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„Passing the Torch“ – Das Judentum nach dem Holocaust

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Photo: Miriam Woelke

 

B“H
Vorgestern Abend nahm ich, wie angekündigt, am Film Event des Rabbi Berel Wein teil. Die Veranstaltung fand in der Jerusalemer Cinema City statt und war ausverkauft. Mehrere Hundert Menschen, vorwiegend Anglos, waren da.
Nachdem Rabbi Wein eine kurze Ansprache zu dem von ihm produzierten Film hielt, ging es los. „Warum ausgerechnet eine neue Holocaust Reportage ? Gibt es nicht schon genug davon ?“ Ja, aber nicht unbedingt eine aus dem persönlichen Bereich, die auch noch aufzeigt, wie das Judentum nach dem Holocaust überleben konnte. Viele Überlebende gaben nach der Schoah den Glauben an G – tt auf und ich selbst kenne eine Frau, die noch nicht einmal mehr am Yom Kippur fastet. Nie wieder wolle sie hungern.
Dennoch gaben Tausende Juden nach dem Holocaust nicht auf, gründeten neue Familien oder wurden sogar religiös. Es gibt also allerlei Facetten und nicht nur eine einzige.

 

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Photo: Miriam Woelke

 

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Photo: Miriam Woelke
 Rabbi Berel Wein bei seiner Ansprache vor dem Film.
Rabbi Weins neue Holocaust Reportage handelt am Anfang von Direktor der bekannten israelischen Arachim Institution, welche Juden ihr eigenes Judentum näher bringt. Ein Vorfahre des Yosef Wallis lebte seit vielen Jahren auf Palma de Mallorca bevor er und seine Schwester von der mittelalterlichen Inquisition gefoltert und hingerichtet wurden. Die katholische Kirche hatte beide gezwungen, zum Christentum überzutreten, was man auch tat. Insgeheim aber wurde das Judentum weitergelebt, bis die Inquisition Wind davon bekam. Der Vorfahre des Yosef Wallis weigerte sich, dass Kreuz zu küssen und endete, zusammen mit seiner Schwester, auf dem Scheiterhaufen.
Die Mutter des Yosef Wallis stammte aus Ungarn und fast die gesamte Familie kam im Holocaust ums Leben. Seine Mutter genauso wie sein Vater überlebten Auschwitz und heirateten in einem DP Camp. Die rabbinische Trauung nahm der berühmte Klausenburger Rebbe vor.
Der Großvater des Yosef Wallis wurde kurz vor der KZ Befreiung von der SS erschossen, da er sich weigerte, Schweinefleisch zu essen. Yosef Wallis stellt in der Reportage die Frage, warum sein Vorfahr sich weigerte, dass Kreuz zu küssen und warum sein Großvater sich geweigert hatte, Schweinefleisch zu essen. Hatten nicht Inquisition sowohl als auch der SS Mann versprochen, wenn die Bedingung erfüllt wird, denjenigen freizulassen ?
Die Antwort hierauf lautet: Es wäre erlaubt gewesen, in einem Büro der SS Schweinefleisch zu essen, um sein Leben zu retten. Oder das Kreuz zu küssen. Kein Big Deal, denn man glaubt ja eh nicht daran. Allerdings wurden der Vorfahre sowohl als auch der Großvater öffentlich herausgefordet und sobald ein Rabbiner öffentlich beschämt werden soll, kann er den Tod vorziehen.
Yosef Wallis wurde in Israel geboren, zog jedoch als Kind mit seinen Eltern in die USA, wo er säkuler wurde. Später kehrte er nach Israel zurück und diente in der Armee. Bereits verheiratet, fand er sich einmal in einer Schlange vor einem Schweinefleischtresen wieder. Dabei fiel ihm sein Großvater ein, der sich einst im KZ weigerte, Schweinefleisch zu essen. Yosef Wallis schämte sich, verliess den Laden und wollte unbedingt lernen, warum sein Großvater sich einst weigerte und lieber starb.
Yosef Wallis fand zum Judentum zurück und berichtet, wie wichtig es ist, auch nach Katastrophen Teil des jüdischen Volkes zu bleiben. Zum Judentum zu stehen und es zu leben.
Hunderttausende relig. Juden kamen im Holocaust ums Leben, doch sehen wir uns an, was wir heute vorfinden: Juden, die Thora lernen und Yeshivot (jüd. Lehrinstitute). Das Judentum blüht und nur so wird das jüdische Volk weiterhin bestehen.
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