Giur (Konversion)/Islam/Judentum

Konvertiten zum Judentum und konvertierte Islam – Salafisten

B“H
Vor ewigen Jahren kaufte ich mir einmal eine deutsche Taschenbuchausgabe zum Thema „Deutsche Konvertiten zum Judentum“. Weder an den Autor noch an den exakten Buchtitel kann ich mich nach all den Jahren erinnern, nur eines ist bei mir haften geblieben: Dass fast alle dort interviewten Konvertiten auf mich einen eher merkwürdigen Eindruck machten. Mit einer Ausnahme: Ein älterer Deutscher, der offenbar schon in den 60iger Jahren nach Israel gekommen war, zum Judentum konvertierte und seither auch im Land lebt.
Die Beschreibung einer der Konvertiten, war so abstrus, dass ich mich echt fragte, was dass denn für ein Chaot sei und wer den durchgelassen hat. Ein damals junger Deutscher, der zum Judentum konvertierte und dann auf deutschen Autobahnen per Anhalter fuhr und Autofahrer mit seinem Judentum anmachen oder einfach nur nerven wollte. Klar, es existieren Fälle von seltsamen Konvertiten, aber mehrheitlich traf ich bislang auf normale Leute und nicht jene, die sich unbedingt zum Affen machen müssen.
Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen jenen Deutschen die zum Islam konvertieren und jenen, die sich für das orthodoxe Judentum entscheiden ? Sicher gibt es Leute, die beide Gruppierungen über einen Kamm scheren und meinen, das seien alles radikale Irre. Egal, ob nun im Judentum oder im Islam.
Ich will hier nicht auf jene Konvertiten zum Islam eingehen, die sich nicht dem Salafismus zuwenden. Warum, frage ich mich, wollen normale deutsche Jugendliche oder junge Heranwachsende ausgerechnet in jene radikalen Salafistengruppen konvertieren, die ihnen nichts weiter bieten als eine Konvertitengesellschaft. Wenn schon konvertieren, dann will man normalerweise auf relig. Ebene im Verlauf des Lebens weiterkommen. Aufrichtig über die Religion lernen, dementsprechend leben und ein besserer Mensch werden. Seine Ziele neu stecken und auch erreichen. Warum sich also auf die Straße stellen und den Koran verteilen, wenn man 1. selbst noch kein gefestigter Muslim ist bzw. nicht viel Ahnung von der Religion besitzt und 2. warum nicht erst einmal sein inneres Wesen auf den Glauben abstimmen bzw. sein Leben dementsprechend verbessern ?
Eine ernsthafte orthodoxe Koversion zum Judentum setzt voraus, dass der Kandidat erst einmal lernt. Und das nicht nur so auf Marktplätzen oder Youtube a la Pierre Vogel, sondern so richtig mit Unterricht und Rabbiner. Niemand wird per Telefon von einem anderen Konvertiten konvertiert. Stattdessen muss sich der Kandidat einen Rabbiner sowie eine ihm zusagende Gemeinde suchen. Professionelle Rabbiner und keine selbsternannten Leute, die aus dem Nichts heraus nur Hass predigen. Vielmehr geht es im Judentum darum, sich selbst als Person zu verbessern und eine engere Verbindung zu G – tt zu suchen und nicht zu randalieren oder irgendwelchen Mitmenschen den Kopf abzuschneiden.
Soviel wie ich mitkriege, scheint mit die deutsche Salafistenszene ziemlich abgekapselt von den regulären Islamgemeinden zu sein. Die Salafisten kochen da eher ihr eigenes radikales Süppchen. Warum sich derlei Konvertiten nicht versuchen, in die muslimische Gesellschaft zu integrieren, ist mir ein absolutes Rätsel.
Was ich in Israel so sehe ist, dass Konvertiten zum Judentum nach einem erfolgreichen Konversionsprozess ihr eigenes neues Leben aufbauen. Sprich, Wohnung, Job, Heirat, Alltag und so. Man hört normalerweise nichts von ihnen, denn sie werden in die Gesellschaft eingebunden, sofern sie denn wollen. Es steht auch niemand auf der Straße und verteilt die Thora.
Ganz klar gibt es auch Konvertiten zum Judentum, die nach dem Giur in eine Siedlung ziehen. Bei SIEDLUNG denken jetzt viele wieder an RADIKAL. In der Realität bedeutet SIEDLUNG fast immer BEZAHLBARE WOHNUNGEN. Wer neu ist im Land, sich erst etwas aufbauen will und auf die Schnelle keinen superbezahlten Job zur Hand hat, zieht schon einmal dorthin, wo man sich noch eine Bleibe leisten kann, ohne auf WG zu machen. Und das sind eben oftmals Siedlungen, wobei das Leben dort den Nachteil mit sich bringt, entweder über einen fahrbaren Untersatz zu verfügen oder zu trampen, denn die Busverbindungen hinaus aufs Land sind mies.
Generell jedoch macht in Israel kaum ein Konvertit zum Judentum jemals öffentlich auf sich aufmerksam. Auch setzt sich niemand hin und predigt, denn das bleibt professionellen Rabbinern bzw. professionellen Referenten vorbehalten. Nehmen wir an, jemand würde sich trotzdem hinstellen: In dem Fall findet er wohl eher keine Zuhörer, denn innerhalb des Judentums lernt man, sich Lehrern zuzuwenden, die über ein enormes Wissen verfügen und keine Laien, die meinen, sie müssen jetzt auf sich aufmerksam machen.
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