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Parashat (Thoralesung) VAYIGASH & Kohelet 11:1

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Photo: Miriam Woelke
B“H
An diesem Schabbat wird in den Synagogen die Thoralesung (Parasha) VAYIGASH gelesen. Yehudah setzt sich zur Wehr, um seine Brüder zu beschützen und Yosef gibt sich als der verlorene Sohn zu erkennen.
In Jerusalem beginnt der Schabbat am morgigen Spätnachmittag um 16.07 Uhr und endet am Samstag um 17.23 Uhr (Ortszeit).
Bevor Chanukkah begann, ging ich zu einem Schiur (relig. Unterricht) von Rabbi Mordechai Machlis. Normalerweise nehme ich mindestens zweimal pro Woche an Schiurim teil. Bei Rabbi Machlis sowie bei Rabbi Yitzchak Breitowitz.
Das letzte Mal jedoch erschien Rabbi Machlis nicht und ich nehme an, dass der Grund seine an Krebs erkrankte Frau Henny war, denn sie unterzieht sich endlosen Chemotherapien etc. Stattdessen schickte Rabbi Machlis einen seiner Schwiegersöhne, um den Schiur zu geben. Rabbi Willig, glaube ich, heisst er.
Da Rabbi Machlis momentan das gesamte Buch Kohelet (Ecclesiastes) lehrt, setzte sein Schwiegersohn dies fort und es ging um Kohelet 11:1 – 2, wo steht:
Send your bread upon the waters, for many days you will find it. Distribute portions to seven, or even to eight, for you never know what calamity will strike the land.
„Send your bread upon the waters“ – Was soll das bedeuten ? Dass man Brot ins Wasser wirft ?
Man wirft etwas ins Wasser und es kommt nicht mehr zurück ?
Rabbi Machlis sowie Rabbi Willig vergleichen dies mit einem Juden, der auf irgendeine Person trifft, die da eine Frage oder ein Anliegen hat. Soll man Mitmenschen, die etwas von einem wollen, freundlich behandeln, wenn man genau weiss, dass man sie nur dieses eine Mal im Leben trifft ? Wozu eine Bitte erfüllen, wenn man die Person eh nie wiedersieht ? Da ist doch alles egal, oder nicht ?
Man wirft sozusagen Brot ins Wasser und es kommt eh nicht mehr zurück.
Man selber mag vielleicht nichts von dem sehen, was zurückkommen könnte, denn oft ist die Sache erledigt und man bekommt eh nichts mehr mit. Allerdings gibt es viele Fälle, in denen jemand half und gar keinen Dank erwartete. Nach Jahren zeigte sich die Person, die einmal Hilfe benötigte erkenntlich.
Rabbi Willig gab diesbezüglich ein hervorragendes Beispiel:
Eine Frau hatte einmal eine Reifenpanne mitten auf einem amerikanischen Highway. Sie konnte den Reifen absolut nicht allein wechseln und versuchte andere Autofahrer anzuhalten, um so Hilfe zu bekommen. Nur ein Autofahrer hielt an und der war dann auch gleich ein Fachmann. Flugs wechselte er den Reifen und die Frau wollte ihn fürstlich belohnen, denn sie hatte Geld. Der Helfer lehnte jedoch ab und sagte stattdessen: „Denjenigen, den Du als nächstes siehst und der Hilfe braucht, dem händige das Geld aus“.
Die Frau fuhr weiter und bekam Hunger. Sie hielt vor einem Drive In und bestellte etwas zu essen. Die Serviererin war freundlich, aber man sah ihr an, dass sie kein leichtes Leben hatte. Die wohlhabende Frau übergab der Serviererin ein Trinkgeld von $ 500 und ging hinaus. Die Serviererin konnte es nicht fassen und war total happy.
Sie kam heim und dort sass ihr Mann am Küchentisch. Ausgelaugt von der Arbeit und seine Frau berichtete von dem Glücksfall. Das Geld wurde dringend benötigt.
„Und wie war es heute bei Dir ? Warum bist Du so platt ?“ fragte die Frau ihren Mann. „Ich habe gearbeitet und danach auf dem Highway einer Frau beim Reifenwechsel geholfen“.
Man weiss nie, wen man im Leben trifft und was hinterher passiert. Ein paar nette Worte können beim Gegenüber einen bleibenden Eindruck hinterlassen und wer weiss, was sich daraus ergibt. Nie sollten wir eine Handlung unterschätzen.
Dasselbe sehen wir in der Parashat Vayigash. Die Brüder wollten den arroganten Schönling Yosef loswerden und verkauften ihn als Sklaven an eine nach Ägypten ziehende Karawane. Am Ende war es jedoch Yosef, der sie aus der Hungersnot rettete und den sie in ihrer Not in Ägypten als Stellvertreter des Pharao wiedertrafen.
Man weiss also nie, was eine Handlung für Folgen haben kann. Und da spielt es keine Rolle, ob ich jemanden jahrelang oder nur ein paar Minuten kenne.
Schabbat Schalom !
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