Halacha/Rabbi Yitzchak Breitowitz/Schabbat

Sollen Juden einen Juden zum Schabbat einladen, wenn sie wissen, dass der Gast mit dem Auto kommt ?

B“H
Im Judentum gelten die Thoramitzwot nicht als spirituelles Trallala, sondern sie sind fester Bestandteil des Willen G – ttes. G – tt teilt uns in der Thora mit, was genau er von uns Juden will. Das Judentum besteht aus dem TUN. Man muss aktiv werden und Mitzwot einhalten und nicht nur dasitzen und sich Gedanken machen.
Einmal pro Woche gehe ich zu einem halachischen Schiur (relig. Vortrag) und sobald man dort zwei Minuten zuhört, wird einem bewusst, wie kompliziert und themenreich die Welt der Thoragesetze ist.
In der vergangenen Woche lehrte Rabbi Yitzchak Breitowitz zum Thema:
„Soll ein relig. Jude einen säkuleren Juden zum Schabbat einladen, wenn der Gastgeber weiss, dass der Gast mit dem Auto anreisen wird ?“
Eine sehr geläufige Frage im Judentum. Insbesondere bei neureligiösen Juden, deren Eltern absolut säkuler leben. Die Thora verbietet einem Juden einen anderen Juden zum Verstoß gegen die Thora zu verleiten. Sprich, man soll kein Hindernis vor einem anderen aufbauen.
Wenn ich also einen säkuleren Juden zum Schabbat einlade und ich weiss, dass dieser mit dem Wagen vorfahren wird, verleite ich den Juden dann nicht zum Verstoß gegen die Thora ? Autofahren ist am Schabbat verboten. Erstens, weil der Motor sich entzündet und zweitens, weil bei längeren Autofahrten von Ort zu Ort das Eruv gebrochen wird. Bin ich dann schuld, dass derjenige Jude sündigt oder würde er mit dem Auto eh fahren ? Wenn nicht zu mir, dann halt woanders hin.
Die halachische Interpretation ist selbst hier kompliziert und die Antwort lautet, dass es keine eindeutige rabbinische Antwort gibt. Die einen Rabbiner sind ziemlich „machmir“. Bedeutet, dass man den Juden nicht einladen soll. Andere sehr orthodoxe Rabbiner wie Rabbi Moshe Sternbuch (ehemals Edah HaCharedit) sind der Ansicht, dass man denjenigen Juden einladen darf. Selbst, wenn er mit dem PKW kommt. Immerhin bestehe die Möglichkeit, dass der heute noch säkuler lebende Gast so positiv beeinflusst wird, dass er in Zukunft zu seinen jüdischen Wurzeln zurückfindet. Nicht anhand von Zwang, sondern es kommt nicht selten vor, dass ein säkuler lebender Jude von der Schabbatatmosphäre in einem frommen Haushalt mehr als beeindruckt ist.
Die Frage des Ja oder Nein ist vielfältiger als ich es an dieser Stelle beschreibe und man solle sich diesbezüglich mit seinem eigenen Rabbiner beraten.
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