Schemittah

Zum Thema SCHEMITTAH: „Das Hauptproblem beim HETER MECHIRA“

B“H

 

Seit einer knappen Woche befindet sich die jüdische Welt in einem weiteren Schemittah – Jahr. Die Thora beauftragt uns, das Land Israel in jedem siebten Jahr landwirtschaftlich ruhen zu lassen.
Eine Gemara (rabbinische Diskussion) im Talmud Traktat Mo’ed Katan diskutiert die Frage, ob wir heutzutage (bzw. bereits zur damaligen talmudischen Zeit) das Schemittah – Jahr gemäß der Thora oder eher der Halacha (rabbinischen Vorschriften / Auslegungen basierend auf der Thora) begehen. Auf diese talmudische Diskussion gehe ich an dieser Stelle nicht weiter ein, doch in UNSERER heutigen Zeit begehen wir das Schemittah – Jahr aufgrund halachischer Vorschriften.
Normalerweise müßte in diesem Jahr die israelische Landwirtschaft brachliegen. Tut sie aber nicht, denn, wie gesagt, es existieren diverse rabbinische Regelungen, wie man das Land dennoch bewirtschaften kann, ohne gegen die Schemittah – Regeln zu verstossen.
Das Land wird bewirtschaftet, doch entsprechend spezieller Vorschriften. Wir Konsumenten erhalten also frisches Obst und Gemüse in den Geschäften, aber hierbei ist Vorsicht geboten !
Prinzipiell gibt es in Israel vier unterschiedliche Verfahrensweisen, nach denen sich Juden richten können:
  • HETER MECHIRA
  • ARAVA
  • Obst und Gemüse von Arabern kaufen
  • OTZAR BEIT DIN
Heutzutage wird das HETER MECHIRA als die niedrigste Stufe betrachtet und ich selber richte mich nach dem OTZAR BEIT DIN.
ARAVA bedeutet, dass landwirtschaftliche Produkte aus verschiedenen Teilen der Wüste stammen. Gebiete, die zur Zeit des Propheten Ezra nicht Bestandteil Israels waren. Ich hoffe, ich habe das jetzt richtig ausgedrückt, denn zum Thema ARAVA habe ich noch einiges zu lernen !
Obst und Gemüse von Arabern kaufen bedeutet, dass die Produkte nicht auf jüdischem Boden angebaut wurden und daher nicht unter die Schemittah – Regelungen fallen.
OTZAR BEIT DIN werde ich zu einem anderen Zeitpunkt erklären, doch wird diese Verfahrensweise als eine der höchsten Stufen der Schemittah – Einhaltung betrachtet. Die Folge ist, dass die Produkte in speziellen Geschäften erhältlich ist. Hier habe ich Glück, denn in meiner Nachbarschaft befinden sich gleich mehrere dieser Shops. Obwohl die Produkte etwas teurer ausfallen, geht man mit dem OTZAR BEIT DIN auf Nummer sicher.
Das HETER MECHIRA wurde vor mehreren Jahrzehnten (damals existierte der Staat Israel noch nicht) als Provisorium eingeführt. Land wird symbolisch an Nichtjuden verkauft und demnach stammt die Ernte nicht von jüdischem Grund und Boden und kann daher normal verkauft werden. Allerdings besteht beim HETER MECHIRA ein riesiges Problem:
Laut der Thora darf kein Stück Land von Israel an Nichtjuden abgetreten oder verkauft werden. Allein aus diesem Grund ist das HETER MECHIRA in Frage zu stellen und wer Wert auf eine relig. Einhaltung des Schemittah – Jahres legt, wendet sich eher arabischen Produkten, Arava oder dem Otzar Beit Din zu. Zwar sind die Heter Mechira Produkte billiger, doch wird hier gegen ein wichtiges Thoragesetz verstossen.
Nationalreligiöse Juden sehen in dem Heter Mechira ein BESSER ALS GAR NICHTS Angebot, doch wenden sich genauso viele von ihnen dem Otzar Beit Din zu. Das Heter Mechira ist nicht unkoscher oder komplett ungültig. Trotzdem sollte man wissen, dass bei den Produkten ein wichtiges Problem besteht und wer sich als Jude genauestens an die Schemittah – Regelungen halten will, der verzichtet auf Heter Mechira.
Diaspora – Juden haben da eh weniger Probleme und wer sich mit den ganzen spezifischen Regelungen auseinandersetzen muss, sind lediglich die Juden in Israel !
Viele weitere Infos zum Thema SCHEMITTAH sowie eine Buchempfehlung
https://hamantaschen.wordpress.com/category/schemittah/
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