Rosh Hashana/Selichot - Gebete

Stress vor Rosh Hashana

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Photo: Miriam Woelke
B”H
Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Am Mittwochabend der kommenden Woche steht Rosh Hashana (das jüdische Neujahrsfest) an und an diesem Samstagabend nach Schabbatausklang beginnen wir aschkenazischen Juden mit den Selichot – Gebeten. Die Selichot der sephardischen Juden sind bereits seit dem Monatsbeginn ELUL vor ca. drei Wochen im Gange. An diesem Samstagabend beginnen nun auch die aschkenazischen Juden. Heisst, es wird noch voller an der Jerusalemer Klagemauer (Kotel).
Seit ein paar Jahren ist es voll im Trend, Selichot – Touren zu machen. Genau genommen nehmen daran eher säkulere Israelis teil als relig. Juden. Die sogenannten Selichot – Touren werden für Juden aus dem ganzen Land angeboten. Mit Reisebussen werden die Leute nach Jerusalem gekarrt und hier geht man erst einmal auf Shopping Tour sowie Sightseeing. Vorwiegend auf dem Machane Yehudah Markt und eine Besichtigung des angrenzenden alten Nachlaot ist inklusive. Ich habe etliche Freunde in Nachlaot und die sind schon seit Wochen vom 24 – Stunden – Tourismus genervt. Israelische Reisegruppen rauf und runter und der Reiseleiter stets vorneweg mit Mikrofon. Und das auch mitten in der Nacht. Danach gehen die Gruppen in die Altstadt zur Klagemauer (Kotel). Viele Cafes in der Jaffa Road sowie im jüdischen Teil der Altstadt sind daher durchgehend geöffnet, denn die Zeit vor den hohen Feiertagen bedeutet eine Menge Business.
Wenn ich Selichot bete, dann entweder an der Kotel oder daheim, jedoch ohne große Touren. Diesmal habe ich mir fest vorgenommen, einmal eine Nacht hindurch an der Klagemauer zu verbringen, doch wie ich mich kenne, döse ich garantiert irgendwann auf einem Stuhl ein. Nichtsdestotrotz, die Erfahrung macht es und die ist jedes Jahr überwältigend.
Allerdings bedeutet die Zeit vor Rosh Hashana den großen Hausputz. Möbel abrücken, Regale und Schränke ausräumen, auswischen, einräumen. Von daher unternehme ich in dieser und der nächsten Woche fast gar nichts. Vielleicht schaffe ich es in dieser Woche noch einmal kurz nach Tel Aviv, aber das steht noch in den Sternen. Vermutlich nicht, denn die Zeit wird zu knapp.
Der große Feiertagseinkauf kommt nächste Woche dran, denn am Mittwoch, dem 24. September 2014, ist lediglich ein halber Tag. Wie ein Freitag vor Schabbat. Und auf den letzten Drücker will ich nicht einkaufen gehen und stundenlang in der Warteschleife vor der Kasse stehen. Zwar werde ich am ersten Abend von Rosh Hashana außer Haus essen, aber am zweiten Tag kommen Gäste und ich muss alles vorbereiten.
Mittwochabend (24. September) beginnt also Rosh Hashana. Donnerstag & Freitag sind Rosh Hashana – Feiertage und abends geht es direkt hinein in den Schabbat. Heisst im Klartext: Von Mittwochnachmittag (24. September) – Samstagsabend (27. September) fahren keine Busse und die Geschäfte bleiben allgemein geschlossen.
Für Juden bedeutet dies, dass wir Mittwochabend, Donnerstag & Freitag auf einem Gasherd kochen dürfen, wenn wir denn eine 48 – Stunden – Kerze angezündet haben. Von der Flamme aus können wir per Streichholz die Flamme zum Gasherd transportieren. Ebenso dürfen wir am Freitag für den Schabbat vorkochen. Von daher also nicht das ERUV TAVSHILIN vergessen. Dieses findet Ihr gleich vorn im Machzor (Rosh Hashana).
Dieser Tage will ich den traditionellen Honigkuchen für Rosh Hashana selber backen. Das passende Rezept dazu steht bereits im Blog !
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