Adoption im Judentum/Giur (Konversion)/Rabbi Yitzchak Breitowitz

Die Konversion zum Judentum von Minderjährigen und Embryo, Teil 2

B“H

Den ersten Teil meiner Miniserie findet Ihr HIER !

In meinem letzten Artikel schrieb ich von nichtjüdischen Eltern, die zusammen mit ihren Kindern zum Judentum konvertieren. Ebenso erwähnte ich, dass die als Minderjährige konvertierten Kinder das Recht haben, dem Judentum Goodbye zu sagen. Vor ihrer Bar oder Bat Mitzwah muss ein solches offizielles Statement erfolgen und danach sind die Kinder keine Juden mehr.
Die Frage ist: „Was, wenn ein Kind nichts von diesem Recht wusste ? Oder was, wenn ein Kind nicht wusste, dass es adoptiert ist ? „
Anmerkung: Adoptierte Kinder, deren Adoptiveltern Juden sind, haben dieselbe Option des „Widerrufsrecht“ wie jene Kinder, die einst mit ihren Eltern konvertiert sind. Dieses Recht trifft im Adoptionsfall jedoch nur auf nichtjüdische Kinder zu, welche von einem jüdischen Paar adoptiert wurden.
Wenn das Kind nichts von seinem Recht wusste, so kann es dem Judentum entsagen, wann immer es davon erfährt. Allerdings muss das Kind dies am selben Tag, an dem es von seinem Recht erfuhr, ein offizielles Statement abgeben. Das Recht ist, laut Rabbi Moshe Feinstein, an einen einzigen Tag gebunden.
Was aber, wenn das Kind zwar Jude bleiben, aber nicht mehr religiös leben will ?
In solch einem Fall kann die Konversion für null und nichtig erklärt werden ! Nichtsdestotrotz ist folgendes zu bedenken: Laut dem Talmud kann eine Konversion zum Judentum nur dann von Rabbinern rückgängig gemacht werden, wenn eindeutig nachzuweisen ist, dass der Konvertit im Augenblick seiner Konversion mit falschen Absichten Jude wurde. Wenn er, zum Beispiel, das Beit Din (Rabbinisches Gericht) anlog und von vornherein nicht vorhatte, nach der Thora zu leben.
Persönlich hörte ich vor Jahren von einem deutschen Konvertiten, der in Israel lebte und eine Israelin vergewaltigte. Das Beit Din nahm ihm daraufhin die Konversionspapiere weg. In einem anderen Fall zog ein Konvertit in einen säkuleren Kibbutz und auch dies sah das rabbinische Gericht als Grund an, dem Konvertiten die Papiere wegzunehmen.
Ein weiterer Fall: Was, wenn ein Konvertit homosexuell ist und diese Tatsache dem Beit Din verschweigt ? Ein homosexueller Konversionskandidat, der nicht vorhatte, seine Neigungen nicht mehr auszuleben ? Auch in diesem Fall kann der Giur entzogen werden.
Aber zurück zu unserem Fall mit den Minderjährigen:
Wenn das Kind seine Bar Mitzwah feiert und danach einige Jahre weiterhin fromm lebt und dann säkuler werden will ? Was dann ?
In dem Fall wird die Konversion nicht rückgängig gemacht.
Nichtsdestotrotz sollte immer ein Rabbiner zu Rate gezogen werden !
Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s