutter wie in einer Box. Der halachische Ausdruck hierfür lautet CHAZIZAH.
Folgende Frage tut sich auf: Gilt der Embryo, wenn die Mutter noch während der Schwangerschaft konvertiert, als geborener Jude oder nicht ?
Ein Baby, das zwei jüdische Elternteile hat, gilt automatisch als geborener Jude. Das Neugeborene einer konvertierten Frau gilt erst nach der Brit Mila (Beschneidung eines Jungen) bzw. nach dem Baby Naming eines Mädchens als Jude. Dieser Fall gilt nur bei der rabbinischen Ansicht, dass der Embryo ein separates eigenständiges Lebewesen ist.
Jene Rabbiner, welche die Frau noch während der Schwangerschaft konvertieren bzw. Embryo und Mutter als eine Einheit betrachten– In dem Fall gilt das Baby als geborener Jude.
Wenn fast alle orthodoxen Rabbiner keine schwangeren Frauen konvertieren, was geht uns dann diese komplizierte Halacha an ? Nun in einem speziellen Fall spielen diese Vorgaben eine immense Rolle: Nämlich dann, wenn es zur künstlichen Befruchtung bzw. Einpflanzen von Eizellen kommt. Was, wenn der Ursprung der Eizelle bei einer nichtjüdischen Frau liegt ? Ist dann das Baby Jude oder nicht ?
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