Hiob (Iyov)/Symbolic

Talmud Bava Batra zum Buch Hiob (Sefer Iyov) und dem Satan, Teil 1

B“H

 

Talmud Traktat Bava Batra 14a:
Moshe schrieb das Buch Hiob (Sefer Iyov).
Bava Batra 15a:
Rava sagte: Hiob (Iyov) lebte zu jener Zeit als Moshe die Spione nach Israel sandte.
Eine weitere Ansicht in der Gemara (rabbinische Diskussion und Teil des Talmud) zitiert aus einer Baraita: Iyov lebte zu der Zeit als die Juden nach Ägypten zogen bis zu ihrem Auszug (Exodus) 210 Jahre später.
Eine weitere Ansicht in der Gemara: Iyov existierte gar nicht und seine Person dient lediglich als Parabel.
Eine weitere Ansicht in der Gemara: Iyov befand sich unter jenen Juden, die aus dem babylonischen Exil zurückkehrten und eröffnete ein Lehrhaus in Tiberias (am See Genezareth).
Es bestehen noch weitere Meinungen zur Existenz oder Nicht – Existenz des Iyov (Hiob).
Sollte Iyov tatsächlich unter den Rückkehrern aus der babylonischen Diaspora gewesen sein, so wäre er Jude gewesen. Iyov war aber kein Jude.
Bava Batra 15b:
Bei Satan (übersetzt: Gegner, Widersacher), handelt es sich um einen Engel, dessen Aufgabe darin besteht, die Juden vor dem himmlischen Gericht anzuklagen. Dies allerdings bitte nur metaphorisch verstehen !!!
Es handelt sich demnach um dasselbe Wesen (Yetzer HaRah), welches die Menschen dazu verleitet, zu sündigen. Danach klagt der Satan bzw. die Yetzer HaRah die Sünder vor dem himmlischen Gericht an und erhält von G – tt die Erlaubnis, den Tod zu bringen. Metaphorisch gesehen als Todesengel (Malach HaMawet).
Der berühmte Talmudkommentator Maharsha: Dies ist nicht wörtlich zu verstehen. G – tt bestraft niemanden ohne Grund, denn Seine Gerechtigkeit ist perfekt und unterliegt keiner Willkür. Der Grund, warum die Gerechten in dieser Welt leiden, bleibt uns Menschen verborgen. G – ttes Aussage, dass Er dazu überredet wurde, Iyov „ohne jeglichen Grund“ zu zerstören, ist im Kontext mit Satans rhetorischer Denunziation zu verstehen.
Der Satan tötet niemanden ohne G – ttes ausdrückliche Erlaubnis (der mittelalterliche Kommentator Raschi).
________________________________
Bevor ich weiter auf das Thema SATAN im Buch Hiob (Sefer Iyov) eingehe, muss ich nochmals ausdrücklich klarstellen, dass im Judentum der Satan / die Yetzer HaRah keine individuelle unabhängige Einheit neben G – tt bildet. Heisst, es handelt sich hierbei nicht um zwei Wesen.
Als G – tt jegliche Existenz erschuf, erschuf Er absichtlich eine imperfekte Welt. Allein der Mensch hat die Aufgabe, die Welt zu perfektionieren. Zuerst waren dies Adam und Eva, die scheiterten. Danach haben die Juden die Aufgabe, die Welt zu ihrer vorbestimmten Perfektion zu bringen. Wie ? Anhand der Einhaltung von Thoragesetzen, zum Beispiel.
G – tt erschuf also eine imperfekte Welt, in welcher der Mensch freie Entscheidungen treffen kann. Um dies zu ermöglichen, muss der Mensch folglich eine Wahl zwischen Gut und Böse besitzen. G – tt schuf hier also nicht nur alles Gute, sondern genauso das Böse, um eben dem Menschen eine Wahl zu geben. Daraus folgt, dass der Satan (das Böse) G – tt unterliegt und nur das tut, was ihm aufgetragen wird. G – tt ist sozusagen der Big Boss und beim Satan handelt es sich um keinen unabhängigen Gegenpart.
Im Satan selbst sieht das Judentum keinerlei Person, sondern eine metaphorische Darstellung alles Negativen. Doch dazu nimmt der Talmud auf den nachfolgenden Seiten Stellung.
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2 Kommentare zu “Talmud Bava Batra zum Buch Hiob (Sefer Iyov) und dem Satan, Teil 1

  1. Entschuldige bitte Miriam aber findest du nicht das es widersprüchliche Aussagen sind?
    „Rava sagte: Hiob (Iyov) lebte zu jener Zeit als Moshe die Spione nach Israel sandte.“
    „Eine weitere Ansicht in der Gemara: Iyov existierte gar nicht und seine Person dient lediglich als Parabel.“

    Bava Batra 15b:
    Bei Satan (übersetzt: Gegner, Widersacher), handelt es sich um einen Engel, dessen Aufgabe darin besteht, die Juden vor dem himmlischen Gericht anzuklagen.

    „Bevor ich weiter auf das Thema SATAN im Buch Hiob (Sefer Iyov) eingehe, muss ich nochmals ausdrücklich klarstellen, dass im Judentum der Satan / die Yetzer HaRah keine individuelle unabhängige Einheit neben G – tt bildet. Heisst, es handelt sich hierbei nicht um zwei Wesen.“

    Du schreibst: „Als G – tt jegliche Existenz erschuf, erschuf Er absichtlich eine imperfekte Welt.“

    > In 5. Mose 32:3-5 heißt es doch: „“Vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; gerecht und gerade ist er““ . Und im Genesisbericht wird über Gottes Schöpfung und damit auch über die ersten beiden Menschen gesagt: „Gott [sah] alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1. Mose 1:31). Adam und Eva waren vollkommen, perfekt angepasst an ihr Zuhause auf der Erde. Es gab nichts zu bemängeln. Alles an ihnen war „sehr gut“, und sie brachten alle Voraussetzungen mit, so zu leben, wie Gott es von ihnen erwartete. Sie waren „in seinem Bilde“ erschaffen (1. Mose 1:27). Deswegen konnten sie bis zu einem gewissen Grad göttliche Eigenschaften wie Weisheit, loyale Liebe, Gerechtigkeit und Güte ausleben.
    *Satan, der #Teufel, muss demnach anfangs vollkommen und gerecht gewesen sein.
    So wie der Rest der Schöpfung Gottes war er doch einer von Gottes Söhnen, den Engeln.(Hiob 1:6) Wie alle anderen Geschöpfe Gottes mit freiem Willen konnte auch dieser Engel zwischen Recht und Unrecht wählen. Als er sich entschied, auf Konfrontationskurs zu Gott zu gehen, und die ersten beiden Menschen auf seine Seite zog, machte er sich selbst zum Satan, was „Widerstandleistender“ bedeutet (1. Mose 3:1-5)
    *Satan bedeutet „jemand, der Widerstand leistet“ (Hiob 1:6).
    #Teufel bedeutet„Verleumder“.

    Manche denken, der Teufel sei einfach das Prinzip des Bösen oder die dunkle Seite im Menschen. Interessanterweise berichtet die Bibel aber von einem Gespräch zwischen Gott und dem Satan. Gott ist vollkommen. Er konnte also unmöglich mit etwas Bösem in sich selbst reden (5. Mose 32:4; Hiob 2:1-6).

  2. B“H

    G – tt ist vollkommen, aber Seine Erschaffung ist es nicht. Warum Er weder das Universum noch die Welt noch den Menschen perfekt erschuf, habe ich bereits beantwortet. Jedenfalls aus der jued. Perspektive heraus.

    Meine Beschreibung bedeutet nicht, dass G – tt einen boesen Part in sich traegt, sondern dass G – tt vollkommen ist und erschaffen kann, was Er will. Der Mensch besitzt eine Aufgabe im Leben genauso wie einen freien Willen. Ohne eine Wahl zwischen Gut und Boese haette der Mensch keinerlei Freien Willen.

    Wir leben weder in einer perfekten Welt noch ist der Mensch perfekt.

    Wenn Du mir jetzt Zitate aus allerlei Quellen gibst, nuetzt das wenig, denn man muss die Quellen genau anschauen und Kommentare dazu lernen. Das Problem ist, dass Sukkot vor der Tuer steht und ich momentan nicht die Zeit habe, auf alles naeher einzugehen. Das tue ich entweder in der naechsten Woche oder nach Sukkot. Vorher habe ich einfach nicht die Zeit dazu.

    Was ich allerdings fand, ist ein passender Artikel von Rabbi Tuvia Singer und das Verstaendnis des christlichen „Satansbild“:

    http://outreachjudaism.org/who-is-satan/

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