Christliche Missionare/Giur (Konversion)/Regierung Netanyahu

Aktuelles zur Konversion zum Judentum in Israel

B“H
Schon vor längerer Zeit habe ich es aufgegeben, zum Thema KONVERSION ZUM JUDENTUM IN ISRAEL zu berichten. Aus dem einfachen Grund heraus, weil sich fast jeden Monat irgendwelche Vorschriften und Auflagen ändern. Wer sich für einen Giur – Kurs in Israel interessiert, dem rate ich, sich an die entsprechenden offiziellen Stellen zu wenden, denn kein normaler Bürger kennt sich in der Materie noch aus. Und eben weil das Thema ständig durch Knesset und Medien geistern, hat der israelische Otto Normalverbraucher eh längst die Nase voll.
Nicht nur der komplizierten Gesetze wegen hängt dem Normalo – Israeli das Thema zum Hals heraus. Was noch mehr nervt sind all die falschen Konvertiten. Leute, die aus falschen Beweggründen heraus zum Judentum übertreten. Besonders populär scheint eine Konversion bei fundamentalistischen Christen zu sein, denn so erhalten sie die Berechtigung, in Israel zu leben, ohne alle drei Monate nach einem neuen Visum zu jammern. Es befindet sich hierzulande eine hohe Anzahl von Konvertiten, die auch weiterhin dem Christentum verschrieben sind, sich messianisch geben und sogar offen messianische Videos auf Blogs etc. verbreiten.
Des Weiteren finden wir in vielen israelischen Konversionskursen ausländische Gastarbeiter wie Philippinos, Südamerikaner oder Osteuropäer, die unbedingt in Israel bleiben wollen, da sie wirtschaftlich besser gestellt sind. Kurz gesagt, Wirtschaftsflüchtlinge, die sich einem Giur anschliessen, um ein besseres Leben zu führen.
Laut talmudischer Gesetzgebung handelt es sich weder bei jenen Christen, die ihren Glauben auch als „Jude“ weiterleben noch bei den Wirtschaftsflüchtlingen um richtige Juden. Man hat ein Dokument in der Hand und mehr nicht. Ein Papier allein macht noch keinen Juden aus und wer sich da als Christ einredet, er müsse zum Judentum übertreten um weiterhin an J. zu glauben, bleibt auch weiterhin Christ.
Ein ernsthafter Giur setzt voraus, dass der Konvertit sein Leben ändert. Niemand verlangt von ihm, dass er ab sofort super ultra – orthodox oder was weiss ich wie lebt. Derjenige, der jedoch ernsthaft an die Sache herangeht, durchläuft während des Giur – Prozesses einen inneren Wandel. Ich glaube, dass man diese Art der Transformation einem Ba’al Teschuva (neurelig. geborenen Juden) fast gleichsetzen kann. Wer sich näher dafür interessiert: In ein paar Tagen stelle ich mehrere Artikel zum Ba’al Teschuva und seiner Umwelt in den Blog. Eigentlich war der Artikel bereits für diese Woche geplant, aber ich denke nicht, dass ich das zeitlich noch schaffe.
Seitdem linksradikale Parteien wie Zipi Livni (Tnuah) oder Ya’ir Lapid (Yesh Atid) in der Regierungskoalition sitzen, wird von deren Seite gefordert, orthodoxe Konversionen zu vereinfachen. Vor Jahren hatten wir diesbezüglich schon einmal einen Skandal, bei dem Rabbiner Druckman gefeuert wurde. Zurecht, wenn man sich ein Zeitungsinterview mit ihm durchlas. Wo er angab, wie er die jeweiligen Giur – Kandidaten auswählte. Allein das läßt einem die Haare zu Berge stehen. Mir persönlich ist ein Fall bekannt, wo eine fundamentalistische Christin (eine Pentecosta oder wie das heisst) bei Druckman durchflutschte, nachdem sie bei Rabbi Eliyahu Dahan vom Rabbanut rausgeflogen war. Aufgrund massiver Beschwerden der eigenen Mitschüler vom Kurs sowie von diversen Nachbarn der englischen Dame. Im Religionsministerium liefen die Telefone heiss und G. flog, doch Druckman nahm sie auf und konvertierte.
Okay, das kann überall passieren, doch wohl kaum bei Leuten, die beim Oberrabbinat auf der Abschussliste standen. Heute sagen wir uns: Die Dame heiratete und ist mit ihrer Ehe genug bestraft. 🙂
Ich will jetzt nicht auf erneute aktuelle Veränderungen eingehen. Das allein könnt Ihr HIER nachlesen !
Was ich jedoch seit längerer Zeit voraussage ist eine Klassengesellschaft orthodoxer Konvertiten zum Judentum. Lasst die Regierung die Gesetze lockern und alle durchlassen. Die Folge wird sein, dass missionarische Christen hereinströmen und wer weiss was alles. Israel schafft sich auf diese Weise selber ab und es bedarf keiner Hamas oder ISIS. Schauen wir allein auf fundamentalistische Extrem – Christen, die bereits in der Knesset sitzen und eine dicke Lobby haben. Vermutlich gesponsort von evangelikalen Christen aus den USA.
Für die Zukunft ist eine christliche Partei geplant, welche sich dafür einsetzen will, Christen aller Welt Aliyah (Einwanderung nach Israel) zu ermöglichen. Sollte dies eintreten, verstehe ich jeden einzelnen Antizionisten, der den sekulären Staat Israel ablehnt. Wenn alle Aliyah machen und jeder kleine Hempel sich als Jude ausgibt, dann sind wir kein jüdischer Staat mehr.
Mit dem Judentum selbst hat das alles nichts mehr zu tun und Juden, die etwas auf ihre Religion und Identität geben, werden sich absondern und all die Fakes nicht als Juden anerkennen. Zwei Gesellschaften werden entstehen und vielerorts ist das jetzt schon Realität geworden.
Ich kann Konvertiten verstehen, die nach dem Beit Din (rabbinischen Gericht) nicht absolut religiös leben. Okay, alles braucht seine Zeit und ich kenne Fälle, bei denen Leute durch den Kurs gingen und fast nichts einhielten und später auf einmal total fromm wurden. Meiner Ansicht ist es das Wichtigste, nicht in den christlichen Glauben zurückzufallen bzw. Sich etwas aus dem Judentum herauszupicken und diese Inhalte dann mit christlichen Ideologien zu vermischen. Wer sich im Christentum wohlfühlt und keinen Grund sieht, sich loszusagen, der sollte auch dabei bleiben. Der Erfahrung nach aber gibt es eben auch jene seltsamen Christen, die sich einbilden, Juden sein zu müssen, um J. nahe zu sein. Das hört sich jetzt vielleicht bescheuert an. Ist aber so. Was glaubt Ihr, was hier in Israel alles für Gestalten herumgeistern. Darunter auch viele Deutsche, die in Deutschland nicht zurechtkamen und meinen, in Israel auf J. warten zu müssen.
Was mich persönlich bei solchen falschen Konvertiten noch nervt ist, dass sie unsere Steuergelder einsacken, wenn sie denn bei der Einwanderung ihre finanziellen Rechte bekommen. Auf der einen Seite das Geld nehmen und auf der anderen Seite irgendwelche Trallala – Ideen haben und meinen Psalmen zu lesen, aber gleichzeitig an J. denken zu müssen.
Nach all den Jahren, in denen ich an einigen Orten mit solchen Leuten konfrontiert wurde, habe ich die Schnauze gestrichen voll und keinerlei Bock mehr auf Erzählungen, warum wer konvertierte und welche Visionen er im Schlaf durchlebte. Wer konvertieren will bitte, aber belästigt die Mitmenschen nicht mit all den persönlichen Stories, die keiner hören will. Man konvertiert und lebt danach ein ganz normales Leben ohne Story – Firlefanz.
Wer ernsthaft konvertieren will, der soll das tun, aber passt auf, dass Ihr hier in Israel nicht an falsche Kurse bzw. falsche Leute geratet. Ihr solltet Euch beim Jerusalemer Oberrabbinat bzw. In den rechtmässigen Konversionskursen erkundigen. Für Frauen ist das Machon Ora in Jerusalem. Und für Männer gibt es Machon Me’ir. Ebenfalls in Jerusalem. Wer gerade in Israel ist, kann bei beiden Institutionen einfach unangemeldet vorbeischauen. Das ist besser als eine e – mail zu tippen und vielleicht keine Antwort zu erhalten.
Erkundigt Euch nach all den Vorschriften und was Ihr wie machen müßt. Die Bürokratie mit dem Innenministerium (zwecks Visafragen) sowie dem Oberrabbinat sind immens, zeitaufwendig und Dokumente kosten Geld. Am Ende aber lohnt sich der massige Aufwand. Zumindest macht Ihr alles legal und lasst Euch nicht auf konspirative Kurse ein, bei denen Ihr hinterher nicht überall anerkannt werdet. Überlegt Euch genau bzw. erfragt es, wo Ihr anerkannt werdet und wer bei welchem Kurs dahintersteht.
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