Baal Teschuva (Neureligioese)/Judentum/Rabbi Moshe Chaim Luzzatto/Rabbi Yosef Chaim Sonnenfeld/Thora Parasha/Vorvaeter

Das Judentum zur Namensänderung

B“H
In der gestrigen Thoralesung MIKEITZ interpretierte Yosef die Träume des Pharao, welcher ihm aus Dank einen gehobenen Posten anbot und gleichzeitig einen anderen, ägyptisch klingenden, Namen gab. Aus YOSEF wurde ZAFNAT PANEACH.
Der Ramchal (Rabbi Moshe Chaim Luzzatto, 1707 – 1746) stellt in seinem Thorakommentar (Parashat Mikeitz) die Frage, was Pharao dazu veranlasste, Yosefs Namen in Zafnat Paneach zu ändern. Der Ramchal antwortet, dass Pharao seinen Untertanen nicht das Gefühl vermitteln wollte, dass von nun an ein ausländischer Sklave etwas im Staat zu sagen hat. Zweitens brachte diese Namensänderung den Vorteil mit sich, dass als die Brüder des Yosef nach Ägypten kamen, um Lebensmittel einzukaufen, diese ihn aufgrund des neuen Namen tatsächlich nicht mehr erkannten.
Im Judentum verfolgen wir die Ideologie, dass der Vorname eines Juden diesem eine von G – tt vorbestimmte Aufgabe im Leben gibt. Ist die Aufgabe, was immer sie auch sein mag, erfüllt, so hat der Jude keinen Grund mehr zu weiterzuleben. Er steht ja plötzlich ohne g – ttliche Aufgabe da.
Aus diesem Grund ändern Juden, nachdem sie, z.B., von einer schweren Krankheit genesen sind, ihren Vornamen, damit sie eine neue Aufgabe im Leben erhalten. Entweder wird ein Vorname geändert oder ein zweiter Vorname hinzugefügt. Von Chaim Sonnenfeld zu Yosef Chaim Sonnenfeld, zum Beispiel. Rabbi Yosef Chaim Sonnenfeld war im Jahre 1919 / 1920 einer der Gründer der antizionistischen Edah HaCharedit von Mea Shearim.
Genauso sehen wir es in der g – ttlichen Namensänderung von Avram zu Avraham, von Sarai zu Sarah oder von Yaakov, der den Namen Israel erhielt. Ein neuer Name, eine neue von G – tt gegebene Lebensaufgabe.
Eine Gemara (rabbinische Diskussion) im Talmud Traktat Rosh Hashana 16b lehrt:
Rabbi Yitzchak sagte:
Vier Dinge können ein negatives G – ttesurteil abwehren:
Spenden an Bedürftige, ein Aufschrei zu G – tt, eine Änderung des Vornamen sowie eine Änderung der eigenen Handlungen.
Zusätzlich nennt die Gemara hier auch noch die Änderung eines Wohnortes. So, wie wir es, u.a., bei Avraham sehen als dieser vom Gebiet des heutigen Irak nach Israel (damals Canaan) zog.
Es heisst, dass, wenn ein Jude seinen Vornamen ändert, er sich mit seinen vorherigen Vergehen nicht mehr identifizert und von nun an ein besseres Leben führen will.
Der Rambam (Maimonides, 1135 – 1204) listet genau diese o.g. sowie weitere Punkte in seiner Mischna Thora – Hilchot Teschuva 2:4 als Voraussetzung für die Teschuva (Umkehr zu G – tt) auf.
In der Praxis ist es nicht genug, einfach eben mal so den Vornamen zu ändern, um sozusagen eine neue Chance von G – tt zu erhalten. Um eine Umkehr zu G – tt durchzuführen, sollte man genauso sein Leben zum Positiven verändern und nicht unbedingt wie gehabt weitermachen. In dem Fall nutzt auch die beste Namensänderung nicht.
Es ist absolut keine Seltenheit, dass sich säkulere Juden, die relig. werden wollen, einen neuen Vornamen zulegen. Bei Konvertiten zum Judentum sehen wir dasselbe, wobei man sich hier eher für einen biblischen Namen entscheiden sollte als einen hypermodernen israelischen Namen zu wählen.
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